Das Leben des David Gale

Kinoplakat Leben des David Gale

Ein Aktivist gegen die Todesstrafe soll hingerichtet werden. Ironie des Schicksals oder etwa nicht? Nach dem Willen des Staates Texas wird das Leben des David Gale (Kevin Spacey) in vier Tagen enden. Er soll hingerichtet werden wegen Vergewaltigung und Mord. Die Journalistin Elizabeth Bloom (Kate Winslet), Bitsey genannt, darf den Verurteilten an drei Tagen interviewen.

In den Gesprächen, die im Hochsicherheitstrakt stattfinden, lässt David sein Leben Revue passieren, das der Film in Rückblenden erzählt. Zwischen den Sitzungen beginnen Bitsey und ihr junger Kollege Zack (Gabriel Mann) zu recherchieren. Sie decken Stück für Stück eine Geschichte auf, in deren Mosaik zunächst kein Stein zum anderen passen will. Irgendetwas an der Sache ist faul. David hat auf Bitsey bestanden. Hofft er, sie sei in der Lage sein Leben zu retten? Dem Zuschauer ergeht es nicht besser als Bitsey; er bekommt die Geschichte in denselben kleinen Portionen serviert wie die Journalistin.

David beteuert seine Unschuld, wenngleich alle Beweise gegen ihn sprechen. Bitsey weiß nicht, ob sie ihm Glauben schenken kann. Der Fall ist verwirrend. Professor David Gale soll Constance (Laura Linney), eine Freundin, die er seit Jahren kannte, in seinem eigenen Haus vergewaltigt und ermordet haben. Constance und David standen sich nahe; unter anderem kämpften beide lange Zeit Seite an Seite gegen die Todesstrafe. Ausgerechnet er, der einst der Vorsitzende der Organisation "Death Watch" war, soll jetzt hingerichtet werden. Davids Rechtsanwalt scheint seinen Klienten bereits aufgegeben zu haben. Er ist Bitsey keine große Hilfe. Damit nicht genug wird jeder von Bitseys Schritten von einem mysteriösen Cowboy beschattet. Aus Davids Erzählungen weiß Bitsey, dass dieser Cowboy mit David und Constance in Verbindung steht. Alle drei arbeiteten für die Organisation, die gegen die Todesstrafe kämpft. Es könnte demnach sein, dass dieser Mann nicht nur in den Fall verwickelt ist, sondern eventuell persönliche Rache an David nimmt. Es ist, als zöge jemand die Fäden, an denen Bitsey und Zack hängen. Damit nicht genug, hat Bitsey noch mit den Tücken des Alltags zu kämpfen.

Kritik

"Das Leben des David Gale" ist ein raffiniert konstruierter Psycho-Thriller. Es ist unmöglich zu erraten, wie die Zusammenhänge wirklich sind, denn der Film führt den Zuschauer bewusst in die Irre und legt falsche Fährten.
Ein Manko dieser Erzählweise ist, dass der Film stellenweise auffällig konstruiert wirkt. Bitsey bekommt Beweise zugespielt und knackt einen Gutteil des Rätsels; wobei ihre Wegfindung über das Handtuch und die Gummihandschuhe unglaubwürdig wirkt. Das Auto gibt im richtigen Moment den Geist auf, ein Zug trennt Verfolger und Verfolgten. Trotzdem werten die verwendeten Kniffe und Klischees den Film nicht ab; selbst wenn David sich als Henkersmahlzeit dasselbe Essen wünscht, dass er zuletzt mit seinem Sohn aß.

Fazit
"Das Leben des David Gale" will ein publikumswirksames Plädoyer gegen die Todesstrafe sein. Zugleich ist es ein packender Film, der zwar nicht einfach zu konsumieren und sehenswerter ist.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 80 %


Original Filmtitel: The Life of David Gale
Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2002
Laufzeit ca.: 131
Genre: DramaThriller
Verleih: United International Pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 13.03.2003
Heimkino: 18.09.2003

Regie: Alan Parker
Drehbuch: Charles Randolph

Schauspieler: Kevin Spacey (David Gale) • Kate Winslet (Elizabeth "Bitsey" Bloom) • Laura Linney (Constance Harraway) • Gabriel Mann (Zack) • Rhona Mitra (Berlin) • Matt Craven (Dusty) • Leon Rippy (Braxton Belyeu) • Jim Beaver (Duke Grover) • Elizabeth Gast (Sharon Gale) • Constance Jones (Reporterin) • Lee Ritchey (Joe Mullarkey) • Brandy Little (Kellnerin) • Cindy Waite (Margie) • Jesse De Luna • Vernon Grote

Produktion: Nicolas Cage • Alan Parker
Szenenbild: Geoffrey Kirkland
Kostümbild: Renée Ehrlich Kalfus
Maskenbild: Sarah Monzani
Kamera: Michael Seresin
Musik: Alex Parker • Jake Parker
Schnitt: Gerry Hambling


Bild: United International Pictures

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