Die Eiskönigin

Kinoplakat Eiskönigin

Während der Krönungsfeier gerät die magisch begabte Königin Elsa derart in Stress, dass sie versehentlich ihr Königreich in ein Reich aus Eis und Schnee verwandelt und kopflos flieht. Ihre Schwester Anna folgt ihr und will das Unglück ungeschehen machen. Hilfe bekommt sie von Kristoff und dem Schneemann Olaf.

Kritik

Der Film nutzt sehr frei Motive des Märchens der Schneekönigin von Hans Christian Andersen. Die Handlung spielt in einem fiktiven Europa und stellt zwei Schwestern in den Mittelpunkt, während es im Märchen Mädchen und Junge sind. Die Motivation der agierenden Personen entspringt wiederholt der Fürsorge und löst das Gegenteil aus. So werden die Mädchen im Kindesalter getrennt. Die schmerzhafte Isolierung ist anfangs der tragende Faktor, der gleichzeitig in groben Sprüngen überleitet. Später ist die Handlung eine Mischung aus Flucht und Verfolgungsjagd.

Handwerklich missfallen mir die mangelnde Tiefe und die flache Ausformung der Charaktere. So gibt es beispielsweise keine Entwicklungen und die Motive der Personen sind teils wenig nachvollziehbar. Zudem wünsche ich mir Erklärungen. Woher hat Elsa ihre Kraft? Warum erzählt er ihr nicht, dass er sie bei den Trollen gesehen hat? Kinder ohne die Darlegung von Gründen voneinander zu trennen mag vor Urzeiten, in denen die Handlung spielt, Teil der Erziehung gewesen sein. In einem Film des Jahres 2013 finde ich es unangebracht. Wirklich erschütternd ist die Idee eine Gehirnwäsche zu verharmlosen.

An den Bildern fallen mir die in einigen Szenen schlichten Hintergründe auf. Und wenn ich mich nicht täusche, produziert nur Hans Atemwolken? Zwischen den Szenen vermisse ich Übergänge; Abschnitte folgen in holperigem Tempo. Eine Geschmacksfrage sind die Gesangsnummern, die mir nicht nur hinsichtlich der Anzahl, sondern auch qualitativ missfallen.

Fazit
Bis endlich der schwule Schneemann auftritt, finde ich die Handlung lahm. Sie bedient den derzeitigen Trend zur Prüderie. Es gibt zwischen denen, die ein Paar werden könnten, nur einen Kuss auf die Wange und keine Liebe. Wäre ich ein Schelm, würde ich den Umstand loben, in einem Trickfilm gleich zwei schwule Helden einzubauen. Alles in allem trifft der Film meinen Geschmack nur bedingt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Alternativtitel: Die Eiskönigin - Völlig unverfroren
Original Filmtitel: Frozen
Land: USA
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 102
Genre: 3DAbenteuerAnimationFamilieKomödieMärchenMusik
Verleih: Walt Disney
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 28.11.2013
Heimkino: 03.04.2014

Regie: Chris Buck • Jennifer Lee
Drehbuch: Jennifer Lee

Sprecher: Hape Kerkeling (Olaf) • Willemijn Verkaik (Elsa)

Produktion: Peter Del Vecho
Szenenbild: David Womersley
Musik: Kristen Anderson-Lopez • Robert Lopez • Christophe Beck
Schnitt: Jeff Draheim


Bild: Walt Disney

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