Dead Man Down

Kinoplakat Dead Man Down

Rache ist eine starke Emotion und die ausschlaggebende Motivation in "Dead Man Down". Die Mischung aus Programmkino und Gangsterdrama lässt zwei rachedurstige Seelen aufeinandertreffen. Ein düsterer Thriller, der die eigenen Ansprüche mehr als erfüllt.

Alphonse (Terence Howard) ist Anführer einer skrupellosen Bande und wird seit einiger Zeit stark unter Druck gesetzt. Ein unbekannter Erpresser verwickelt ihn in ein Psychospielchen. Wie gut, dass er sich auf seinen Neuen verlassen kann. Doch Victor (Colin Farrell) ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Er hat die Bande unterwandert, um seinen eigenen Racheplänen nachzugehen. Privat unternimmt er abends Flirtversuche mit Nachbarin Beatrice (Noomi Rapace). Doch auch sie hat mit Victor anderes vor, als es zunächst scheint.

Kritik

Der Film "Dead Man Down" ist eine Mischung aus stilisiertem Programmkino und Gangsterfilm. Dementsprechend steht nicht die Entwicklung oder Ausleuchtung der Charaktere im Vordergrund, sondern das Künstliche. Auf die Darsteller bezogen bedeutet es: Ähnlich wie zwei Eisberge lassen die zwei Hauptrollen erahnen, dass unter der Oberfläche etwas viel Größeres verborgen ist, dass der Zuschauer jedoch nie zu Gesicht bekommt. Was zu zweierlei führt. Bei Colin Farrell wie auch bei Noomi Rapace habe ich den Eindruck, dass sie als Schauspieler mehr können, als sie zeigen. Er guckt über weite Strecken wie ein verletztes Tier in die Kamera, während sie die Getriebene gibt, die unablässig Zigaretten qualmt. Das verleiht dem Film einen eigenen Anstrich; den weitere Umstände unterstreichen wie etwa das Stilmittel, dass es lange Zeit im Film nie richtig hell wird.

Insgesamt bekommt dem Film die Überzeichnung nicht gut, denn er bleibt eindimensional. Eine Entwicklung der Charaktere etwa spart das Drehbuch fürs Ende auf. Stattdessen setzt er auf Stilisierung. Dabei wirkt manches arg überzogen. Wie zum Beispiel die übermäßigen Narben in ihrem Gesicht. Und es verwundert, wie schnell die hartgesottenen Gangsterbosse die Nerven verlieren, weil sie Drohbriefe bekommen.

Das hierzu eingesetzte Motiv des Fotopuzzles nutzt der Film zweifach. Nicht nur die Bösen bekommen Häppchen zugespielt, sondern auch der Zuschauer bekommt kleine Wissenshäppchen serviert, die erst allmählich ein Ganzes ergeben. Und wenn das Rätsel gelöst ist, dann bleibt es flach: Zwei verletzte Seelen sind durch den Wunsch nach Rache blind geworden: für die Tatsache, dass ihre Rache die eigenen Verwundungen nicht heilen wird und für die Liebe zueinander.

Fazit
"Dead Man Down" bietet für meinen Geschmack zu viel Kunst und zu wenig Film, verheddert sich in der eigenen Überkandideltheit.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 110
Genre: ActionDramaKrimi
Verleih: Wild Bunch
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 04.04.2013
Heimkino: 27.09.2013

Regie: Niels Arden Oplev
Drehbuch: J.H. Wyman

Schauspieler: Colin Farrell (Victor) • Noomi Rapace (Beatrice) • Terrence Howard (Alphonse) • Dominic Cooper (Darcy) • Isabelle Huppert (Valentine) • Armand Assante (Lon Gordon) • F. Murray Abraham (Gregor) • Luis Da Silva Jr. (Terry) • Stu Bennett (Kilroy) • Franky G (Luco) • Declan Mulvey (Goff) • John Cenatiempo (Charles) • Roy James Wilson (Blotto) • Myles Humphus (Lance) • Stephen Hill (Roland)

Produktion: Neal H. Moritz • J.H. Wyman
Szenenbild: Niels Sejer
Kostümbild: Renee Kalfus
Maskenbild: Diane Heller
Kamera: Paul Cameron
Musik: Jacob Groth
Schnitt: Frédéric Thoraval


Bilder: Wild Bunch

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