Der stille Amerikaner

Kinoplakat stille Amerikaner

Hochkarätig besetztes Gentleman-Drama, das vor den Kulissen des drohenden Vietnamkriegs in den Fünfziger Jahren spielt.

Vietnam 1952: Der englische Journalist Thomas Fowler (Michael Caine) hat sich ein bequemes Leben eingerichtet. Er versucht einen neutralen Standpunkt einzunehmen und in politisch brisanten Zeiten unpolitisch zu sein. Seine Arbeit lässt er schleifen - bis sein Auftraggeber die London Times erwägt ihn nach England zurückzurufen. Fern von der Heimat hat er sich eine vietnamesische Geliebte angelacht, die er gerne heiraten würde, aber seine katholische Ehefrau in London willigte niemals in eine Scheidung ein.

Als der Amerikaner Alden Pyle (Brendan Fraser) nach Saigon kommt, ist es mit Fowlers beschaulicher Ruhe jäh zu Ende. Zunächst verliebt sich der Amerikaner in Fowlers Freundin und hält bei Fowler um ihre Hand an, dann eskalieren die Zustände im Land und Thomas Fowler muss erkennen, dass es nicht länger möglich ist unpolitisch zu sein. Zudem ist der stille Amerikaner nicht mit der Motivation ins Land gekommen, die er vorgibt.
Im Auftrag der amerikanischen CIA versucht Alden Pyle eine dritte Kraft im Land aufzubauen. Seine Mittel sind nicht die feine englische Art. Als Thomas Fowler Augenzeuge eines fehlgeschlagenen Bombenanschlags wird, erwacht er aus seiner zynischen Lethargie. Er muss politisch Farbe bekennen und um seine Geliebte kämpfen. Dabei kommen ihm gewisse politische Umstände sehr gelegen. Er löst auf einen Streich mehrere Probleme auf einen Schlag: den Widersacher abzuschütteln, seine Geliebte zurückzuerobern und im Land bleiben zu können.

Kritik

In Vietnam tobt ein Krieg in dem Franzosen und Amerikaner mitmischen; wobei das Land vor dem Zerfall steht. Bald darauf wird sich der Vietnam-Krieg entspinnen, in dem Amerika eine unrühmliche Rolle spielen wird. Die Schrecken des Krieges spiegeln sich schon jetzt in den Schicksalen der Menschen wider. Fowlers Geliebte Phuong (Do Thi Hai Yen) ist eine Professoren-Tochter, die ihren Lebensunterhalt als Tänzerin bestreitet. Sie ist keine Hure, sondern eine bezahlte Tanzpartnerin, was demütigend ist, denn viele Ausländer sehen sie nicht als Frau und Tanzpartnerin, sondern als bezahltes Objekt.

Vor historischen Hintergrund siedelt der Rivalenkampf zweier Männer, die um dieselbe Frau buhlen. Dabei bleiben der Engländer und der Amerikaner stets Gentleman. Der Rivale rettet sogar das Leben seines Rivalen. Dennoch schickt der Engländer den Amerikaner wissend in eine Falle und nimmt dessen Tod in Kauf. Der Umstand, dass Alden Pyle nicht der harmlose, stille Amerikaner ist, für den er sich ausgibt, sondern ein Mitarbeiter der CIA, der Menschenleben auf dem Gewissen hat, heiligt Fowlers Entscheidung trotz allem keineswegs.

Seine eindringliche Geschichte erzählt der Film in sehr ruhigen Bildern und extrem unaufgeregt. Darin liegt ein Knackpunkt des Films. Obwohl er toll gespielt ist, muss man als Zuschauer bereit sein sich auf einen intensiven, überaus ruhigen Stoff einzulassen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: The Quiet American
Land: AustralienDeutschlandUSA
Jahr: 2002
Laufzeit ca.: 100
Genre: DramaRomantik
Verleih: United International Pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 22.05.2003
Heimkino: 18.11.2003

Regie: Phillip Noyce
Drehbuch: Christopher Hampton • Robert Schenkkan
Romanvorlage: Graham Greene

Schauspieler: Michael Caine (Thomas Fowler) • Brendan Fraser (Alden Pyle) • Do Thi Hai Yen (Phuong) • Rade Serbedzija (Inspector Vigot) • Tzi Ma (Hinh) • Robert Stanton (Joe Tunney) • Holmes Osborne (Bill Granger) • Quang Hai, General The) • Ferdinand Hoang (Mr. Muoi) • Pham Thi Mai Hoa (Miss Hei, Phuongs Schwester) • Mathias Mlekuz (Französischer Offizier) • Kevin Tran (Wachsoldat) • Lap Phan (Wachsoldat) • Tim Bennett (Fotograf) • Jeff Truman (Amerikaner)

Produktion: Staffan Ahrenberg • William Horberg
Szenenbild: Roger Ford
Kostümbild: Norma Moriceau
Maskenbild: Maree McDonald
Kamera: Christopher Doyle
Musik: Craig Armstrong
Schnitt: John Scott


Bild: United International Pictures

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