Robin Hood

Kinoplakat Robin Hood

Der Spielfilm wirft die Frage auf: Wie konnte Robin Hood zum Mythos werden? In der Hauptrolle Russel Crowe als Robin Longstride.

Der Name Robin Hood (Russell Crowe) ist untrennbar verbunden mit dem Mythos eines Mannes, der von den Reichen nahm und es den Armen gab. Dieser Kämpfer für die gerechte Sache lebte mit seinen Männern in den mittelalterlichen Wäldern Englands. So will es der Mythos. Der Film erzählt jedoch nicht von den Heldentaten des Mannes, sondern die Vorgeschichte. Wie wurde Robin Longstride zum Kämpfer für das Gute? Anders gesagt: ein Prequel. Das ist in den letzten Jahren ein beliebtes Vorgehen, das nicht immer überzeugt.
"Robin Hood" hat dennoch gute Voraussetzungen, denn der Film wird nicht nachgeschoben, sondern erzählt sogleich die Vorgeschichte. Trotzdem stellt sich die Frage, ob Regisseur Ridley Scott der richtige auf dem Regiestuhl ist, denn "Gladiator" und "Königreich der Himmel" tragen dieselbe Handschrift. Und auch "Robin Hood" ist eindeutig ein Bruder der genannten Filme. Und wer diese gesehen hat, hat eine gute Vorstellung von Robin Hood.

In "Robin Hood" Film kämpfen markige Männer in groß angelegten Schlachten. Wobei es dem Film nicht gelingt, so dreckig zu wirken, wie es zu erwarten steht. Die Kämpfe geschehen zwar brutal, aber laufen stets ohne Blutvergießen ab. Das kommt der Freigabe zugute (FSK 12) - der Handlung jedoch nicht, weil die Kampfszenen zu sauber ablaufen. Auch nicht überzeugend fallen die Dialoge aus. Es verwundert, wie wenig insgesamt gesprochen wird. Und dass es Menschen gelingt, in jeder Lebenslage so zu sprechen, wie vom Blatt abgelesen. Selbst im Sterben wird noch über die starke Vater-Sohn-Bindung philosophiert. Dadurch kommt die Handlung schnell auf den Punkt; gleichzeitig bleiben die Charaktere eindimensional. Maid Marian als eine Art Jeanne d'Arc zu inszenieren ist eine witzige Idee, die jedoch nicht so recht in den Rahmen passen will.

Neben der berechtigten Kritik, gibt es auch Lichtblicke. Etwa dass Ridley Scott eine handwerklich solide Arbeit abliefert, die Fans nicht enttäuscht. Zudem bietet der Film alles, was das Publikum erwartet. Eine klare Trennung von Gut und Böse, Intrigen und kleine gespielte Witze. Robin verliebt sich in Maid Marian und die späteren Kameraden und Kampfgefährten werden eingeführt. Eine denkbare Erklärung für den Werdegang eines Robin Hood - die allerdings über Allgemeinplätze nicht hinauskommt.

Fazit
Der Film "Robin Hood" beweist, dass eine lange Lauflänge nicht zwangsläufig ein Epos ergibt und großes Schlachtgetümmel nicht immer beeindruckt. Nach der zunächst zähen Anlaufzeit kommt zwar Schwung in die Sache, aber die Solidität des Ganzen ist Segen und Fluch zugleich. Die Regie ist ordentlich, die Schauspieler gut. Doch das Drehbuch ist eine schwache Grundlage aus der sich bei aller Mühe kein Meisterwerk zaubern lässt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2010
Laufzeit ca.: 140
Genre: AbenteuerActionDramaHeldenHistorieRomantik
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 13.05.2010
Heimkino: 23.09.2010

Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Brian Helgeland • Ethan Reiff • Cyrus Voris

Schauspieler: Russell Crowe (Robin Longstride) • Cate Blanchett (Marion Loxley) • Max von Sydow (Sir Walter Loxley) • William Hurt (William Marshal) • Mark Strong (Godfrey) • Oscar Isaac (Prince John) • Danny Huston (King Richard the Lionheart) • Eileen Atkins (Eleanor of Aquitaine) • Mark Addy (Friar Tuck) • Matthew Macfadyen (Sheriff of Nottingham) • Kevin Durand (Little John) • Scott Grimes (Will Scarlet) • Alan Doyle (Allan A'Dayle) • Douglas Hodge (Sir Robert Loxley) • Léa Seydoux (Isabella of Angoulême) • Simon McBurney (Father Tancred) • Luke Evans (Schläger) • Bronson Webb (Jimoen)

Produktion: Russell Crowe • Brian Grazer • Ridley Scott
Szenenbild: Arthur Max
Kostümbild: Janty Yates
Maskenbild: Paul Engelen
Kamera: John Mathieson
Musik: Marc Streitenfeld
Schnitt: Pietro Scalia


Bilder: Universal Pictures International

1 customer review

befriedigend
13.05.10
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