Tristan & Isolde

Kinoplakat Tristan und Isolde

Ein stark romantisches Epos, das voll und ganz den romantischen Anteil der Sage herausarbeitet.

Großbritannien im 5. Jahrhundert. Die Stämme Englands sind uneins und befinden sich in einer Dauerfehde mit dem irischen König Donnchadh (David Patrick). Soeben ist der Versuch eine neue Allianz zu schmieden gescheitert und mehr noch: Das Treffen wurde verraten und Lord Marke (Rufus Sewell), der das Leben des jungen Tristan rettete, verliert seine Hand im Kampf um Leben und Tod.

Zeitsprung: Jahre später ist Tristan (James Franco) zu einem ansehnlichen jungen Mann herangewachsen, der seinem Herrn treu ergeben ist. Als eine Einheit des irischen Königs den fälligen Tribut einfordert, verfolgen er und seine Männer die verhassten Iren und vernichten sie in einem Hinterhalt. Tristan wird dabei von einer vergifteten Klinge verwundet und fällt in eine Starre. Man erweist dem Totgeglaubten die letzte Ehre in einer Zeremonie der Wikinger: Der Aufgebahrte wird in einem Boot, das in Brand geschossen wird, dem Meer übergeben.

Doch der Scheintote überlebt die Seebestattung und wird an der irischen Küste angeschwemmt. Dort findet ihn Isolde (Sophia Myles), die Tochter des Königs. Sie entbrennt augenblicklich in inniger Liebe zu dem Fremden und pflegt ihn in einer verlassenen Hütte gesund. Dabei missachtet sie die Warnungen ihrer Zofe und die Verbindung zwischen den Liebenden wird immer inniger. Da allerdings Isolde ihren wirklichen Namen verschweigt, weiß Tristan nicht, wem er in Wahrheit sein Leben verdankt. Er kehrt also unwissend in seine Heimat zurück - und so kann das Unglück seinen Lauf nehmen, denn der irische König ersinnt eine List.

Kritik

Der Film "Tristan & Isolde" kommt aus der ganz großen Romanitkecke. Mehr als das große Sehnen solltest du nicht erwarten, weil er in den meisten anderen Belangen enttäuscht. Mich begeistert er in keiner Hinsicht. Zum einen hatte ich von einem Film des finsteren Mittelalters mehr Ritter und Kostüme erwartet. "Tristan und Isolde" fehlen monumentale Schlachten, stattdessen präsentiert er Einzelkämpfe. Laut Produktion um die Einzelschicksale besser zu beleuchten. Was auch das Budget schont. Die Kostüme wirken verstaubt, aber nicht beeindruckend. Zudem bewegen sich die Schauspieler darin wie Menschen des 21. Jahrhunderts. Da sie auch sprechen und handeln wie Menschen der Jetztzeit ergibt sich das eigenartige Bild, dass die Bauten, Requisiten und Kostüme dem Mittelalter entspringen, die Menschen jedoch nicht. Das ist sicherlich gewollt, denn wie bereits in "Troja" und "Königreich der Himmel" stehen nicht die Heldentaten im Vordergrund, sondern die Verletzbarkeit der Helden. Wahrscheinlich deshalb verlaufen die Konflikte regelmäßig zugunsten von Harmonie. Das gipfelt darin, dass Lord Marke, der von den zwei Menschen, die er am meisten liebte, belogen, betrogen und verraten wurde, den sterbenden Tristan zu Isolde schleppt, damit die sich von ihm verabschieden kann. Das ist romantisch, aber handelt ein Mensch der Zeit so? Überspitzt gesagt wird dadurch der Mythos ausgehebelt. Isolde hat den markigen Lord Marke geheiratet, der sie aufrichtig liebt und ein Frauenversteher ist. Somit bleibt unklar, weshalb sie weiterhin dem belanglosen Tristan nachschmachtet.

Eine ausdrucksstarke Truppe an Darstellern und ein versierter Regisseur hätten aus dem schwachen Drehbuch sicherlich mehr zaubern können, als es der Fall ist. Sophia Myles ist als Isolde nett anzusehen. Allerdings frage ich mich, warum eine irische Prinzessin blond ist? James Franco gibt den zerknirschten, romantischen Helden, der unter der Last seiner seelischen Pein nur einen einzigen Gesichtsausdruck zutage trägt. Und selbst Rufus Sewell, eine der interessanten Figuren des Films, zeigt kaum Bandbreite.

Fazit
Die politische Brisanz der Zeit wird angeschnitten und nicht ausgebaut, denn der Film versucht der romantischen Vorlage mehr als gerecht zu werden. Allerdings verheddert er sich in Widersprüchen. Das ausdrucksarme Schauspiel füllt die große Kinoleinwand nicht und scheint als netter Zweiteiler im Fernsehprogramm besser aufgehoben.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: DeutschlandGroßbritannienUSA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 123
Genre: ActionDramaHistorieKostümKriegRomantik
Verleih: Kinowelt
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 18.05.2006
Heimkino: 15.12.2006

Regie: Kevin Reynolds
Drehbuch: Dean Georgaris

Schauspieler: James Franco (Tristan) • Sophia Myles (Isolde) • Rufus Sewell (Marke) • David O'Hara (Donnchadh) • Mark Strong (Wictred) • Henry Cavill (Melot) • Bronagh Gallagher (Bragnae) • Ronan Vibert (Bodkin) • Lucy Russell (Edyth) • JB Blanc (Leon) • Graham Mullins (Morholt) • Leo Gregory (Simon ) • Thomas Sangster (Tristan, jung)

Produktion: Liza Ellzey • Giannina Facio • Moshe Diamant • Elie Samaha
Szenenbild: Mark Geraghty
Kostümbild: Maurizio Millenotti
Maskenbild: Manlio Rocchetti
Kamera: Arthur Reinhart
Musik: Anne Dudley
Schnitt: Peter Boyle


Bild: Kinowelt

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