L.I.E.

Kinoplakat Lie

Der 15-jährige Howie erlebt den ersten Erdrutsch seines Lebens. Nach dem Unfalltod der Mutter wird sein Vater verhaftet und Howies sexuelle Orientierung scheint nicht der Norm zu entsprechen.

Howie ist 15 und durchlebt eine beschissene Phase. Seine Mutter ist kürzlich verstorben und sein Vater hat flugs eine neue Freundin ins Haus geholt. Die mangelnde Zuwendung versucht er durch Geld wett zu machen. Kein Wunder also, dass Howie sich woanders Halt sucht. Mit seinen Kumpels bricht er regelmäßig in Häuser des Vororts ein. Nicht um Beute zu machen, sondern um die Zeit totzuschlagen. Was er nicht weiß, sein Freund Gary ist einer der Stricher, die sich an der Raststätte ein paar Dollar verdienen. Einer der Freier ist Big John (Brian Cox). Der Ex-Marine feiert gerade Geburtstag als Howie und Gary in sein Haus einsteigen. Sie erbeuten unter anderem Pistolen; Howie verliert bei dem Bruch die Hosentasche seiner Jeans.
Wie ein Spürhund macht sich Big John auf die Suche nach dem Jungen, dem an der Jeans eine Hosentasche fehlt. Derweil kommt es zwischen Gary und Howie zu sehr vorsichtigen Annäherungen. Keiner von beiden würde zugeben homosexuell zu sein, aber beide haben mehr als Interesse aneinander. In einer eigenartigen Szene erkunden Howie und Gary das Zuhause des jeweils anderen. Im Gegenschnitt beobachtet man die Jungen wie sie das Zimmer des Freundes entdecken und erkunden. Obwohl Gary Howie verspricht gemeinsam mit ihm auszureißen, macht er sich eines Tages allein auf den Weg; dabei nimmt er eine von Big Johns Pistolen mit und die Barschaft von Howies Vater. Big John hat Howie mittlerweile aufgespürt und fordert seine Waffen zurück, beziehungsweise eine Entschädigung. Wie die aussehen könnte, zeigt er Howie anhand eines Pornovideos.

Unvermittelt wird Howies Vater wegen eines Bauskandals verhaftet und Big John übernimmt vorübergehend die Vaterstelle. Aber die aufkeimende Vater-Sohn-Beziehung wird nicht zustande kommen.

Kritik

"L.I.E." ist die Abkürzung für Long Island Expressway - steht im Film ebenso für die vielen Lügengebäude des Vororts von New York. Gary, der nicht mit offenen Karten spielt, Howie, der in der Schule quertreibt, Howies Vater, der den Sohn vernachlässigt, oder Howies Kumpel, der Sex mit seiner Schwester hat ... Ein Mikrokosmos wie er für einen (amerikanischen) Vorort typisch ist. Hinter den sauberen Fassaden spielt das wahre Leben. Big John, der Ex-Marine hat ein schlechtes Gewissen wegen seiner Homosexualität. Dennoch ist er nicht nur der Freier, sondern entwickelt für Howie väterliche Gefühle und steht ihm in der Not bei.
Howie ist auf der Suche nach einer Richtung in seinem Leben, doch fast scheint es, als sei der verfluchte L.I.E, der nicht nur Howies Mutter das Leben kostete, die einzige Gerade in der Gegend. Am Ende des Films hat Howie eine harte Lektion gelernt. Er balanciert zwar auf dem Geländer der Autobahnbrücke, aber er wird nicht springen und der L.I.E wird ihn nicht kriegen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Alternativtitel: Long Island Expressway
Land: USA
Jahr: 2001
Laufzeit ca.: 97
Genre: DramaKrimiLGBT
Stichwort: Coming of Agegay
Verleih: Movienet Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 12.06.2003
Heimkino: 06.11.2003

Regie: Michael Cuesta
Drehbuch: Michael Cuesta • Steve Ryder

Schauspieler: Brian Cox (Big John) • Paul Dano (Howie) • Billy Kay (Gary) • Bruce Altman (Marty Blitzer) • James Costa (Kevin Cole) • Tony Michael Donnelly (Brian) • Walter Masterson (Scott) • Marcia DeBonis (Beraterin) • Adam LeFevre (Martys Anwalt)

Produktion: Rene Bastian • Michael Cuesta • Linda Moran
Szenenbild: Elise Bennett
Kostümbild: Danny Glicker
Maskenbild: Persefone Karakosta
Kamera: Romeo Tirone
Musik: Pierre Földes
Schnitt: Eric Carlson • Kane Platt


Bild: Movienet Film

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