Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit

Kinoplakat Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit

Mitten im Hafen von New Orleans explodiert während des Mardi Gras am 28. Februar eine Fähre mit über 500 Menschen an Bord. Zu den sofort eingeleiteten Ermittlungen wird außer dem FBI mit Agent Pryzwarra auch der ATF-Agent Doug Carlin eingeschaltet. Doug entdeckt durch Zufall in der Pathologie die verbrannte und verstümmelte Leiche einer hübschen jungen Frau, die angeblich auch bei der Explosion ums Leben kam. Doch der Leichenbeschauer erklärt, dass sie sehr viel früher starb. Doug ist sich sicher, dass es da einen Zusammenhang gibt, und bleibt hartnäckig auf der Spur der jungen Frau namens Claire Kuchever.

Der Film "Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit" ist der neue Action- und Science-Fiction-Knaller von Regisseur Tony Scott. Er ist verantwortlich für internationale Blockbuster wie "Top Gun", "Beverly Hills Cop 2", "Crimson Tide", "Staatsfeind Nr. 1" und "Spy Game", um nur einige zu nennen. Der Film "Déjà Vu" beginnt am 28. Februar in New Orleans. Man feiert Mardi Gras in der Südstaatenmetropole am Mississippi, versucht für ein paar Stunden zu vergessen, dass die Schäden, die sechs Monate zuvor der Hurricane Katrina angerichtet hat, teilweise immer noch nicht behoben sind. Hunderte von fröhlichen Menschen, in erster Linie Navy-Angehörige mit ihren Familien, strömen auf die Fähre, die sie von Algiers nach New Orleans in die berühmte Canal Street im French Quarter bringen wird. Dort wartet eine riesige Mardi-Gras-Party auf die Leute.

Die Fähre legt pünktlich ab, eine Dixie-Kapelle spielt "Oh When The Saints", die vielen Kinder kreischen fröhlich, alles lacht und jubelt und tanzt. Keiner bemerkt den einzelnen Mann, der auf der Crescent City Bridge steht und interessiert das Nähern der Fähre betrachtet. Ein Wachmann patrouilliert im Garagenbereich der Fähre und überprüft die Wagen. Aus einem schweren Geländewagen dröhnt laute Musik, die Beach Boys mit "Don't Worry Baby". Der Sicherheitsbeamte kommt näher, der Wagen ist abgeschlossen. Mit seiner Taschenlampe versucht er in das Innere des Wagens zu leuchten – und entdeckt einen Kofferraum voller Sprengstoff. Doch es ist schon zu spät, in diesem Augenblick, genau um Punkt 10:50 Uhr gehen die Sprengsätze alle gleichzeitig los und machen aus der Fähre ein loderndes Inferno. Das große Schiff sinkt fast sofort, später wird man erfahren, dass es 543 Tote gegeben hat: verbrannt, zerrissen, ertrunken, erstickt.

Der Forensikexperte Larry Minuti (kurzer aber heftiger Auftritt: Matt Craven, bekannt aus "Das Leben des David Gale") soll den Fall übernehmen, aber der Mann ist nirgendwo zu finden. Also erhält sein Kollege Doug Carlin (großartig wie immer: Denzel Washington, bekannt aus "Out Of Time") den Auftrag, auch er ist Beamter vom U.S. Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms, kurz AFT genannt. Diese Behörde wird immer eingeschaltet, wenn es um die Untersuchung von Bombenanschlägen auf Landesebene geht. Doug ist ein alter Hase und geht, trotz seiner Erschütterung über das Ausmaß der Katastrophe, unbeirrbar seiner Aufgabe der Spurensicherung nach. Schon bald findet er unter den Trümmern eindeutige Beweise dafür, dass es sich bei der Explosion um die Explosion einer Bombe gehandelt hat. Als ihm seine Kollegen anhand von Überwachungsbildern von der Brücke beweisen, dass ein einzelner Mann die Explosion beobachtet und anschließend mit einem Motorrad davon gefahren ist, steht für Doug fest: Es war ein terroristischer Anschlag.

Jetzt sucht Doug verstärkt nach Anhaltspunkten, in welche Richtung er seine Untersuchungen führen muss. Diesen Anhaltspunkt findet Doug in der Pathologie. Dort liegt die verbrannte und verstümmele Leiche einer jungen Frau, die den Leichen von der Fähre zugeordnet werden könnten. Aber: ihre Leiche wurde bereits um 10:42 Uhr gefunden, also acht Minuten vor der Explosion. Und es fehlen ihr einige Finger, die ganz eindeutig nicht abgerissen sondern abgeschnitten wurden. Jemand hat also versucht, die Leiche der jungen Frau als weiteres Opfer des Fährunglücks auszugeben. Damit steht für Doug fest, dass die junge Frau, die er als Claire Kuchever (eindrucksvoll: Paula Patton, bekannt aus "Hitch – der Date-Doktor") identifizieren kann, ganz eindeutig etwas mit dem Anschlag zu tun hat. Denn nur der Verantwortliche wusste ja, dass und wann die Explosion stattfinden würde, und wann er also die Leiche der schon vorher von ihm getöteten Frau ins Wasser werfen musste.

Als Doug in Claires kleine Wohnung im French Quarter, dem französischen Viertel von New Orleans, kommt, entdeckt Doug einige Ungereimtheiten, die ihm immer seltsamer vorkommen. Am Kühlschrank hängen farbige Magnetbuchstaben, die den Satz "U can save her – Du kannst sie retten" ergeben. Im Bad entdeckt er Blutspuren und blutige Stoffreste. Auf dem Anrufbeantworter findet er fünf Anrufe. Als er sie abhört, stellt er fest, dass vier davon aus der Zeit vor dem Attentat stammen: zweimal ist ihr Vater darauf, einmal ihre Freundin, einmal wurde wortlos aufgelegt. Doch ein Anruf stammt aus der Zeit nach der Explosion: um 13:48 Uhr hat Doug selbst diese Nummer angerufen! Er erinnert sich, dass ihm ein Kollege eine Nummer gegeben hat, die er unbedingt anrufen sollte. Wie kam Claire an seine Nummer? Und was soll der merkwürdige Satz am Kühlschrank bedeuten? Und warum kommt ihm das alles vage bekannt vor?

Inzwischen hat sich auch das FBI eingeschaltet. Zusammen mit dem Einsatzleiter Jack McCready (überzeugend wie immer: Bruce Greenwood, bekannt aus "I, Robot") und dem FBI-Agenten Pryzwarra (gut wie immer: Val Kilmer) versucht Doug den Ablauf des Terroranschlags auf die Fähre zu rekonstruieren. Von den beiden erfährt Doug schließlich auch, dass sein langjähriger Partner Larry Minuti deshalb unauffindbar war, weil er zu den Opfern des Attentats gehört. Doug versteht nicht, was sein Partner auf der Fähre zu suchen hatte, und warum er niemand etwas davon gesagt hatte. Hatte Minuti vielleicht eine Spur entdeckt und sie eigenmächtig verfolgt? Doch dann weihen die beiden FBI-Agenten Doug in Geheimnis ein, das sein Leben von Grund auf verändert. Wissenschaftler des FBI haben nämlich bei Experimenten ein so genanntes "Wurmloch" in der Zeit entdeckt. Sie konstruierten daraufhin eine komplizierte elektronische Maschine, mit der man durch dieses Wurmloch genau 4 Tage und sechs Stunden in die Vergangenheit "sehen" kann. Über einen großen Bildschirm sieht man – innerhalb eines gewissen Radius – aus allen nur möglichen Blickwinkeln, was sich vor 4 Tagen und sechs Stunden dort abgespielt hat. Das einzige Problem dabei: man kann nichts zurückspulen und noch einmal aus einem anderen Blickwinkel ansehen. Und das Ganze geht nur in dem exakten Zeitrahmen von 4 Tagen und sechs Stunden. So erlebt Doug mit, wie die Fähre von Algiers in Richtung New Orleans ablegt – vor genau 4 Tagen und sechs Stunden. Doug bringt den Projektleiter Denny (Adam Goldberg), die Wissenschaftlerin Shanti (Erika Alexander) und den hoch begabten Computerzauberer Gunnars (Elden Henson) dazu, die Fähre erstmal sein zu lassen, und dafür das Haus von Claire Kuchever zu observieren. Doug ist sich aufgrund der bisherigen Hinweise und einer starken Vorahnung sicher, dass Claire Kontakt zu dem Terroristen hatte. Und tatsächlich: ein Mann (fanatischer Terrorist: Jim Caviezel) ruft auf eine Anzeige Claires hin an und will ihren großen Geländewagen kaufen. Es gelingt, den Anrufer zu lokalisieren und zu identifizieren: Es ist derselbe Mann, der zwei Tage vor dem Attentat in der Nähe der Fähre war! Pryzwarra jubelt, denn nun würde man den Mann ganz sicher schnappen können! Aber Doug ist verzweifelt, denn Claire, für die er inzwischen mehr als nur berufliches Interesse empfindet, wird trotzdem sterben, und er kann nichts dagegen tun! Wirklich nicht? Was wäre, wenn das Zeitfenster nach beiden Richtungen funktionieren würde? Wenn man also nicht nur die Menschen und Ereignisse von vor 4 Tagen und sechs Stunden sehen könnte, sondern mit ihnen Kontakt aufnehmen könnte.

Kritik

Der Film "Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit" ist ein atemberaubender Action-Film und gleichzeitig ein cleverer und logisch genau durchdachter Science-Fiction-Film. Das mit den Zeitreisefilmen ist ja immer so eine Sache, irgendwann stimmt die Logik nicht mehr und es wird nur noch märchenhaft und abenteuerlich. Aber hier konnte ich – und ich bin ein absoluter Fan von Zeitreisefilmen und -büchern – keinen Logikfehler entdecken. Der versierte Drehbuchautor Bill Marsilii hat ganze Arbeit geleistet. Regisseur Tony Scott ist zweifellos ein Meister des Action-Films, auch wenn ihm manche seine visuellen Spielereien und eigenwilligen Schnitttechniken als kontraproduktiv vorwerfen. Aber mir hat auch "Mann unter Feuer", sein vorheriger Film mit dem zweifachen Oscar-Preisträger Denzel Washington, gut gefallen, und der stieß ja sonst auf relativ wenig Gegenliebe.

Der Film "Déjà Vu" besticht nicht nur durch furiose und gigantische Aufnahmen der diversen Explosionen, durch knallharte Action-Szenen, und durch rasante Autojagden, sondern eben auch durch logistisch genau durchdachte Auflösungen der einzelnen Zeitreise-Ereignisse. Ich könnte da natürlich jetzt eine ganze Menge entsprechender Einzelheiten als Beweis anführen, aber das würde die Spannung doch ziemlich mindern. Und spannend ist dieser Film von vorne bis hinten, ein richtiger Nägelbeißer und "unruhig-auf-dem-Sessel-Herumrutscher". Bei mir hätte es jedenfalls fast ein Unglück gegeben, weil ich auf keinen Fall auch nur eine Minute der 120 Minuten dieses fantastischen SF-Thrillers verpassen wollte.

Die Schauspieler sind alle großartig, allen voran Denzel Washington und Paula Patton, die Songs sind von Kennern ausgesucht und punktgenau passend platziert, und der Score von Harry Gregson-Williams hat genau den richtigen Bombast zu bieten, den so ein grandioser Film erfordert.

Fazit
Der Film "Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit" ist einer jener unglaublichen Action-SF-Knaller, bei denen man hinterher erst mal ganz erschlagen im Kino-Sessel hängt, und dann darüber nachdenkt und anfängt mit dem Nachbarn heiß zu diskutieren: "Also, wie war das mit." – "Ja genau, aber dann ist doch." – "Ach so, stimmt, das ist ja dann richtig, weil.". Und dann geht man heim und überlegt sich, was wäre, wenn es tatsächlich so ein Wurmloch gäbe? SF-Filme habe ja schließlich schon sehr oft die Realität vorweggenommen. Sehenswert!
Filmkritik: Julia Edenhofer
Wertung: 80 %


Original Filmtitel: Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit
Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 126
Genre: ActionKrimiScience-FictionThriller
Verleih: Buena Vista
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 22.12.2006
Heimkino: 09.05.2007

Regie: Tony Scott
Drehbuch: Bill Marsilii • Terry Rossio

Schauspieler: Denzel Washington (Doug Carlin) • Paula Patton (Claire Kuchever) • Val Kilmer (Agent Pryzwarra) • Jim Caviezel (Carroll Oerstadt) • Adam Goldberg (Denny) • Elden Henson (Gunnars) • Erika Alexander (Shanti) • Bruce Greenwood (Jack McCready) • Rich Hutchman (Agent Stalhuth) • Matt Craven (Minuti) • Donna W. Scott (Beth) • Elle Fanning (Abbey)

Produktion: Jerry Bruckheimer
Szenenbild: Chris Seagers
Kostümbild: Ellen Mirojnick
Maskenbild: Carla Brenholtz • Greg Funk • Edouard F. Henriques • Robin Mathews • Paige Reeves • LeDiedra Richard-Baldwin • Kellie Robinson • Kathe Swanson • Yolanda Toussieng
Kamera: Paul Cameron
Musik: Jared Lee Gosselin • Harry Gregson-Williams
Schnitt: Jason Hellmann • Chris Lebenzon

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Bild: Buena Vista

1 customer review

gut
22.12.06
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