Oh la la 2

Kinoplakat Oh la la 2

Frédéric und Gérard sind stolz auf ihre französische Abstammung. Doch genau diese Überzeugung wird bis ins Mark erschüttert. Gentests beweisen, dass Gérard algerische Gene in sich trägt. Noch dicker kommt es für Frédéric. Dessen Vorfahren waren amerikanische Ureinwohner und Türken. Damit ist das Selbstbild der Männer erschüttert und die Kränkung drückt auf ihr Ego. Ein schlechter Zeitpunkt, weil ihre Kinder heiraten wollen. Doch die Aussicht auf das Fest hält die Zwei nicht davon ab, ein ziemliches Theater aufzuführen.

Kritik

Die Komödie "Oh la la 2" setzt Wissen voraus, denn auf eine Einführung des Themas und der Figuren wird verzichtet. Wer, wie der Kritiker, den ersten Teil nicht gesehen hat, wird einige Zusammenhänge nur schwer oder gar nicht begreifen. So bleibt schleierhaft, warum Nicole Englisch lernen will. Ihr Radebrechen des Englischen wird fürs Publikum nicht witzig. So lautet ein Running Gag, dass Nicole anstelle von "Thank you" stets "Fuck you" sagt.

Im Haupt-Handlungsstrang streiten die Männer miteinander und baden in Selbstmitleid. Sie mutieren nicht zu Kampfhähnen und sie verbrüdern sich nicht. Vielmehr palavern sie viel über ihren verlorenen Status. Für einen Dritten, oder besser gesagt, für ein deutsches Publikum ist es im Jahr 2026 schwer nachvollziehbar, worin das Problem besteht, in Frankreich geboren worden zu sein und nichtfranzösische Vorfahren zu haben. Mag sein, dass Franzosen eine andere Sicht auf die Situation haben. Witzig wird der Schwank im Großen und Ganzen nicht, denn es gelingt den Darstellern nicht, Witze herbeizureden. Situationskomik lässt "Oh la la 2" vermissen. Dabei wäre es insbesondere möglich, die unterschiedlichen Sichtweisen von Männern und Frauen oder Eltern und Kindern gegeneinander auszuspielen. Leider bekommen jedoch die Frauen weniger Leinwandzeit als die Männer. Im schlimmsten Fall, nämlich dem des Bräutigams, bleibt nur eine Statistenrolle übrig.

Die Einführung des Cousins und der Cousine bereichert die Handlung nicht. Plötzlich hat Frédéric einen Verwandten, der Türke ist. Dieser unliebsame Gast könnte ein Erbschleicher sein, vermutet Frédéric. Doch der Neue ist vermögend und schlägt Frédéric vor, das Geschäft in neue Bahnen zu lenken. Das lässt sich der Franzose nicht gefallen. Mangels Ausbaus wird dieser Handlungsstrang nicht lustig. Vielmehr ist er eines der rätselhaften Elemente der Handlung. Warum spricht Frédérics Cousin fließend Französisch mit leicht türkischem Akzent? Aus welchem Grund hackt Frédéric ständig darauf herum, dass Gérard Peugeots verkauft?

Aufgezogen ist die Komödie als Boulevard. Die Menschen reden schnell und viel. Viele Szenen sind wie fürs Theater inszeniert. Menschen treten auf, werden aus dem Raum geschickt oder verlassen das Zimmer. Dabei muss die Szene nicht abgeschlossen sein. Auch fällt es schwer zu behaupten, dass der Film eine klassische Handlung bietet. Vielmehr ist es eine Aneinanderreihung von (lustigen) Szenen.

Die Hochzeit der Kinder hat zwei Vorteile: Sie dient als fadenscheiniger Anlass für die Fortsetzung und als Abschluss. Und gibt es ein schöneres Happy End als eine Hochzeit? Da stört es nur Kleingeister, dass das Fest zwischen Filmbeginn und Filmende nur eine untergeordnete Rolle spielt. Auffällig auch: Frédéric keltert auf seinem Weingut Bordeaux, und probiert den jungen Rotwein. Später wird jedoch mehr Weißwein als Rotwein getrunken.

Zum Schauspiel gibt es nur wenige Anmerkungen, weil die Darstellerinnen und Darsteller in erster Linie Text abliefern. Christian Clavier als Frédéric Bouvier Sauvage grimassiert weniger als in seinen anderen Filmen.

Fazit
Über "Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos" kann der Kritiker leider nur eines sagen: witzlos.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 20 %


Alternativtitel: Cocorico 2 • Oh la la 2 – Neue Tests, Neues Chaos
Land: Frankreich
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 92
Genre: Komödie

Verleih: Weltkino
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 27.08.2026

Regie: Julien Hervé
Drehbuch: Julien Hervé

Schauspieler: Christian Clavier (Frédéric Bouvier-Sauvage) • Didier Bourdon (Gérard Martin) • Sylvie Testud (Nicole Martin) • Marianne Denicourt (Catherine Bouvier-Sauvage) • Julien Pestel (François Martin) • Patrick Préjean (Gérard) • Chloé Coulloud (Alice Bouvier-Sauvage) • Johann Dionnet (Mr Ribeiro) • Léo Fournier (Le portugais)

Produktion: Thierry Desmichelle • Rémi Jimenez • Ahmed Louati • Caroline Mougey
Szenenbild: Laure Lepelley-Monbillard
Kostümbild: -
Maskenbild: Cécile Pellerin
Kamera: Jean-Sébastien de Casamayor
Ton: Jérôme Chenevoy
Musik: Matei Bratescot
Schnitt: -

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Bild: Weltkino

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