Alle Jahre wieder … werden die Romane von Jane Austen verfilmt. Im Jahr 2026 kommt eine leicht modernisierte Fassung von "Sinn und Sinnlichkeit" ins Kino. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Elinor, Marianne und Margret Dashwood, die gemeinsam mit ihrer Mutter die gewohnte Umgebung verlassen müssen und auf eine Zukunft hoffen.
Die besteht für die älteren Schwestern im Heiraten. Doch nicht irgendeinen Mann wollen sie ehelichen – sondern einen, der ihren Idealen entspricht. Es dauert auch nicht lange, da klopfen die ersten Bewerber an die Tür. Nicht immer mit hehren Absichten und manchmal stehen die noblen Ansprüche der Frauen dem Glück im Weg.
Kritik
Die drei Schwestern sind auffällig naturverbunden und freigeistig. Mal baden sie ihre nackten Füße in einem Bach, mal waschen sie sich nackt (wobei nur der Rücken zu sehen ist). Mit diesen subtilen Fingerzeigen weist der Film auf eine Neuinterpretation hin. Ansonsten verläuft die Handlung klassisch. Die Frauen der Familie Dashwood sind verarmt, aber immer noch reich genug, um nicht Hunger leiden oder arbeiten zu müssen. Aufgrund ihres brillanten Aussehens werden sie regelmäßig zu Essen eingeladen oder beschenkt. Den Rest der Zeit bleibt viel Raum für romantisches Sehnen. Die potenziellen Bewerber werden gründlich abgeklopft und im Zweifelsfall schon mal als leidenschaftslos abgetan. Dabei fällt auf, dass die Frauen emotional stärker auftreten als die Männer.
Die Handlung trägt über eine lange Strecke, jedoch kommt bereits im Kino der Wunsch auf, es möge mehr Bandbreite geboten werden. So bleiben die Charaktere einfach gezeichnet, die männlichen Heiratskandidaten sind Schablonen. Was Frau und Mann aneinander anzieht, bleibt schwammig. Die Männer verehren die Schönheit der Frauen und die sehen in den Galanen bestenfalls ein Pendant. Für die Lauflänge von knapp 133 Minuten hätten es mehr Problemstellungen außerhalb der Beziehungsfindung sein dürfen, oder die Handlung hätte gestrafft werden sollen. An Humor mangelt es leider. Fiona Shaw als resolute Mrs. Jennings sorgte für Lacher, etwa mit ihrer Bemerkung über London.
Die Bildsprache ist gutes Handwerk, die Kamera fängt viele Szenen in freier Natur ein. Auffällig oft laufen die Frauen oder die Menschen sitzen. Ein wenig mehr Variation hätte auch in dieser Hinsicht gutgetan. Die Szenen der Vertrautheit spielen oft im Bett, wo die Frauen kuscheln. Kostüme und Frisuren sind gut getroffen. Das Schauspiel ist ebenfalls gutes Handwerk. Insbesondere das Zusammenspiel der Schwestern überzeugt.
Fazit
"Sinn und Sinnlichkeit" ist eine handwerklich stimmige Produktion mit einer Extraportion Romantik.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %
Land: Großbritannien
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 133
Genre: Drama • Romantik
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren
Kinostart: 13.10.2026
Regie: Georgia Oakley
Drehbuch: Diana Reid
Romanvorlage: Jane Austen
Schauspieler: Esmé Creed-Miles (Marianne Dashwood) • Bodhi Rae Breathnach (Margaret Dashwood) • James Carcaterra (Norland Steward) • Daisy Edgar-Jones (Elinor Dashwood) • Caitríona Balfe (Mrs. Dashwood) • Charlie Varlet (Nelly) • Tom Brooke (John Dashwood) • Stacy Martin (Fanny Dashwood) • Paulie Bovingdon (Harry) • George MacKay (Edward Ferrars) • Herbert Nordrum (Colonel Brandon) • Fiona Shaw (Mrs. Jennings)
Produktion: Tim Bevan • Eric Fellner • India Flint • Jo Wallett
Szenenbild: Francesca di Mottola
Kostümbild: Grace Snell
Maskenbild: Nadia Stacey
Kamera: Arnaud Potier
Musik: Roger Goula
Schnitt: Izabella Curry
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