Mein Bester & Ich

Kinoplakat Mein Bester und Ich

In der Culture-Clash Comdey treffen ein bonierter weißer Amerikaner und ein großmäuliger Afro-Amerikaner aufeinander. Was die Sekretärin des reichen Mannes als untragbar einstuft, wird eine für beide Seiten bereichernde Zusammenarbeit. Das klingt, als sei der Zuschauer der lachende Dritte.

Dell (Kevin Hart) fällt die Rückkehr in ein geregeltes Leben nicht leicht, weil er, wenn er ehrlich ist, kein Interesse daran hat. Er ist es gewohnt keine Verantwortung zu übernehmen und irgendwie durchzukommen. Das hält ihm seine Ex-Frau vor, als er es wagt bei ihr und seinem Sohn aufzutauchen. Das nächste Problem besteht darin, dass Dell drei Vorstellungsgespräche nachweisen muss. Also klappert er lustlos zwei miese Jobs ab und landet dann bei Phillip, der einen neuen Pfleger sucht. Die meisten Kandidaten sind bei dem querschnittgelähmten Millionär sofort durchgefallen. Dell gelingt es, Phillips rechte Hand Yvonne gleich gegen sich einzunehmen. Im Gegensatz zu Phillip, der Dell auf die Probe stellen will.

Der tritt am nächsten Morgen die Stelle als Pflegekraft an. 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche soll er Phillip pflegen. Da sein Auftraggeber vom Hals ab querschnittgelähmt ist, gehört alles zum vollen Service. Aus dem Bett holen, waschen, anziehen und Krankengymnastik. Das ist für Dell ungewohnt harte Kost und er würde die Stelle am liebsten nach kurzer Zeit wieder hinschmeißen, doch zwischen ihm und Phillip ist eine Verbindung entstanden, von der beide Männer profitieren. Dell lockt Phillip aus der Reserve und Phillip bringt Dell bei Verantwortung zu übernehmen. Das funktioniert nicht ohne Reibung, aber doch erstaunlich gut.

Kritik

Der Film "Mein Bester & Ich" ist das amerikanische Remake von "Ziemlich beste Freunde" aus dem Jahr 2011. Viele Elemente wurden in das neue Drehbuch übernommen und nur leicht modernisiert und vor allen Dingen amerikanisiert. Während das Original auf laute Töne setzt und seine Darsteller vorführt, will "Mein Bester & Ich" mit dem Gegenteil punkten. Die Komödie möchte den Zuschauer mitnehmen und Mitgefühl für seine Figuren erzeugen. Das gelingt allerdings nur bedingt. Kevin Hart als Dell spielt nicht den Hampelmann wie zuletzt in "Night School", sondern schlägt leise Töne an und bleibt damit relativ blass. Wie auch Bryan Cranston, der nur mit Gesicht und Stimme arbeiten kann. Nicole Kidman spielt die Sekretärin altjüngferlich und bietet gleichfalls wenig Ausdruck. Alles in allem beeindruckt das Schauspiel wenig und macht wie der gesamte Film einen entschleunigten Eindruck.

Die Änderungen an der Geschichte sind nur bedingt gelungen. Wenn Dell durch Phillip zum Opern-Fan wird, fehlt die Glaubwürdigkeit. Umgekehrt versucht Dell Phillip von Aretha Franklin zu überzeugen. Was, wie so viele politisch korrekte Momente des Films, eine ebensolche Idee bleibt.
Gar nicht überzeugend ist der Penis-Sketch: Während Dell Phillips Katheter wechseln soll, ohne dabei das Wort Penis in den Mund zu nehmen und ohne das Ding eines anderen Mannes anzufassen, bekommt der Patient eine Erektion. Die dann vor Yvonne versteckt werden muss. Vielleicht soll diese überflüssige Szene verdeutlichen, dass es nicht um eine homoerotische Beziehung geht. Ungeschickt an der Szene ist, dass Kevin Hart in der Vergangenheit durch homophobe Sprüche auffiel. Jüngst war ihm daran gelegen zu betonen, nicht mehr schwulenfeindlich zu sein. Was diese eigenartige Szene wieder infrage stellt. Ich will das allerdings nicht überbewerten und sage: die nicht lustige Episode ist überflüssig.

Fazit
Selbst wenn ich das französische Original nicht mit der Neuverfilmung vergleiche, dann ist "Mein Bester & Ich" als Komödie wie entkoffeinierter Kaffee: Kann man trinken, aber das Wahre ist es nicht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Original Filmtitel: The Upside
Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 126
Genre: DramaKomödie
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 21.02.2019
Heimkino: 28.06.2019

Regie: Neil Burger
Drehbuch: Jon Hartmere • Éric Toledano • Olivier Nakache

Schauspieler: Kevin Hart (Dell Scott) • Bryan Cranston (Phillip Lacasse) • Nicole Kidman (Yvonne Pendleton) • Aja Naomi King (Latrice) • Jahi Di'Allo Winston (Anthony) • Genevieve Angelson (Jenny) • Golshifteh Farahani (Maggie) • Tate Donovan (Carter) • Julianna Margulies (Lily) • Suzanne Savoy (Charlotte) • Michael Quinlan (Jack) • James Georgiades (Police Sergeant)

Produktion: Todd Black • Jason Blumenthal • Steve Tisch
Szenenbild: Mark Friedberg
Kostümbild: Kasia Walicka-Maimone
Maskenbild: Don Kozma • Bernadette Mazur
Kamera: Stuart Dryburgh
Musik: Rob Simonsen
Schnitt: Naomi Geraghty


Bild: Constantin Film

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