Alexander McQueen - Der Film

Kinoplakat Alexander McQueen

Dem britischen Modedesigner Alexander McQueen gelang eine Traum-Karriere, bei der er vom Schneider zum führenden Designer aufstieg. Er gründete sein eigenes Modelabel und arbeitete zeitweilig für das französische Modehaus Givenchy.

Kritik

An den dramatischen Stil der Laufsteg-Modeschauen es Meisters angelehnt, teilt der Dokumentarfilm seine Show in fünf Akte und kommt gewaltig daher, bunt, laut und getrieben; seine Machart ist gleichzeitig konventionell. Der Schnitt mischt viel altes und somit authentisches Material mit Interviews aus der Jetztzeit, abgerundet mit Aufnahmen von den Laufstegen und ein wenig überleitenden Spielereien. Die alten Aufnahmen wackeln zum Teil erheblich und sind qualitativ schlecht. Nach meinem Dafürhalten gewinnen sie im Kino nicht an Größe. Das ist subjektiv und andere Menschen mögen das anders sehen.

Zu Wort kommen der Modeschöpfer selbst sowie Wegbegleiter, Mitarbeiter und Freunde und Größen der Modebranche. Aus dem Privatleben berichten zum Beispiel Alexanders Ex-Freunde. Damit ist der gut 111 Minuten lange Film ausgesprochen wortlastig und gleichzeitig arm an Bandbreite. Eine überschaubare Anzahl Menschen fabuliert ohne etwas Besonderes zu sagen. Wenn die Worte Alexander McQueen aus den Dialogen gestrichen werden, bleibt wenig Spezifisches übrig. Den Modeschöpfer plagten Existenzängste und er wollte geliebt werden. Er brach mit Menschen und mit Partnern und haderte mit der Sucht. Dinge, die man über viele Menschen sagen kann. Selbstredend soll über einen Verstorbenen nicht schlecht geredet werden. Doch die Interviews der Personen aus seinem engen Dunstkreis weisen wenig Struktur auf und es kommt es zu einer monotonen Lobhudelei, die vor Filmende den Punkt erreicht, ab dem alles gesagt scheint.

Als biografisches Werk eingeschätzt, verliert der egozentrische Film unter dem zu engen Fokus. Beispielsweise fehlt mir die Erwähnung der Zusammenarbeit zwischen der Sängerin Lady Gaga (A Star is born) und McQueen. Als Homestory betrachtet vermittelt der Film das Übliche wie ein Anreißen der Kindheit, der Karriere und der Beziehungen und bleibt als Seelenschau zu alltäglich. Andere Menschen stehen bei ihrer Arbeit auch Leistungsdruck. 2010 schied McQueen durch Suizid aus dem Leben. Das ist tragisch.

Fazit
Der Film "Alexander McQueen" bringt mir weder den Menschen noch den Modemacher Alexander McQueen näher. Er transportiert den Eindruck eines Appetithappens. Er weiß zu unterhalten, ohne den Anspruch zu erheben lange im Gedächtnis zu verbleiben. Ich habe mich vor dem Sehen des Films nicht für Luxus-Mode interessiert und der Film vermag daran nichts zu ändern. Modeaffine Menschen mögen mir das bitte nachsehen. Ich betrachte den Film von der handwerklichen Seite die, abgesehen von den im Übermaß dargestellten Totenköpfen, konventionell ausfällt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: McQueen
Land: Großbritannien
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 111
Genre: BiografieDokumentarfilmLGBT
Verleih: Prokino
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 29.11.2018
Heimkino: -

Regie: Ian Bonhôte • Peter Ettedgui
Drehbuch: Peter Ettedgui

Mit: Isabella Blow • Romeo Gigli • Bobby Hillson • Alice Smith • Sebastián Pons • Detmar Blow

Produktion: Ian Bonhôte • Andee Ryder • Nick Taussig • Paul Van Carter
Kamera: Will Pugh
Musik: Michael Nyman
Schnitt: Cinzia Baldessari


Bild: Prokino

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