Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat

Kinoplakat Operation Walküre Stauffenberg Attentat

Geschichtsschreibung auf amerikanische Art: Der fesche Claus Schenk Graf von Stauffenberg leistet Widerstand gegen Hitler. In der Rolle des Helden: Tom Cruise.

Als ich einen TV-Bericht über den Filmstart in Amerika sah, sagte eine Frau, dass sie vom Widerstand gegen Hitler bislang gar nichts gewusst hätte. Zunächst dachte ich, typisch Amerikaner ... Doch dann folgte der Gedanke, dass es streng genommen auch nicht amerikanische, sondern deutsche Geschichte ist. Ein weiteres Vorurteil zerbröselte beim Sehen des Films. Regisseur Bryan Singer, der unter anderem die X-Men-Filme drehte, hat seine Aufgabe besser gemacht, als ich erwartet hätte.

Es beginnt mit einer Einführung der Figur des Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Tom Cruise), der im Afrikakrieg verwundet wird. Zurück in Deutschland ist Stauffenberg desillusioniert und schließt sich einer Widerstandsgruppe an, die plant, Hitler zu töten. Dazu ändert Stauffenberg zunächst den Plan Operation Walküre, der dazu dienen sollte, Aufstände zu unterdrücken. Später folgte das eigentliche Attentat.

Kritik

"Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" ist treffend als eine gespielte Geschichtsstunde aus Hollywood zu beschreiben. Ihr Schwerpunkt liegt nicht auf der Ausleuchtung und Erforschung der Charaktere, sondern auf der Darstellung des Heldentums. Das ist bedauerlich, gerade weil es interessant gewesen wäre, die möglichen Beweggründe der Widerständler zu erforschen. Und die Handlung stellenweise zu glatt ausfällt. Das Heldentum wiederum ist solide in Szene gesetzt. Lokalkolorit und Timing sind stimmig. Nur wenige Momente wirken etwas effektheischend, etwa wenn Stauffenbergs Auge ausläuft und im Sand eine nasse Spur entsteht. Die meiste Zeit überwiegt das stimmige Bild.

Dennoch vermisse ich den Eindruck, dass Krieg herrscht, weil nach der Szene in Afrika der eigentliche Krieg in die Ferne gerückt ist. Es folgen auffällig viele Innenaufnahmen, zu denen ein spitzfindiger Mensch anmerken kann, dass Innenaufnahmen billiger herzustellen sind als Außenaufnahmen. Wenig zu meckern gibt es an den Darstellern. Es dominieren markante Gesichter, die eine insgesamt solide Darstellung abliefern.

Fazit
Alles in allem finde ich vieles an diesem Film zweitrangig. Etwa die Frage, ob er in Deutschland viel oder wenig Geld einspielt? Ebenso die Frage der handwerklichen und darstellerischen Qualität. Entscheidend ist, dass er dazu beiträgt, das Bild zu verändern, dass die Welt von Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg hat. Und diese Aufgabe erfüllt er.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: Valkyrie
Land: DeutschlandUSA
Jahr: 2008
Laufzeit ca.: 120
Genre: BiografieDramaHistorieKrieg
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 22.01.2009
Heimkino: 20.07.2009

Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Christopher McQuarrie • Nathan Alexander

Schauspieler: Tom Cruise (Oberst Claus von Stauffenberg) • Kenneth Branagh (Major-General Henning von Tresckow) • Bill Nighy (General Friedrich Olbricht) • Tom Wilkinson (General Friedrich Fromm) • Carice van Houten (Nina von Stauffenberg) • Thomas Kretschmann (Major Otto Ernst Remer) • Terence Stamp (Ludwig Beck) • Eddie Izzard (General Erich Fellgiebel) • Kevin McNally (Dr. Carl Goerdeler) • Christian Berkel (Mertz von Quirnheim) • Jamie Parker (Oberleutnant Werner von Haeften) • David Bamber (Adolf Hitler) • Tom Hollander (Heinz Brandt) • David Schofield (Erwin von Witzleben)

Produktion: Gilbert Adler • Christopher McQuarrieBryan Singer
Szenenbild: Lilly Kilvert • Patrick Lumb
Kostümbild: Joanna Johnston
Maskenbild: Mareike Maya Mietke
Kamera: Newton Thomas Sigel
Musik: John Ottman
Schnitt: John Ottman


Bilder: 20th Century Fox

1 customer review

gut
22.01.09
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