Le Mans 66 - Gegen jede Chance

Kinoplakat Le Mans 66 - Gegen jede Chance

Der Traum vom perfekten Auto treibt Carroll und Ken an. Gemeinsam wollen sie für Ford den Rennwagen konstruieren, der ihnen endlich den Sieg vor dem Konkurrenten Ferrari holt. Doch bis es soweit ist, müssen viele Hürden genommen werden, denn die Bürokraten von Ford machen den Praktikern das Leben schwer.

Carroll Shelby ist Rennfahrer aus Leidenschaft. Doch sein angeborener Herzfehler zwingt ihn dazu das aktive Fahren aufzugeben und seinen Schwerpunkt auf die Konstruktion von Renn- und Sportwagen zu legen. Dabei schließt er Freundschaft mit dem Briten Ken Miles, der ein ausgesprochen begabter Fahrer ist, aber seine Emotionen nur schwer kontrollieren kann und darum als schwierig gilt. Die Männer nehmen ein Angebot der Ford Motor Company an und beginnen an einem Rennwagen zu arbeiten. Das ehrgeizige Ziel: Dem Konkurrenten Ferrari den Rang ablaufen.

Kritik

Der biografisch basierte Film stellt die Show klar in den Mittelpunkt. Wenngleich zwei Männer die tragenden Säulen des Films sind, bleiben sie Teil des Ganzen. Mit spitzbübischem Charme erzählt die Handlung von den Anlaufschwierigkeiten in der Werkstatt, den Bürokraten bei Ford, die von Zahlen und Geld eine Ahnung haben – aber kein Gefühl für Autos und den Männern an der Box das Leben schwer machen. Bis hin zum Sieg in Le Mans 1966. Für den Zuschauer bedeutet es, je größer die eigene Begeisterung für Autos und Autorennen ist, desto wahrscheinlicher wird ihm der Film gefallen.

Das Schauspiel arbeitet dem Rennzirkus zu. Matt Demon bleibt als Carroll Shelby auf das Leben als Konstrukteur beschränkt. Auch die Freundschaft zu Ken findet wenig Ausdruck. Christian Bale als Ken Miles ist in eine Familie eingebunden und hat mehr Raum zur Darstellung. Er zeigt seinem Sohn gegenüber Vatergefühle und eckt mit seinem Temperament an. Caitriona Balfe spielt seine nachsichtige, selbstbewusste Ehefrau Mollie und darf für manchen Schmunzler sorgen. So stellt sie etwa einen Gartenstuhl auf und schaut den Männern bei ihrer körperlichen Auseinandersetzung zu. Mollie, wie auch einige andere gut aufspielende Nebenrollen, hätten etwas mehr Raum bekommen dürfen. So bleibt es bei Andeutungen, dass Henry Ford II von einem angekratzten Ego angetrieben wird und die Bürokraten an seiner Seite sind absichtlich unsympathische Figuren, die immer wieder angeschmiert werden. Das macht es dem Zuschauer leicht mit Ken und Carroll mitzufiebern, während sie an ihrem Traum festhalten und dabei Hindernisse aus dem Weg räumen müssen, die ihnen ihr eigener Rennstall bereitet.

Nebenbei vermittelt der Film kleine bis große Bosheiten. Ferrari ist die Firma, die Autos perfektioniert, während Ford Autos verkauft. Am Ende opfert Ford dafür sogar Miles' Sieg in Le Mans. Etwa schade an diesen Momenten ist, dass der Film wenige Emotionen zeigt. Nachdem Miles einsehen muss, das Bauernopfer zu sein, ist er nicht etwa gebrochen, sondern spricht gleich davon, wie der Rennwagen weiter optimiert werden kann. Ja, dies ist ein Märchen für Männer und nicht für Frauen. Nur etwas mehr Gefühl dürfen Männer im Jahr 2019 schon zeigen. Auch wenn die Handlung in den 1960-er Jahren spielt und Männer dieser Generation ein anderes Auftreten an den Tag legen. Kamera und Schnitt gelingt es den langen Film bis zum Ende spannend zu halten, obwohl die Einstellungen von durchgedrückten Gaspedalen und geknüppelten Gängen oder dem besorgten Blick in den Rückspiegel sich wiederholen.

Fazit
Der Film "Le Mans 66 - Gegen jede Chance" ist als Biografie etwas mager geraten, die Figuren zeigen keine nennenswerten Entwicklungen. Als Film über den Rennzirkus wiederum sehr solide und bis zum Ende spannend.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: Le Mans 66 – Gegen jede Chance • Ford v Ferrari
Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 153
Genre: ActionBiografieDramaSport
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 14.11.2019

Regie: James Mangold
Drehbuch: Jez Butterworth • John-Henry Butterworth • Jason Keller • James Mangold

Schauspieler: Caitriona Balfe (Mollie Miles) • Christian Bale (Ken Miles) • Matt Damon (Carroll Shelby) • Jon Bernthal (Lee Iacocca) • Josh Lucas (Leo Beebe) • Stefania Spampinato (Ferrari Translator) • Noah Jupe (Peter Miles) • Ray McKinnon (Phil Remington) • JJ Feild (Roy Lunn) • Roberta Sparta (Ferrari Guest) • Ian Harding (Jimmy) • Tracy Letts (Henry Ford II)

Produktion: Peter Chernin • James Mangold • Jenno Topping
Szenenbild: François Audouy
Kostümbild: Daniel Orlandi
Maskenbild: Jane Galli
Kamera: Phedon Papamichael
Musik: Marco Beltrami
Schnitt: Andrew Buckland • Michael McCusker


Bild: 20th Century Fox

1 customer review

gut
03.11.19
Show more

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.