Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück

Kinoplakat Paris, Paris

Das kleine Revuetheater, in einem der Randbezirke von Paris gelegen, hat schon bessere Tage gesehen. Trotzdem wird es für drei Freunde zum Hoffnungsträger, als sie versuchen dem Spielbetrieb neues Leben einzuhauchen.

"Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" beginnt in den 1930. Jahren. Drei Freunde übernehmen das Chansonia, das schon seit geraumer Zeit ums Überleben kämpft. Allen voran der Bühnenarbeiter Pigoil (Gérard Jugnot). Ihm zur Seite stehen der übereifrige Kommunist und Beleuchter Milou (Cloves Cornillac) und Jacky (Kad Merad), der sich als neuer Star des Theaters sieht. Die drei ungleichen Freunde stecken ihr Herzblut und ihre Träume in den Wiederaufbau des Hauses.
Wobei jeder eigene Interessen verfolgt: Pigoil hofft, das Sorgerecht für seinen Sohn zurückzubekommen, wenn er eine feste Arbeit sowie ein Einkommen nachweisen kann. Jacky möchte als Komiker und Imitator Karriere machen. Doch der Spielbetrieb kommt mehr schlecht als recht ans Laufen, denn es fehlt zwar nicht an Engagement, aber einer Zugnummer. Die schneit eines Tages in Gestalt der schüchternen Douce (Nora Arnezeder) ins Haus. Zunächst stellen die Männer sie nur wegen ihrer schönen Beine als Ansagerin ein. Doch dann gibt Douce ein Chanson zum Besten und wird über Nacht der gefeierte Star des Hauses. Allerdings hat die Krise damit noch kein Ende gefunden.

Kritik

"Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" ist ein warmherziger Film nach klassischen Motiven. Drei unterschiedliche Freunde träumen den Traum vom Glück und setzen ihn in die Tat um. Eine gefällige Idee, die allerdings unter dem Schönheitsfehler leidet zu viel auf einmal zu wollen. So gehen von dem Revuetheater, dem Dreh- und Angelpunkt, zu viele Handlungsstränge aus. Vater und Sohn, Lovestory, der Kleinganove, eine Hommage an Paris und französische Lebensart, an die Freundschaft, ans Revuetheater, an Chansons und Akkordeonmusik.

Der Versuch, aus den genannten Komponenten eine stimmige Handlung zu formen, gelingt nur bedingt. Wiederholt zerfasert die Geschichte und versäumt es, das Erzählte zu vertiefen. Pigoil etwa kämpft um das Sorgerecht für seinen Sohn. Wobei nicht ersichtlich wird, weshalb ihn seine Frau zunächst mit gleich zwei Liebhabern betrügt und dann für einen dritten Mann verlässt. Zudem scheint es seltsam, dass sie der Star des Revuetheaters war und sich plötzlich in ein sehr bürgerliches Leben zurückzieht. Ähnlich ergeht es den restlichen Figuren, die allesamt nur grob charakterisiert werden und in ihrem Handeln Klischees bleiben. Bei den drei Freunden etwa bleibt mir schleierhaft, worin ihre Freundschaft wurzelt. Des Weiteren ist die übermäßige Einflechtung von Akkordeonmusik und Chansons für eine Hommage an Paris sicherlich gerechtfertigt, wird aber nicht in jedermanns Ohr Anklang finden.

Fazit
Ähnlich wie "Die Kinder des Monsieur Mathieu" bietet "Paris, Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" eine zu Herzen gehende Geschichte mit viel Musik. Vom Stil her solide, doch in der Ausführung eine gewollte Produktion, der unter anderem ein klarer Schwerpunkt fehlt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Faubourg 36
Alternativtitel: Paris 36
Land: DeutschlandFrankreichTschechien
Jahr: 2008
Laufzeit ca.: 120
Genre: DramaKomödieMusikRomantik
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 27.11.2008
Heimkino: 28.05.2009

Regie: Christophe Barratier
Drehbuch: Christophe Barratier • Julien Rappeneau • Frank Thomas • Jean-Michel Derenne • Reinhardt Wagner

Schauspieler: Gérard Jugnot (Pigoil) • Clovis Cornillac (Milou) • Kad Merad (Jacky) • Nora Arnezeder (Douce) • Pierre Richard (Monsieur TSF) • Bernard-Pierre Donnadieu (Galapiat) • Maxence Perrin (Jojo) • François Morel (Célestin) • Élisabeth Vitali (Viviane) • Christophe Kourotchkine (Lebeaupin) • Éric Naggar (Grevoul) • Eric Prat (Commissaire Tortil)

Produktion: Jacques Perrin • Nicolas Mauvernay
Szenenbild: Jean Rabasse
Kostümbild: Carine Sarfati
Maskenbild: Pascale Bouquière
Kamera: Tom Stern
Musik: Reinhardt Wagner
Schnitt: Yves Deschamps


Bild: Constantin Film

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