Carolina

Kinoplakat Carolina

Manche Familien sind bunter als andere. Carolina (Julia Stiles) wurde von ihrer Großmutter (Shirley MacLaine) erzogen. Die ebenso streitlustige wie rüstige Dame herrscht mit eiserner Hand über die Familie.

Carolinas Mutter ist öfter im Gefängnis als in Freiheit, ihr Vater mehr betrunken als nüchtern. Die ältere Schwester kehrt schwanger ins Haus der Großmutter zurück, während das Nesthäkchen versucht die Lottozahlen zu erraten, indem es sich auf dem Schaukelpferd in Trance reitet. Beruflich hat Carolina einen annehmbaren Job. Als Assistentin einer Flirtshow bringt sie Paare zusammen. Dafür will es privat mit den Männern so gar nicht klappen. Spätestens nach dem dritten Date heißt es auf nie mehr wiedersehen. Eine Ausnahme macht nur Nachbar Albert, der als Ghostwriter Kitschromane schreibt. Auch bei ihm gibt es Glück und Harmonie nur in den Romanen. Als Carolina den Auftritt des Kandidaten Heath (Edward Atterton) vermasselt, wird sie achtkantig gefeuert und lernt gleichzeitig ihren Traumprinzen kennen. Albert entbrennt auf der Stelle für die attraktive Frau. Doch noch hat er den großen Test nicht bestanden: ein Essen mit Carolinas gesamter Familie. Wie vorauszusehen, scheitert der Traumprinz an der Realität. Quasi als Entschuldigung, lässt er seine Beziehungen spielen und beschafft Carolina den alten Job wieder. Endlich wachgerüttelt, erkennen Carolina und Albert, dass sie mehr sind als Nachbarn.

1996 gewann Marleen Gorris den Oscar als bester fremdsprachiger Film für "Antonias Welt". Mit "Carolina" legt sie fast ein amerikanisches Remake vor. Ein anderes Land, acht Jahre später. Die grundlegenden Motive sind geblieben: Im Mittelpunkt der Erzählung steht die resolute Großmutter; Frauen bilden das Zentrum des Ganzen. Für Amerika etwas sauberer inszeniert, entfällt die lesbische Liebe. Einige Szenen sind nahezu eins zu eins übernommen worden: Etwa wenn die Großfamilie am Tisch isst. Das wäre insgesamt zu verschmerzen, fehlte es der ersten Hälfte des Films nicht an Tempo. Die Geschichte an und für sich ist nett konstruiert, wirkt allerdings konventionell und vorhersehbar.

Bis auf Eward Atterton als Traumprinz sind die schauspielerischen Leistungen gut, obwohl ich von Julia Stiles schon bessere Leistungen gesehen habe. Shirley MacLaine variiert ihre Rolle der schrulligen Alten, was nicht neu ist, aber dem Film auch nicht schadet. Insgesamt irgendwie nett.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60%


Land: DeutschlandUSA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 97
Genre: Romantische Komödie
Verleih: Solo Film Verleih
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 13.05.2004
Heimkino: 11.11.2004

Regie: Marleen Gorris
Drehbuch: Katherine Fugate

Schauspieler: Julia Stiles (Carolina) • Shirley MacLaine (Grandma Mirabeau) • Alessandro Nivola (Albert Morris) • Mika Boorem (Maine Mirabeau) • Azura Skye (Georgia Mirabeau) • Edward Atterton (Heath Pierson) • Randy Quaid (Ted Mirabeau) • Dwight Armstrong (Snake) • Anna Ortiz (Christen) • Jennifer Coolidge (Tante Marilyn) • Alan Thicke (Moderator) • John Capodice (Ernie the Cook) • Lisa Sheridan (Debbie) • Lauri Johnson (Kellnerin) • Michael Panes (John) • Ambyr Childers (Carolina, jung) • Daveigh Chase (Georgia, jung)

Produktion: Carol Baum • Martin Bregman • Kate Guinzburg • Lou Pitt
Szenenbild: Aaron Osborne
Kostümbild: Suzanne McCabe
Maskenbild: Marsha Shearrill
Kamera: John Peters
Musik: Steve Bartek
Schnitt: Alan Heim • Michiel Reichwein


Bild: Solo Film Verleih

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