Moulin Rouge

Kinoplakat Moulin Rouge

Immer wenn man denkt, Hollywood hätte alle historischen Stoffe und Mythen durch den Kitsch-Wolf gedreht, dann setzt die Traumfabrik noch eins drauf. Im Herbst 2001 übertrifft Moulin Rouge vieles. Zumindest mir ist bis dato kein Film bekannt, der derart wie ein Best Of auftritt.

Stelle Dir vor, Du gehst ins Theater. Aufgeführt wird ein Stück mit dem komplizierten Namen: "Die Kameliendame trifft ihren Liebhaber im Disneyland. Ein Reigen so bunt und überdreht wie ein Cartoon, musikalisch eine Verbeugung vor allem, was an Popmusik Rang und Namen hat". Dieser Titel ist freilich viel zu kompliziert, deshalb heißt das Kind einfach "Moulin Rouge".

Die Handlung ist simpel: Ein junger Schriftsteller kommt ins Sündenbabel Montmartre. Dort lernt er Satine, die reizende Hauptattraktion des Varieté kennen. Doch als ihre Liebe, immer bedroht durch den lüsternen Duke, erste Früchte zu tragen beginnt, wird die Gute durch die Schwindsucht dahingerafft.

Die Gesangsnummern lassen mich manchmal besorgt fragen, ob mir jemand etwas in den Softdrink gemischt hat? Im Tempo eines klassischen Cartoons, unterlegt mit Geräuschen wie in asiatischen Kampffilmen, siedeln viele Nummern zwischen Werbespot und Rausch. Sie sind derartig eigenartig, dass sie eine Komik entwickeln, bei der ich nicht mit Sicherheit sagen kann ob es Absicht oder Versehen ist. Im rasanten Tempo spult der Film seine Story ab. Wie in einer Achterbahn, bei der die Bremsen versagen, wird der Zuschauer durch den Film gejagt.

Geschichtstreue legt der Film nicht an den Tag. Toulouse-Loutrec war demnach kein Maler mit verkrüppelten Beinen, sondern ein kleinwüchsiger, schauspielernder Alkoholiker. Das Moulin Rouge ist zwar ein Amüsierbetrieb, doch das wird nur angedeutet.

Fazit
Bei mir hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck. Was auch darin begründet liegen kann, dass ich mich für Musicals nur selten erwärme. Und dieses Werbespot-Musical ist wirklich herausfordernd.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2001
Laufzeit ca.: 126
Genre: DramaKomödieMusikRomantik
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 18.10.2001
Heimkino: 07.03.2002

Regie: Baz Luhrmann
Drehbuch: Baz Luhrmann • Craig Pearce

Schauspieler: Nicole Kidman (Satine) • Ewan McGregor (Christian) • John Leguizamo (Toulouse-Lautrec) • Jim Broadbent (Harold Zidler) • Richard Roxburgh (The Duke) • Garry McDonald (Doktor) • Jacek Koman (Argentinier) • Matthew Whittet (Satie) • Kerry Walker (Marie) • Caroline O'Connor (Nini) • Christine Anu (Araberin) • Natalie Mendoza (China Doll)

Produktion: Fred Baron • Martin Brown • Baz Luhrmann
Szenenbild: Catherine Martin
Kostümbild: Manolo Blahnik • Catherine Martin • Angus Strathie
Maskenbild: Maurizio Silvi
Kamera: Donald McAlpine
Musik: Craig Armstrong
Schnitt: Jill Bilcock


Bild: 20th Century Fox

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