Duplicity - Gemeinsame Geheimsache

Kinoplakat Duplicity

Julia Roberts und Clive Owen spielen in einer Gaunerkomödie nach klassischem Strickmuster. Die Zwei lügen und betrügen, zanken sie wie die Rohspatzen und kriegen einander am Ende. Doch wer betrügt hier wen?

Julia Roberts und Clive Owen geben ein Gaunerpärchen, das aus Zuschauersicht wie geschaffen füreinander ist, dies aber zumindest am Anfang nicht wahrhaben will. Da sie beide im selben Metier arbeiten, also beruflich spionieren, tricksen und täuschen, ist es gar nicht so verwunderlich, wie ihr erstes Treffen endet. Nach einem Schäferstündchen liegt er betäubt im Bett liegt und sie stiehlt seine geheimen Unterlagen. Wie es scheint, ist das kein guter Anfang für eine Beziehung. Doch nichts ist unmöglich und zehn Jahre später arbeitet das Paar einträchtig zusammen. Mehr noch: Sie wollen gemeinsam den ganz großen Coup landen und dann nie wieder arbeiten müssen.

Dazu unterwandern sie zwei rivalisierende Kosmetikfirmen, deren Bosse einander bis aufs Blut hassen. Während Claire (Julia Roberts) bei der einen Firma ganz offiziell in der Spionageabwehr tätig ist, arbeitet sie undercover bei der Konkurrenz als Agentin. Ray (Clive Owen) lässt sich von ihr rekrutieren. Gemeinsam sollen sie die Geheimformel schlechthin stehlen. Das scheint kein gutes Unterfangen, denn für eine friedliche Zusammenarbeit sind sie einander viel zu ähnlich. Das bedeutet, sie halten sich gegenseitig den Spiegel vor und hassen den anderen, weil ihnen das Spiegelbild nicht gefällt. Weshalb ihre Zusammenarbeit trotzdem wie geschmiert läuft, verrät der Film in Rückblenden.

Kritik

"Duplicity - Gemeinsame Geheimsache" mischt zwei klassische Genres. Die Gangster- und die Screwball Comedy. Dazu kommt eine Handvoll Spielereien, die dem Ganzen mehr Pfiff verleihen sollen. Dazu später mehr. Beginnen möchte ich mit dem größten Schwachpunkt des Films, dem Fehlen von Sympathieträgern. Eigentlich möchte ich gerne mit Julia Roberts und Clive Owen mitfiebern. Es ihnen gönnen, wenn sie die anderen abzocken. Doch mir werden sie nicht sympathisch, weil sie auch privat nie ehrlich sind. Ständig schleichen sie umeinander herum und beäugen sich misstrauisch. Mit diesen Menschen kann ich mich anfreunden, denn wer geht eine Freundschaft mit einem notorischen Betrüger ein? Die Firmenbosse kommen als Sympathieträger ebenfalls nicht infrage. Paul Giamatti ist klar unsympathisch und Tom Wilkinson erscheint als Nebenrolle kaum auf der Leinwand. Damit macht der Film das Mitfühlen schwer.

Bleiben noch die Qualitäten der Komödie und der Romantik. Die Lovestory funktioniert leider ebenfalls nicht mangels Sympathieträgern. Wer möchte einen Betrüger zum Partner? Einen Menschen, bei dem man nie sicher sein kann, ob er am nächsten Morgen samt dem Portemonnaie verschwunden ist? Somit sind die Hauptdarsteller einerseits nicht umeinander zu beneiden. Andererseits teilen sie diese Ansicht und schwanken zwischen Liebe und Abstoßung. Das dauert bis zum Filmende und mit Romantik ist es Essig. Viele ihrer Wortgefechte enden als Geschwafel. Womit eine klassische, wortreiche Komödie zwar angestrebt wurde aber nicht erreicht ist.

Werfen wir noch einen Blick auf die Spionage-Komödie. Abgesehen davon, dass ich ständig denke "so läuft Industriespionage nie und nimmer", fehlen die Überraschungen. Am Ende werden diejenigen betrogen, von denen man die ganze Zeit ausgeht, und auch der lachende Dritte steht von Anfang an fest. Bis dahin gibt es einige schöne Gags, wie etwa das Verhör zwischen den zwei Frauen, doch insgesamt geht der Film mit Humor sparsam um. Womit die Gaunerkomödie nur wenige Punkte einfährt. Des Weiteren können mich die (technischen) Spielereien nicht überzeugen. Die Splitscreens sind klassisch, machen jedoch einen unorganischen Eindruck. Ebenso die Rückblenden, die auf Dauer den Erzählfluss hemmen.

Fazit
Der Film "Duplicity - Gemeinsame Geheimsache" ist nett gedacht, stellt sich jedoch selbst ein Bein, indem er das andauernde Umkehren von Lüge und Wahrheit übertreibt. Er zeigt mir ein Liebespaar, mit dem ich ebenso wenig mitfühlen kann, wie mit den betrogenen Betrügern mitfiebern. Für Julia Roberts und Clive Owen ins Kino zu gehen lohnt damit nur bedingt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Duplicity
Land: USA
Jahr: 2009
Laufzeit ca.: 125
Genre: KomödieKrimiRomantik
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 30.04.2009
Heimkino: 24.09.2009

Regie: Tony Gilroy
Drehbuch: Tony Gilroy

Schauspieler: Clive Owen (Ray Koval) • Julia Roberts (Claire Stenwick) • Tom Wilkinson (Howard Tully) • Paul Giamatti (Richard Garsik) • Dan Daily (Garsiks Berater) • Lisa Roberts Gillan (Tullys Assistentin) • David Shumbris (Turtleneck) • Rick Worthy (Dale Raimes) • Oleg Shtefanko (Boris Fetyov) • Denis O'Hare (Duke Monahan) • Kathleen Chalfant (Pam Frailes) • Khan Baykal (Dinesh Patel) • Tom McCarthy (Jeff Bauer) • Wayne Duvall (Ned Guston)

Produktion: Laura Bickford • Jennifer Fox • Kerry Orent
Szenenbild: Kevin Thompson
Kostümbild: Albert Wolsky
Maskenbild: Chris Bingham
Kamera: Robert Elswit
Musik: James Newton Howard
Schnitt: John Gilroy


Bild: Universal Pictures International

1 customer review

befriedigend
30.04.09
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