Boogeyman - Der schwarze Mann

Kinoplakat Boogeyman

Horrorfilm über den Schwarzen Mann: Kennst Du das Gefühl von einem Schrank bedroht zu werden? Der Kritiker jedenfalls nicht. Aber der Film möchte uns weismachen, dass in amerikanischen Schränken der Boogeyman (der schwarze Mann) lauert. Ach, hätte der doch das Drehbuch geholt.

Ja, ich kenne die Angst vor dem Ungewissen, habe als Kind nach Gruselfilmen im Fernsehen unters Bett geschaut. Im Gegensatz zu Tim (Barry Watson) bin ich dem mittlerweile entwachsen. Der Hauptdarsteller ist zwar bereits ein Twen, hat jedoch ein Trauma nie verarbeitet: Als Kind musste er mit ansehen, wie der Boogeyman seinen Vater holte. Selbstverständlich glaubte ihm niemand und es folgte eine nutzlose Therapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Noch immer hat Tim einen höllischen Respekt vor Schränken. In seinem Designerloft sind alle Schranktüren durchsichtig, damit es nicht zu unliebsamen Überraschungen kommt. Die Freundin droht regelmäßig mit Trennung, weil sie die Albträume und Neurosen nicht länger erträgt.

Nach dem unerwarteten Tod der Mutter kehrt Tim an den Ort seiner Kindheit zurück. Er folgt dem gut gemeinten, aber schlechten Rat seiner Therapeutin und verbringt eine Nacht im Elternhaus, um sich selbst zu beweisen, dass es keinen schwarzen Mann gibt. Kaum hat Tim das alte Gebäude betreten, beginnt es an allen Ecken und Ende zu ächzen.

Kritik

Kindheitsängste sind eine Klaviatur, auf der Horrorfilme gerne spielen. Zum Tragen kommen dabei entweder subtile Spannung und / oder Schockeffekte. "Boogeyman – der schwarze Mann" setzt Schockmomente sparsam ein und versucht durch Spannung zu punkten. Diese Idee schlägt aus zwei Gründen fehl. Zum einen erlahmt jede Handlung, wenn erwachsene Darsteller nicht viel anderes tun, als durch dunkle Korridore zu tappen. Immer horchend, ob der schwarze Mann hinter einer Tür lauert oder aus einem Schrank springt? Mit kindlichen Darstellern hätte das Szenario vielleicht funktioniert, aber bei Erwachsenen wirkt es seltsam bis albern. Vollends gescheitert ist der Ansatz, weil der Held den gesamten Film mit nur wenigen Gesichtsausdrücken bestreitet.

So ganz verzichtet die Handlung nicht auf Schockmomente. Es ist nur so, dass der Zuschauer kaum erkennt, was passiert, weil sie derart schnell ablaufen. Das ist nicht tragisch, denn Szenen wie die Eröffnung des Films, in der ein Kleiderschrank den Vater des Jungen frisst, sollten nur in Parodien vorkommen.

Einige Ansätze sind okay, doch insgesamt bleibt die Handlung fad: Anfangs soll heile Welt aufgebaut werden, mit Designerwohnen und baldiger Heirat. Die Idylle trüben die Albträume. Auf die zähe Einführung folgt als Kontrast die Nacht im Spukhaus. Dort steht dem Helden eine Freundin aus Kindertagen zur Seite, weil der Boogeyman die designte Freundin geholt hat. Macht nichts, denn die hatte kein Einfühlungsvermögen und wollte immer nur Sex. Mit der neuen Frau an seiner Seite kann er Pferde stehlen. Deshalb gelingt es, den schwarzen Mann mit vereinten Kräften zu töten.

Da Horrorfilme vom Unerklärbaren sowie dem Unerklärten leben, ist es ein schlechtes Zeichen, wenn sich Zuschauer nach der Vorstellung fragen, was das Ganze soll? Der Film hinterlässt den Eindruck des Unmotivierten, angefüllt mit Plotlöchern.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Original Filmtitel: Boogeyman
Land: USA
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 89
Genre: Horror
Verleih: United International Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 17.03.2005
Heimkino: 08.09.2005

Regie: Stephen T. Kay
Drehbuch: Eric Kripke • Juliet Snowden • Stiles White

Schauspieler: Barry Watson (Tim) • Emily Deschanel (Kate) • Skye Mc Cole Bartusiak (Franny) • Tory Mussett (Jessica) • Andrew Glover (Boogeyman) • Lucy Lawless (Tims Mutter) • Charles Mesure (Tims Vater) • Phillip Gordon (Onkel Mike) • Aaron Murphy (Mike als Kind) • Jennifer Rucker (Pam) • Scott Wills • Michael Saccente (Jessicas Vater) • Louise Wallace (Jessicas Mutter) • Brenda Simmons (Jessicas Großmutter) • Josie Tweed (Jessicas Schwester)

Produktion: Sam Raimi • Rob Tapert
Szenenbild: Robert Gillies
Kostümbild: Jane Holland
Maskenbild: Deb Watson
Kamera: Bobby Bukowski
Musik: Joseph LoDuca
Schnitt: John Axelrad


Bild: United International Pictures

1 customer review

ausreichend
17.03.05
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