Number 23

Kinoplakat Number 23

Hinter einer gutbürgerlichen Fassade kann einiges lauern. Wer weiß denn, ob sein Nachbar nicht nachts heimlich Katzen auf seinem Balkon tötet? Zugegeben, das ist weit hergeholt. Aber so ähnlich sind die Zusammenhänge zwischen der Nummer 23 und den Hintergründen dieses Films.

Jim Carrey spielt einen ganz normalen, gutbürgerlichen Amerikaner: Walter Sparrow ist verheiratet, hat einen Sohn und einen nicht sonderlich aufregenden Job als Hundefänger. Er mag seine Arbeit, schätzt seine Familie und fühlt sich wohl in dem Haus, in dem er wohnt. Doch die Idylle steht auf tönernen Füssen. Ausgelöst wird der Umschwung durch einen Roman, den ihm seine Frau schenkt. Dieses Buch hat es in sich. Es verquickt die Erlebnisse eines Privatdetektivs namens Fingerling (ebenfalls gespielt von Jim Carrey) mit der mysteriösen Zahl 23. Walter beginnt das Buch zu lesen und je weiter er in der Lektüre fortschreitet, desto mehr verändert er sich. Sein ganzes Leben wird plötzlich von der Zahl 23 beherrscht. Damit nicht genug entdeckt Walter immer mehr Parallelen der Romanfigur und seiner eigenen Person. Für Walters Frau und Sohn sind das Hirngespinste - die sich für Walter allerdings zu einem Netz verdichten, in dem er sich zusehends verfängt. Nicht nur, dass er die Wände des Hauses vollschreibt mit der Zahl 23. Die 23 beginnt sich wie eine Säure in sein Leben zu fressen und droht alles zu zerstören, was Walter sich aufgebaut hat. Für ihn gibt es nur noch einen Ausweg: Er will beweisen, dass Fingerling in Wahrheit ein Mörder ist. Doch die Suche nach dem schlagkräftigen Beweis und der Leiche bringt Walter auf eine ungeahnte Spur, die nicht nur sein Leben grundlegend verändern wird.

Kritik

Der Film "Nummer 23" beginnt vielversprechend. Jim Carrey plaudert mit dem Zuschauer und erzählt von den seltsamen Begebenheiten seines Lebens. Als Tierfänger muss er zur Psychologin, wenn ihn ein Hund beißt. Seine Frohnatur geht der Schulmedizinerin gehörig auf die Nerven und Walter bekommt die Erlaubnis weiterzuarbeiten. Das Mystische hält in sein Leben ganz unscheinbar in Form eines Buches Einzug. Und der Film beginnt Haken zu schlagen. Nur wirklich überzeugen können sie nicht. Ebenso hinkt die Idee, dass Walter Sparrow (Jim Carrey) urplötzlich völlig hysterisch wird und wie besessen die Wände seines Hauses vollkritzelt, kryptische Botschaften aus dem Roman herausliest und letztlich zielgerichtet ins King's Hotel fährt (dessen Leuchtreklame defekt ist und das darum King's Hel heißt). Hier verwandelt er sich in einen Berserker und findet den endgültigen Beweis auf konventionelle Art und Weise. Doch diese Szene wird noch übertroffen durch das Ende. Statt irgendwann dem Zuschauer ein großes Aha-Erlebnis zu gönnen, ist die Auflösung konventionell (sie soll an dieser Stelle trotzdem nicht verraten werden).

Leider treffen in "Number 23" mehrere unglückliche Umstände aufeinander. Das Drehbuch versucht eine konventionelle Story durch Mystery aufzupeppen, doch am Ende war die Zahl 23 nur der reißerische Aufmacher. Regisseur Joel Schumacher hat eine Vorliebe für übertrieben plakative Szenen und ist eine fragliche Wahl für diesen mäßigen Stoff. Jim Carrey ist als Hauptrolle fehl besetzt. Bot er in "Vergiss mein nicht" eine noch sehbare Leistung, bleibt er in "Number 23" zu belanglos.

Fazit
Die Mischung aus Schuld, Detektivgeschichte und Mystery ergibt unterm Strich einen durchschnittlichen Film, der für Fans von Jim Carrey oder Joel Schumacher interessant sein kann.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: The Number 23
Land: USA
Jahr: 2007
Laufzeit ca.: 96
Genre: MysterySpannung
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 22.03.2007
Heimkino: 03.08.2007

Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Fernley Phillips

Schauspieler: Jim Carrey (Walter Sparrow / Fingerling) • Virginia Madsen (Agatha Sparrow / Fabrizia) • Logan Lerman (Robin Sparrow) • Danny Huston (Isaac French / Dr. Miles Phoenix) • Lynn Collins (Blondine / Mrs. Dobkins / Mrs. Fingerling) • Rhona Mitra (Laura Tollins) • Michelle Arthur (Sybil) • Mark Pellegrino (Kyle Flinch) • Paul Butcher (Fingerling, jung / Walter, jung) • David Stifel (Angestellter) • Corey Stoll (Sergeant Burns) • Ed Lauter (Vater Sebastian)

Produktion: Beau Flynn • Tripp Vinson
Szenenbild: Andrew Laws
Kostümbild: Daniel Orlandi
Maskenbild: Bill Corso
Kamera: Matthew Libatique
Musik: Harry Gregson-Williams
Schnitt: Mark Stevens


Bild: Warner Bros.

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