Broken Wings

Kinoplakat Broken Wings

Drama über den Umgang mit Trauer. Vor neun Monaten starb Vater Ulman. Sein Tod war der Auslöser für die kleinen und großen Tragödien, die sich seitdem ereignen.

Tochter Maya befand sich mit ihm auf der Rückfahrt vom Strand. Während sie im Gebüsch einem menschlichen Bedürfnis nachging, wurde der Vater im Auto von einer Biene gestochen. Der Allergiker starb an dem Bienenstich. Der Film stellt Maya in den Mittelpunkt des Geschehens, die glaubt, am Tod des Vaters Schuld zu sein. Aus ihrer Sicht schildert der Film das Leben der restlichen fünf Ulmans.

Der älteste Sohn Yair schwänzt die Schule, taucht nur noch zu Klassenarbeiten auf und flieht in Nihilismus. Wozu sich ums Leben kümmern, wenn man nicht mehr ist als ein Staubkorn im Universum? Er verbringt einen Großteil seiner Zeit damit als Maus verkleidet Werbung in der U-Bahn zu verteilen.

Bar, die jüngste Tochter wird von Einsamkeit geplagt und schlägt sich mit der Hinterlist des älteren Bruders Ido rum. Ido ist zum Bettnässer geworden und tauscht morgens sein Bettlaken gegen das Bettlaken der Schwester. Die glaubt fest daran wieder ins Bett zu machen, was ihr aber niemand krumm nimmt. Schließlich herrscht in der Familie seit Vaters Tod Ausnahmezustand. Mutter Dafna arbeitet als Hebamme und macht mehr Nachtschichten als es ihr und der Familie guttut.

Die angespannte Situation könnte jeden Moment explodieren. Als Maya mit ihrer Band nicht beim Wettbewerb auftreten darf, bringt der Tropfen das Fass fast zum Überlaufen, doch wieder einmal fängt die Familie sich. Zum letzten Mal, denn die nächste Erschütterung des Gefüges wird das reinigende Gewitter auslösen. Ido springt vom Rand eines leeren Swimmingpools. Das endet mit einem Schädeltrauma und er wacht nicht mehr auf. Plötzlich brechen alle Dämme, die Flutwellen stürzen los - bis am Ende die Familie endlich wieder zueinander findet.

Im Lauf des Films verändern sich die Personen nur wenig. Im Vordergrund steht der Umgang mit der Situation. Eine überforderte, abgekämpfte Mutter, Kinder, deren Welt aus den Fugen geraten ist. Jedes Familienmitglied hat seine eigene Methode entwickelt der Verzweiflung Ausdruck zu verleihen. Maya fühlt sich überfordert und flieht regelmäßig. Yair flieht in die Welt des Denkens und stößt an Grenzen. Sohn Ido überschreitet die Grenzen der Vernunft.

Die Schilderung ist stellenweise zu abgehackt und insgesamt zu konstruiert. Dadurch gelangt der Film an den Punkt, an dem es nicht mehr ausreicht, seine bisweilen sehr schönen Bilder zu präsentieren.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: Knafayim Shvurot
Land: Israel
Jahr: 2002
Laufzeit ca.: 80
Genre: Drama
Verleih: Alamode Film
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 08.01.2004
Heimkino: 21.02.2005

Regie: Nir Bergman
Drehbuch: Nir Bergman

Schauspieler: Orly Silbersatz Banai (Dafna Ulman) • Maya Maron (Maya Ulman) • Daniel Magon (Ido Ulman) • Nitai Gvirtz (Yair Ulman) • Eliana Magon (Bahr Ulman) • Vladimir Friedman (Valentin Goldman) • Dana Ivgy (Iris) • Yarden Bar-Kochba (Flora) • Danny Niv (Yoram) • Orit Boger (Lehrer) • Nimrod Cohen (Gaga) • Eitan Green (Vater) • Martin Umanski • Shira Vilensky • Lobo Wizner

Produktion: Assaf Amir
Kostümbild: Ada Levin
Maskenbild: Vered Hochman
Kamera: Valentin Belonogov
Musik: Avi Belleli
Schnitt: Einat Glaser-Zarhin


Bild: Alamode Film

1 customer review

gut
08.01.04
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