Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Kinoplakat Phantastische Tierwesen

Die Vorgeschichte zu Harry Potter geht in die zweite Runde. Nach seinem Ausflug nach New York ist Newt Scamander nach Groß Britannien zurückgekehrt. Nicht ahnend, welches Unheil in New York seinen Anfang nimmt.

Die Verhaftung des mächtigen Zauberers Grindelwald war nur ein kurzes Intermezzo, denn ihm gelingt die Flucht. Nun sucht das Ministerium für Magie nach demjenigen, der Grindelwald wieder einfängt. Doch Newt Scamander lehnt den Auftrag dankend ab. Stattdessen geht er auf die Suche nach Tina Goldstein. Die wiederum sucht in Paris nach ihrer Schwester Queenie Goldstein. Deren Wunsch nach einer Beziehung ist übermächtig geworden. Derweil möchte Credence Barebone wissen, wer er ist und er erforscht gemeinsam mit Nagini (Claudia Kim) seine Abstammung. Zu den genannten Personen kommen weitere Suchende und alle Fäden laufen bei einer Person zusammen: Gellert Grindelwald.

Kritik

Einige Gesichtspunkte stechen im Film "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" heraus. So treten auffällig viele Geschwisterpaare auf und ungewöhnlich viele Menschen sind auf der Suche nach etwas. Das kann Liebe, der Platz im Leben oder Macht sein. Diese Ausgestaltung kann als Detektivstory oder als Suchspiel bezeichnet werden - ganz nach Geschmack des Zuschauers.
Die Bildgestaltung setzt auf eine düstere Bildsprache. Von der ersten Minute an sind die meisten Handlungsorte dunkel und oft auch in bleierne Töne getaucht. Das verleiht dem Szenenbild eine besondere Optik und das sonnige Hogwarts sticht dadurch besonders heraus; auch wenn die Erinnerungen an die Schulzeit nicht zu den besten gehören. Die Handlungsorte sind auffällig sorgfältig ausgestaltet. Stets gibt es etwas Besonders zu sehen (auch im Hintergrund). An den Kostümen und Frisuren haben sich die Masken- und Kostümbildner ausgetobt.
Auch die am Computer generierten Bilder und Tricks spielen eine tragende Rolle. Die namensgebenden phantastischen Tierwesen bekommen so viele Auftritte, dass sie fast schon Nebenrollen übernehmen. Die Grenze dessen, was einem Film an Tricks ansteht, ist erreicht.

Die Schauspieler beeindrucken weniger als die Effekte. Eddie Redmayne als Hauptrolle wird wenig gefordert und zeigt auch nur wenige Facetten. Die gedienten Haudegen Jude Law und Johnny Depp enttäuschen. Erfreulich ist, dass Johnny Depp wieder eine andere Rolle spielt als den Piraten. Seine Rolle des Gellert Grindelwald ist leider klein angelegt. Er absolviert nur kurze Auftritte und er zeigt wenig von seinem Können. Ähnlich ergeht es Jude Law, der einen blassen Albus Dumbledore bietet. Zur besseren Statisterie sind Claudia Kim und Ezra Miller verdammt. Beide Rollen sind fast stumm und müssen darauf hoffen, in der Fortsetzung mehr in Erscheinung treten zu dürfen. Alles in allem packen mich die Schauspieler und ihre Rollen wenig. Die Handlung beginnt mit dem Ausbruch Grindelwalds und widmet sich anschließend den einzelnen Schicksalen. Jedes bekommt viel Zeit und erzählt dabei inhaltlich wenig.

Die Fantasie bietet abgesehen von einigen interessanten Schöpfungen viel Standardkost. So wird die Redensart vom asiatischen Schlangenmenschen wörtlich genommen, indem Nagini die Gestalt einer Schlange annimmt. Das Böse wird mit Feuer bekämpft und dass ein Gefangenen-Transport mit dem Ausbruch des Verbrechers endet, ist in Filmen ein Standard.

Alle Aspekte des Films ergeben zusammengenommen einen sehenswerten Fantasy-Film. Den 3D-Effekt kann ich nicht beurteilen, weil die Vorführung für die Presse in 2D stattfand. Wer viel Wert auf Effekte legt, bekommt mit 3D wahrscheinlich noch ein Quäntchen mehr geboten.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald
Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 134
Genre: 3DAbenteuerFamilieFantasy
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 15.11.2018
Heimkino: -

Regie: David Yates
Drehbuch: J. K. Rowling
Literaturvorlage: J. K. Rowling

Schauspieler: Eddie Redmayne (Newt Scamander) • Katherine Waterston (Tina Goldstein) • Dan Fogler (Jacob Kowalski) • Alison Sudol (Queenie Goldstein) • Ezra Miller (Credence Barebone) • Jude Law (Albus Dumbledore) • Johnny Depp (Gellert Grindelwald) • Zoë Kravitz (Leta Lestrange) • Carmen Ejogo (Seraphina Picquery) • Claudia Kim (Nagini) • Callum Turner (Theseus Scamander) • Victoria Yeates (Bunty) • Ólafur Darri Ólafsson (Skender) • Kevin Guthrie (Abernathy)

Produktion: David Heyman • Steve Kloves • J. K. Rowling • Lionel Wigram
Szenenbild: Stuart Craig
Kostümbild: Colleen Atwood
Maskenbild: Sally Crouch
Kamera: Philippe Rousselot
Musik: James Newton Howard
Schnitt: Mark Day


Bild: Warner Bros.

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