Die Kinder des Monsieur Mathieu

Kinoplakat Die Kinder des Monsieur Mathieu

Internate sind besondere Orte. Einmal, weil viele Menschen auf dichtem Raum zusammenleben, was Reibung bedeutet. Außerdem geht es hier um Erziehung sowie die Vermittlung von Werten. Beide Themenbereiche nutzt Christophe Barratier in seinem ersten Spielfilm.

Frankreich 1949: Clément Mathieu (Gérard Jugnot) tritt die Stelle des Hilfslehrers an einem Internat für schwererziehbare Knaben an. Seine Methode, das Vertrauen der Jungen zu gewinnen, anstatt sie zu brechen, stößt bei Schulleiter Rachin (François Berléand) auf wenig Gegenliebe. Ebenso ist ihm das Chorprojekt des Neuen solange ein Dorn im Auge, bis er die Möglichkeit bekommt den Ruhm dafür einzustreichen. Doch die Freude währt nur kurz. Nach dem Gesetz, das Gewalt Gegengewalt erzeugt, eskaliert die Situation.

Die Geschichte wird als Rückblende erzählt. Nach einer kurzen Einleitung schwenkt die Handlung in die Vergangenheit. In nostalgischer Erzählweise erlebt man die Geschichte eines Idealisten, deren Unterbau nicht unbedingt neu ist. Gérard Jugnot, der verhinderte Musiker, gründet einen Schulchor, in der Hoffnung, den Knaben die Augen für das Schöne im Leben zu öffnen. Dabei kommt der französischen Produktion zugute, dass sie auf amerikanischen Kitsch verzichtet. Trotzdem fällt der Film nicht so poetisch aus wie angestrebt. Die relativ plakative Handlung, die die Welt in Schwarz und Weiß teilt, überzeugt nur bedingt. Nachsichtige Lehrkörper sowie der weichherzige Hausmeister hier - der engstirnige hartherzige Direktor dort.
Die Eigenständigkeit der Charaktere wird zugunsten des Gesamteindrucks geopfert. Die Kinder sind nach Gesichtern besetzt, nicht nach Können. Sie passen wunderbar in den Film, dürfen nur leider kaum etwas von sich preisgeben. In die Tiefe geht der Film nur dort, wo es sein muss, was eine teils holperige Erzählweise nach sich zieht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Les Choristes
Land: FrankreichSchweiz
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 95
Genre: DramaMusik
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 26.08.2004
Heimkino: 03.03.2005

Regie: Christophe Barratier
Drehbuch: Christophe Barratier

Schauspieler: Gérard Jugnot (Clément Mathieu) • François Berléand (Rachin) • Kad Merad (Chabert) • Jean-Paul Bonnaire (Maxences Vater) • Marie Bunel (Violette Morhange) • Jean-Baptiste Maunier (Pierre Morhange) • Maxence Perrin (Pépinot) • Grégory Gatignol (Mondain) • Thomas Blumenthal (Corbin) • Cyril Bernicot (Le Querrec) • Simon Fargeot (Boniface) • Théodule Carré-Cassaigne (Leclerc)

Produktion: Arthur Cohn • Nicolas Mauvernay • Jacques Perrin
Szenenbild: François Chauvaud
Kostümbild: Françoise Guégan
Maskenbild: Sylvie Duval
Kamera: Jean-Jacques Bouhon • Dominique Gentil • Carlo Varini
Ton: Hervé Bénard
Musik: Bruno Coulais
Schnitt: Yves Deschamps


Bild: Constantin Film

1 customer review

befriedigend
26.08.04
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