G-Force - Agenten mit Biss

Kinoplakat G-Force - Agenten mit Biss

Drei Meerschweinchen und einen Maulwurf als Agenten einzusetzen, ist eine schöne Idee für einen Kinderfilm. Die Figuren zu animieren und den Film in 3D ins Kino zu bringen nehme ich gerne an. Und schon nimmt das überdrehte Spektakel seinen Lauf.

Doktor Ben Kendall (Zach Galifianakis) betreibt ganz besondere Forschungen. Im Auftrag der Vereinigten Staaten von Amerika bildet er Tiere zu Geheimagenten aus. Dazu hat er unter anderem Kommunikatoren entwickelt, die es ermöglichen, dass Menschen und Tiere miteinander reden. Zu seinem Team gehören neben einer Fliege auch drei Meerschweinchen und ein Maulwurf. Die müssen schnellstens ihr Können unter Beweis stellen, denn die Regierung droht damit, die Gelder für Bens Forschungen zu streichen.

Darum dringen die Tiere während eines nächtlichen Einsatzes in das Haus des Fabrikanten Leonard Saber (Bill Nighy) ein. Der fabriziert Haushaltsgeräte aller Art und hegt Allmachtsfantasien. Die will er mithilfe von Computer-Chips erlangen, die in seinen Haushaltsgeräten stecken und diese fern steuerbar machen. Das dazu notwendige Computerprogramm besitzt er bereits und der Countdown zur Aktivierung läuft. Die Tier-Agenten kopieren nun das Programm, um Saber als Verbrecher zu entlarven. Doch zurück im Labor ist anstelle des Programms ein Virus auf dem Datenträger. Noch ehe die Gruppe nachvollziehen kann, was schiefgegangen ist, steht die Regierung vor der Tür. Weil Ben keine Ergebnisse vorweisen kann, soll das Labor geschlossen werden und die Einrichtung beschlagnahmt. Dazu zählen auch die Tiere. In letzter Minute können sie jedoch fliehen und finden sich in einem lausigen Tiergeschäft wieder. Hier nutzen ihnen die antrainierten Fähigkeiten wenig, denn ihr Stall ist ausbruchsicher. Da helfen nur List und Tücke.

Ben wiederum macht sich auf die Suche nach seinen tierischen Mitstreitern. Aber die sind bereits an neue Besitzer verkauft worden. Deshalb muss die G-Force, wie sich die Tiere mittlerweile nennen, zunächst auf eigene Faust weiterarbeiten. Es gelingt ihnen dank ihrer Fertigkeiten relativ schnell aus den Händen ihrer ahnungslosen Käufer zu entkommen. Und sie nehmen ihren Plan wieder auf: Sabor als hinterhältigen Fiesling zu entlarven. Doch die Zeit drängt, denn der Countdown läuft.

Kritik

"G-Force - Agenten mit Biss" lässt animierte Tiere in die Hauptrollen schlüpfen und deshalb vermuten, dass der Niedlichkeitsfaktor hoch sein dürfte. Doch wenn Jerry Bruckheimer seine Finger im Spiel hat, kann man davon ausgehen, dass die flache Handlung mit viel Action und Krachbumm daherkommt. Der Film bestätigt diese Vermutung. Die Meerschweinchen benehmen sich nur in Ausnahmefällen wie Tiere. Die meiste Zeit sind sie Menschen in Tiergestalt. Diesen Umstand nutzt der Film allerdings nicht als Fabel. Er ist auch nicht charmant und warmherzig angelegt. Vielmehr ist er ein rasantes Spektakel, bei dem Verfolgungsjagden für Tempo sorgen. Die Animation der Tiere ist im Großen und Ganzen nett. Nur der Maulwurf stellt eine Ausnahme dar, weil die Tentakel an seiner Nase befremdlich sind.

Der Handlung fehlt es an Logik. So können die Tiere untereinander sprechen. Aber nicht Meerschweinchen und Hunde. Zudem fehlt den Hunden in mehreren Szenen der Geruchssinn. Eine Fliege kann schneller fliegen als ein Auto fahren. Ganz grundsätzlich steht die Frage im Raum, ob es aufgrund der Lebenserwartung überhaupt sinnvoll ist Fliegen, Kakerlaken, Meerschweinchen und Maulwürfe auszubilden? Zu den menschlichen Darstellern habe ich wenig zu sagen. Zach Galifianakis bleibt hauptsächlich durch körperliche Präsenz in Erinnerung. Bill Nighy spielt den Fiesling überzeugend.

Fazit
Bei einem Film für Kinder drücke ich gerne ein Auge zu, insofern das Ganze stimmt. Das ist leider beim Film "G-Force - Agenten mit Biss" nicht der Fall. Die Handlung ist aus beliebten Motiven zusammengeschraubt. Es gibt die heimatlosen Tiere, die ein Zuhause finden. Einen Oberfiesling mit Allmachtsfantasien. Hinzu kommen ein Rachethema und unübersehbare Anleihen bei "Transformers". Das macht den Eindruck, als hätten sich Erwachsene bei der Produktion ausgelebt. Aber das Ergebnis stufe ich als zumindest für kleine Kinder viel zu hektisch ein. Womit der Film punkten kann ist der 3D-Effekt, der den Bildern eine schöne Tiefe verleiht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Original Filmtitel: G-Force
Land: USA
Jahr: 2009
Laufzeit ca.: 88
Genre: 3DAbenteuerActionAnimationFamilieKomödieKrimi
Verleih: Walt Disney
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 15.10.2009
Heimkino: 25.02.2010

Regie: Hoyt Yeatman
Drehbuch: Hoyt Yeatman • Cormac Wibberley • Marianne Wibberley • Ted Elliott • Terry Rossio • Tim Firth

Schauspieler: Bill Nighy (Saber) • Will Arnett (Kip Killian) • Zach Galifianakis (Ben) • Kelli Garner (Marcie) • Tyler Patrick Jones (Connor) • Piper Mackenzie Harris (Penny) • Gabriel Casseus (Agent Carter) • Jack Conley (Agent Trigstad) • Niecy Nash (Rosalita) • Justin Mentell (Terrell) • Loudon Wainwright III (Grandpa Goodman) • Chris Ellis (FBI Director)

Produktion: Jerry Bruckheimer
Szenenbild: Deborah Evans
Kostümbild: Ellen Mirojnick
Maskenbild: Deborah La Mia Denaver
Kamera: Bojan Bazelli
Musik: Trevor Rabin
Schnitt: Mark Goldblatt • Jason Hellmann


Bild: Walt Disney

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