Niemandsland - The Aftermath

Kinoplakat Niemandsland

Das zeitlose Drama spielt in der Nachkriegszeit und lässt Menschen auftreten, die versuchen wieder in die Normalität zu finden. Was in den Nachwehen des Kriegs schwierig ist. Erschwerend kommen persönliche Schicksale hinzu. Sieger und Besiegte kämpfen mit Trauer und Verlust.

Der Zweite Weltkrieg ist beendet und Deutschland als Verlierer daraus hervorgegangen. In Hamburg sind die Briten bemüht, den Deutschen beim Wiederaufbau ihrer Stadt zu helfen. Federführend ist Oberstleutnant Lewis Morgan, der sein Bestes gibt, den ehemaligen Feind zu unterstützen. Als seine Frau Rachael ihm nachreist, herrscht in Deutschland eisiger Winter und auch zwischenmenschlich ist das Klima frostig. Die Morgans beziehen ein großes Herrenhaus mit Personal. Lewis entscheidet, dass die Vorbesitzer bleiben dürfen zu dem Preis auf den Dachboden umziehen zu müssen. Für Rachael ein Unding, denn sie sieht in Stephan Lubert (Alexander Skarsgård) und dessen Tochter nur zwei Nazis. Zudem liegt ein Schatten über der Ehe der Morgans: eine unausgesprochene Schuldfrage, die beide belastet und die Ehe zu zermürben droht.

Kritik

Die Grundlage für das Drama ist ein Traum, weil es auf großen Themen basiert wie Verlust und Schuldgefühle, Macht und Ohnmacht, Trauer, Wut und Verlust. Mann und Frau gehen unterschiedlich mit dem Verlust ihres Kindes um und missverstehen einander. Sie leidet still, er geht in die Aktion. Als ein anderer Mann auftaucht, der ihr das bietet, was sie bei ihrem Ehemann vermisst, geht sie eine Affäre ein. Zudem muss sie mit der Situation leben in Deutschland eine Besetzerin zu sein, die nicht willkommen ist. Weitere Bausteine sind Luberts Fall, in dem er beweisen muss, kein Nazi gewesen zu sein und seine Tochter, die Gefahr läuft, in die Freischärlerbewegung gezogen zu werden. Zudem ist das Verhältnis zwischen Besetzern und Besetzten schwierig.

Der Film beweist, dass aus der guten Grundlage nicht zwangsläufig ein großes Drama wird, denn es fehlt ihm an Konsequenz und am Interesse für seine Figuren. Die Schauspieler hätten mehr Führung brauchen können. Zum Beispiel bleibt Keira Knightley in ihrem Spiel zu britisch unterkühlt. Warum sie Luberts Charme erliegt ist als Situation verständlich, doch vom Spiel wenig glaubwürdig, weil die zwei Schauspieler kein Feuer füreinander entwickeln. Alexander Skarsgårds Problem beweisen zu müssen, zwar ein brillanter Architekt und trotzdem kein Nazi zu sein, entspricht nicht der aufgebauten Dramatik, denn es ist plötzlich gegenstandslos. Als Charakter ist er kaum fassbar. Jason Clarke darf viel Gefühl und Einfühlungsvermögen zeigen. Seine Rolle ist für die Zeit zu modern angelegt. Alles in allem läuft die Handlung darauf hinaus viele Versatzstücke anzusprechen und dabei spröde zu bleiben.

Darüber trösten andere Aspekte ein wenig hinweg. Das Szenenbild ist stimmig und die Idee, den Zweiten Weltkrieg aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen gefällt. Außerdem ist "Niemandsland - The Aftermath" auch kein Tränenrührstück geworden. In der Originalfassung sprechen die Deutschen Deutsch; was nicht durchgängig gelungen ist. Der Schwede Alexander Skarsgård spricht stark Dialekt gefärbt.

Fazit
Es ist bedauerlich, dass aus dem Roman, der teils biografische Züge trägt, auf diese Weise umgesetzt ist. Die Kreativen hätten mehr daraus machen können.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Alternativtitel: Niemandsland – The Aftermath
Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 108
Genre: DramaHistorieKriegRomantik
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 11.04.2019
Heimkino: 26.09.2019

Regie: James Kent
Drehbuch: Joe Shrapnel • Anna Waterhouse • Rhidian Brook
Literaturvorlage: Rhidian Brook

Schauspieler: Keira Knightley (Rachael Morgan) • Jason Clarke (Lewis Morgan) • Anna Katharina Schimrigk (Heike) • Jack Laskey (Wilkins) • Fionn O'Shea (Barker) • Kate Phillips (Susan) • Martin Compston (Burnham) • Alexander Skarsgård (Stephen Lubert) • Mirco Kuball (Soldier) • Rosa Enskat (Greta) • Frederick Preston (Michael Morgan) • Flora Thiemann (Freda Lubert) • Monika Foris Kvasnicková (German Woman) • Logan Hillier (British Captain) • Jannik Schümann (Albert) • Jim High (British Soldier)

Produktion: Jack Arbuthnott • Malte Grunert
Szenenbild: Sonja Klaus
Kostümbild: Bojana Nikitovic
Maskenbild: Barbara Kreuzer
Kamera: Franz Lustig
Musik: Martin Phipps
Schnitt: Beverley Mills


Bild: 20th Century Fox

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