Alles eine Frage der Zeit

Kinoplakat Alles eine Frage der Zeit

Ein Film, dem die Familie über alles geht. Ach ja, um Romantik geht es dann auch und um Zeitreisen sowieso. Nur romantische Zeitreisen kommen im Film dann doch nicht vor. Tim (Domhnall Gleeson) ist ein ganz normaler junger Mann. Davon geht er bis zu seiner Volljährigkeit aus. An diesem schicksalsträchtigen Tag erklärt ihm sein Vater (Bill Nighy), dass die Männer der Familie über eine besondere Fähigkeit verfügen: Sie können in der Zeit zurückreisen, eingeschränkt auf das eigene Leben. Zunächst ungläubig probiert Tim das sofort aus und versucht auch gleich einiges Ungeschick der Vergangenheit ungeschehen zu machen.

Nach einigen Fehlschlägen gelingt es Tim die Frau seines Herzens (Rachel McAdams) zu erobern. Mary reagiert zwar manchmal anders als erwartet auf Tim, doch das kann er durch das Zeitreisen ja ändern. So wird die Fähigkeit auf die Dauer gesehen zur nützlichen Gabe. Doch nicht alles kann dadurch gelöst werden. Es gibt bittere Umstände, die auch Tim akzeptieren muss.

Kritik

Richard Curtis (Drehbuch und Regie) ist bemüht einen Film zu präsentieren, der gute Laune macht. Das beginnt bei einer kauzigen Familie mit eigentümlichen Gewohnheiten, geht weiter mit einem seltsamen Vater-Sohn-Verhältnis und bietet einen guten Schuss Romantik. Wobei es stark vom Geschmack des Zuschauers abhängt, was man romantisch findet. Da gibt es etwa die Szene des "Dinner in the Dark". Ein Restaurant, in dem die Gäste bei völliger Dunkelheit speisen. Konsequent ist die Leinwand also finster und nur die Geräusche sind zu vernehmen. Das kann man romantisch finden – oder nervig.

Eine Parodie auf Science-Fiction will "Alles eine Frage der Zeit" nicht sein. Obwohl Tim einen Kleiderschrank zum Reisen nutzt – ohne dadurch in einem Zauberreich zu landen. Die Zeitreisen dienen nicht dazu die Welt als solche zu verbessern, sondern um kleine und größere Probleme auszuradieren. Das wirkt ein wenig schade, weil Tim zu oft nicht mit den Konsequenzen seines Handels lebt, sondern sie durch Zeitreisen ungeschehen macht. In meinen Augen kann er mit seiner Fähigkeit wenig Konstruktives anfangen. Zudem nutzt das Motiv des Zeitreisens ab, wenn Tim zum x-ten Mal in die Vergangenheit reist, weil ihm ein Missgeschick widerfährt. Da ist selbst ein hakender Büstenhalter Grund genug. Was auf Dauer nervt, weil Tim bei jedem klemmenden Furz eine Zeitreise einlegt.

Des Weiteren kommt bei mir der Eindruck auf, dass es etwas an Biss fehlt. Die Handlung geht dahin, wiederholt und verläuft sich, kommt nicht auf den Punkt. Am Ende habe ich den Eindruck, der Film möchte mir etwas sagen - jedoch was? Es geht um Familie und familiären Zusammenhalt. Deswegen liegt das Hauptaugenmerk auf den Personen. Leider ist es jedoch so, dass der Film ihnen wenig Raum zur Entfaltung gibt beziehungsweise sie kaum vertieft. Bill Nighy spielt seine Standardrolle und macht trotzdem den stärksten Eindruck. Was er allerdings als Fazit seines Lebens von sich gibt, gilt für den gesamten Film: ein bisschen wenig.

Domhnall Gleeson soll einen Durchschnittsmenschen darstellen und füllt diese Rolle etwas zu gut aus. Mag sein, dass er als Schauspieler mehr kann; zeigen tut er jedenfalls nicht. Seine Beziehung mit Rachel McAdams wirkt seltsam. Auf mich machen sie zu wenig den Eindruck eines Paars. Zudem reduziert die Handlung McAdams zu oft auf die Rolle der Verführerin.

Fazit
Mit dem Film "Alles eine Frage der Zeit" kann ich nur bedingt mitgehen. Meinen Geschmack trifft er zu oft nicht. Abgesehen von der Handlung verläuft er mir zu sehr, hat zu viele Wiederholungen und der Humor kommt nicht auf den Punkt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: About Time
Land: Großbritannien
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 123
Genre: Komödie
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 17.10.2013
Heimkino: 06.02.2014

Regie: Richard Curtis
Drehbuch: Richard Curtis

Schauspieler: Domhnall Gleeson (Tim) • Rachel McAdams (Mary) • Bill Nighy (Vater) • Lydia Wilson (Kit Kat) • Lindsay Duncan (Mutter) • Richard Cordery (Onkel D) • Joshua McGuire (Rory) • Tom Hollander (Harry) • Margot Robbie (Charlotte) • Will Merrick (Jay) • Vanessa Kirby (Joanna) • Tom Hughes (Jimmy Kincade) • Clemmie Dugdale (Ginger Jenny) • Harry Hadden-Paton (Rupert) • Mitchell Mullen (Marys Vater, Fitz) • Lisa Eichhorn (Marys Mutter, Jean)

Produktion: Tim Bevan • Eric Fellner • Nicky Kentish Barnes
Szenenbild: John Paul Kelly
Kostümbild: Verity Hawkes
Maskenbild: Christine Blundell
Kamera: John Guleserian
Musik: Nick Laird-Clowes
Schnitt: Mark Day


Bilder: Universal Pictures International

1 customer review

befriedigend
17.10.13
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