Operation: Overlord

Kinoplakat Operation Overlord

Wer als Soldat in den Krieg zieht, rechnet mit dem Schlimmsten. Das ergeht den amerikanischen Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs hinter feindlichen Linien abspringen sollen, nicht anders. Mancher versteckt die Angst hinter einer großen Klappe. Andere haben die Hosen voll, denn ihre Aktion ist ein Himmelfahrtskommando, das wissen die Soldaten. Doch ein Befehl ist ein Befehl.

Als Teil der Alliierten dringen sie nach Frankreich vor, um dort einen Sendeturm der Nazis außer Betrieb zu nehmen. Danach wollen die Alliierten an der französischen Küste anlanden. Der Auftrag steht unter keinem guten Stern, weil bereits in der Luft ein Teil der Männer getötet wird und am Boden die Nazis lauern. Nur einem Grüppchen gelingt das Vordringen bis in das kleine französische Dorf, das die Deutschen besetzt halten. Kurz nach der Landung trifft das Quartett auf die Widerstandskämpferin Chloe, die anfangs nur zögerlich mitzieht und dann zur festen Größe der kleinen Kampftruppe wird.

Dem GI Boyce (Jovan Adepo) gelingt es hinter die Mauern der von den Nazis entweihten Kirche zu gelangen. In deren Katakomben haben die Feinde ein Labor eingerichtet, das Frankenstein vor Neid erblassen ließe. Hier lebt ein Doktor seine kranken Fantasien aus, die in Verbindung mit dem Traum vom tausendjährigen Reich stehen. Dem geschockten Boyce gelingt um Haaresbreite die Flucht und der Plan besteht nun nicht mehr nur darin die Funkstation außer Betrieb zu nehmen, sondern auch dem wahnsinnigen Treiben ein Ende zu bereiten.

Kritik

"Operation: Overlord" bereichert ein klassisches Thema mit fantastischen Elementen, indem die Story Krieg mit Zombies mischt. Wenngleich Produzent J. J. Abrams davon spricht, dass der Zuschauer die Darsteller gut kennenlernen soll und mit ihnen mitfiebern, bleibt der Effekt so gut wie aus, weil die Figuren Stereotype sind. Die Deutschen sind selbstredend alle abgrundtief böse, außerdem hat die Kollaborateurin ihren Auftritt.

Der Weg zum Etappensieg ist fast so klassisch wie die Helden. Der Film arbeitet die zu erwartenden Schritte ab; Details möchte ich nicht verraten. Nur so viel: Nach der relativ langen Einführung kommt es wiederholt zu auffälligen Zufällen. So läuft Chloe den Soldaten zufällig über den Weg. Später rennt ihr kleiner Bruder mitten in ein Gefecht und muss gerettet werden. Durch die Verwendung dieses Geschehens im richtigen Moment macht es sich der Film leicht.

Die GIs nehmen ihren Auftrag ausgesprochen ernst und etwas mehr Humor stände der Handlung gut an. Ebenfalls müssten die Männer nicht ganz so begriffsstutzig sein, wie sie es sind. Ihre Heldentat findet am Ende nicht die Würdigung, die sie bekommen könnte. Der Fall taucht nicht in den Geschichtsbüchern auf, weil am Ende alle Beteiligten schweigen. Die Auslöschung des Bösen war sozusagen Ehrensache.

Optisch setzt der Film sehr auf die Darstellung von Schauwerten. Das Böse ist über eine weite Strecke mehr Grusel als Horror und spielt die Horrorkarte erst spät aus. Die Aufmachung ist aus der Zeit gefallen und erinnert an die Zeit, in der er spielt. Erstaunlich ist, dass die Deutschen in der englischen Fassung Deutsch sprechen.

Fazit
Der Film "Operation: Overlord" ist ein aufgebohrter, klassischer B-Movie. Ob ein Film mit bösen Nazis im Jahr 2018 noch originell ist, sei dahingestellt. Operation: Overlord setzt aufs Visuelle und will nicht lange im Gedächtnis bleiben. Die Spannung tritt nicht sofort ein und zehrt nicht an den Nerven. Der Film möchte unterhalten und erfüllt diesen Anspruch.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Overlord
Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 110
Genre: ActionFantasyHorrorKriegThriller
Verleih: Paramount Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 08.11.2018
Heimkino: -

Regie: Julius Avery
Drehbuch: Billy Ray • Mark L. Smith

Schauspieler: Jovan Adepo (Boyce) • Wyatt Russell (Ford) • John Magaro (Tibbet) • Pilou Asbæk (Wafner) • Bokeem Woodbine • Mathilde Ollivier (Chloe) • Iain De Caestecker (Chase) • Adam Collins (GI) • Jacob Anderson • Hélène Cardona • Jorge Leon Martinez (Soldat) • Éva Magyar (Simone)

Produktion: J. J. Abrams • Lindsey Paulson Weber
Szenenbild: Jon Henson
Kostümbild: Anna B. Sheppard
Maskenbild: Doone Forsyth
Kamera: Laurie Rose • Fabian Wagner
Musik: Jed Kurzel
Schnitt: Matthew Evans


Bild: Paramount Pictures

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen