Booksmart

Kinoplakat Booksmart

In der Teenager-Komödie erleben zwei Freundinnen eine herbe Enttäuschung und münzen diese Energie in Feierlaune um. Seit langer Zeit sind Molly und Amy zwei strebsame Teenager, die ihre Ausbildung fest im Blick haben. Sie geben an der High School alles, um anschließend auf eine der besten Unis gehen zu können. Als sie feststellen müssen, dass nicht nur sie, sondern auch die wenig Ambitionierten an der Universität aufgenommen wurden, beschließen sie, in nur einer Nacht alles nachzuholen, was sie jahrelang verpasst haben. Die Feier kann beginnen.

Die besten Freundinnen Molly und Amy verbindet die Stellung als Außenseiterin. Molly ist dick und Amy ist lesbisch. Die Streberinnen sind bei den restlichen Schülern unbeliebt. Sie halten als beste Freundinnen zusammen und leben in der festen Überzeugung, alles richtig gemacht zu haben, weil sie bereits die Zukunft geplant und demnächst einer der Elite-Universitäten besuchen werden.

Und sie erleben auch die Midlife-Crisis früher als andere. Als Molly herausfindet, dass auch andere Schüler auf gute Unis gehen werden, bekommt sie einen Schock, weil die anderen in ihrem Leben auch gefeiert haben. Sie beschließt es diesen Abend noch krachen zu lassen. Leider wissen die Freundinnen nur, dass eine Party stattfindet aber nicht wo und eingeladen sind sie selbstverständlich nicht. Also starten sie einfach durch auf der Suche nach Spaß.

Kritik

Die Komödie "Booksmart" präsentiert überwiegend eine lange Partynacht und bleibt in deren Rahmenbedingungen. Auf dem Programm steht viel Musik und Humor. Wer das sehen möchte, ist mit dem Film gut bedient.

Wer ein wenig mehr erwartet, als eine überlange Party kann enttäuscht werden. Die Gespräche laufen meist ebenfalls auf Party-Niveau. Das ist schade, weil Molly und Amy durchaus Figuren sind, die mehr Tiefe transportieren könnten. Zwischenzeitlich geben die Frauen interessante Standpunkte ab, die ohne Konsequenz bleiben. Es bleibt eine Andeutung, dass sie sich für die jeweils andere verantwortlich fühlen und dabei überreagieren. Der Schreckmoment etwas verpasst zu haben dauert nur kurz an. Später kommt es zu einem Streit der Freundinnen, bei dem leider der Ton ausgeblendet wird.

Auch die restlichen Figuren zeigen wenig. Während der Party kippt die Stimmung ins Moralische. Plötzlich legen die Figuren Seelenstriptease hin, die den Film kaum bereichern. Anstelle eines Ausbaus bleiben sie Klischees. Es gibt den Sportler, den alle Mitschülerinnen anhimmeln. Der reiche Sohn aus gutem Haus wird verkannt und versucht Freundschaften zu kaufen.
Die Auswahl der Charaktere ist politisch sehr korrekt. Sie berücksichtigt weibliche und männliche Homosexualität. Eine besonders coole Lehrerin ist farbig und trägt ein Piercing. Der Schuldirektor fährt nachts Uber.

Der Humor ist von der groben Sorte ohne Fäkalhumor zu sein. Der erste Sex mit einer anderen Frau endet für Amy in Erbrechen. Wie Austin Crute als femininer Homosexueller auftritt, kann man lustig finden – muss man nicht. Der Running Gag gefällt: Gigi taucht in eigentlich unmöglichen Momenten auf und kommentiert.

Handwerklich überzeugt der Film bedingt. Die Stilmittel Dialoglast und der übermäßige Einsatz von Musik vermitteln den Eindruck von Unsicherheit, weil sie den Zuschauer überfluten. Die Dramaturgie setzt auf Tempo und verzichtet auf einen Höhepunkt; die gleichförmige Handlung könnte auf unbestimmte Zeit weitergehen. Wiederholt sind Szenen zu lang. Die Erklärungen im Nachhinein brauchte es nicht.

Fazit
Olivia Wilde stellt ihren ersten Langfilm als Regisseurin vor. Ein solides Werk, das die typische Themenpalette eines Teenager-Party-Films bietet. Am kalkulierten Drehbuch das Alleinstellungsmerkmal zu erkennen fällt schwer; die Handlung ist oberflächlich nett, leistet sich keine Entgleisungen und keine Provokationen. Das Ergebnis ist so gesehen stimmig.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 102
Genre: Komödie
Verleih: Weltkino
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 14.11.2019

Regie: Olivia Wilde
Drehbuch: Susanna Fogel • Emily Halpern • Sarah Haskins • Katie Silberman

Schauspieler: Kaitlyn Dever (Amy) • Beanie Feldstein (Molly) • Jessica Williams (Miss Fine) • Jason Sudeikis (Principal Brown) • Lisa Kudrow (Charmaine) • Will Forte (Doug) • Victoria Ruesga (Ryan) • Mason Gooding (Nick) • Skyler Gisondo (Jared) • Diana Silvers (Hope) • Molly Gordon (Triple A) • Billie Lourd (Gigi)

Produktion: Chelsea Barnard • David Distenfeld • Jessica Elbaum • Megan Ellison • Katie Silberman
Szenenbild: Katie Byron
Kostümbild: April Napier
Maskenbild: Liz Lash
Kamera: Jason McCormick
Musik: Dan Nakamura
Schnitt: Jamie Gross


Bild: Weltkino

1 customer review

befriedigend
06.10.19
Show more

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.