The Grudge - Der Fluch

Kinoplakat The Grudge Der Fluch

Wenn jemand in einem Zustand unbändigen Grolls zu Tode kommt, lastet fortan ein Fluch auf dem Ort des Sterbens. Japanisches Sprichwort.

Amerikaner mögen keine synchronisierten Filme, heißt es, weil die Mundbewegungen nicht zum Ton passen und sie lesen nicht gerne Untertitel. Deshalb werden regelmäßig Remakes von Filmen gedreht, die im Ausland erfolgreich waren. Neben der amerikanischen Sprachfassung nehmen dann meist Hollywoodstars die Rollen ein. Aus diesen Beweggründen mag "The Grudge - Der Fluch" entstanden sein. Dabei hat dem Stoff die Ummodelung für den amerikanischen Markt nicht gutgetan. Zum einen wirken die vielen Amerikaner in Japan, als sei das Land plötzlich eine Kolonie. Zum anderen ließ sich der japanische Geisterglaube nicht stimmig adaptieren.

Der Film eröffnet mit einem Schock: Wortlos tritt Peter (Bill Pullman) auf den Balkon hinaus. Er stürzt sich vor den Augen der Passanten und seiner jungen Frau in den Tod. Was zunächst zusammenhanglos erscheint, bekommt später eine Bedeutung. Doch zunächst springt die Handlung. Irgendwo in Tokio pflegt Yoko (Yoko Maki) eine bettlägerige Amerikanerin. Seltsame Geräusche ziehen sie auf den Dachboden des Hauses ... Tage später ist Yoko nicht wieder aufgetaucht. Deshalb vertritt sie Austauschstudentin Karen (Sarah Michelle Gellar) bei der Pflege. Sie findet ein mit Müll übersätes Haus vor, dessen Abfallspur sie geradewegs ins Obergeschoss zieht - gefährlich nahe an den Dachboden. In letzter Sekunde kann sie entkommen. Trotzdem ist ihr Leben noch lange nicht gerettet.
Der Fluch rottet die Familie der alten Frau aus und ist auch hinter Sarah her. Seine Häscher sind zwei ermordete Kinder. Die nutzen schon mal moderne Technik wie Handys, um ihre Opfer in tödliche Hinterhalte zu locken. Dabei kommt ihnen zugute, dass jeder bereitwillig in noch so dumme Fallen tappt. Wenn Leichen in Zeitlupentempo die Treppe hinabkriechen, dann versucht man mit ihnen zu kommunizieren. Wie eine bettlägerige Frau im ganzen Haus Müll verstreuen kann, fragt sich niemand.

Zu den albern ungelenken Szenen kommt ein weiterer Minuspunkt: Regisseur Takashi Shimizu war offenbar der Meinung, für westliche Sehgewohnheiten alles begründen zu müssen. Deshalb zeigt er in langen Rückblenden die Vorgeschichte auf und erklärt dabei sogar die Ursprünge der unheimlichen Geräusche, weshalb am Ende jeder Zaubertrick verraten ist.

Die Darsteller machen die schwache Regie nicht wett. Serienstar Sarah Michelle Gellar sammelte bereits vielfältige Erfahrung mit der paranormalen Welt. Sie geisterte als Dämonen-Jägerin über deutsche Bildschirme und kämpfte in "Scooby Doo 2 - Die Monster sind los" gegen alberne Geister. In "The Grudge - Der Fluch" ist ihre Leistung als Schauspielerin ohne Belang. Dasselbe gilt für den Rest der Crew.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Alternativtitel: The Grudge – Der Fluch
Land: DeutschlandJapanUSA
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 91
Genre: HorrorMystery
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 03.03.2005
Heimkino: 01.09.2005

Regie: Takashi Shimizu
Drehbuch: Stephen Susco • Takashi Shimizu

Schauspieler: Sarah Michelle Gellar (Karen) • Jason Behr (Doug) • William Mapother (Matthew) • Clea DuVall (Jennifer) • KaDee Strickland (Susan) • Grace Zabriskie (Emma) • Bill Pullman (Peter) • Rosa Blasi (Maria) • Ted Raimi (Alex) • Ryo Ishibashi (Nakagawa) • Yôko Maki (Yoko) • Yuya Ozeki (Toshio)

Produktion: Takashige Ichise • Sam Raimi • Rob Tapert
Szenenbild: Iwao Saitô
Kostümbild: Shawn Holly Cookson • Miyuki Taniguchi
Maskenbild: Sachie Munemura • Jane O'Kane
Kamera: Hideo Yamamoto
Musik: Christopher Young
Schnitt: Jeff Betancourt


Bild: Constantin Film

1 customer review

befriedigend
03.03.05
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