Tabaluga - Der Film

Kinoplakat Tabaluga - Der Film

Für den kleinen Drachen Tabaluga beginnt der Start ins Leben traurig, denn seine Eltern kommen in einem Kampf mit Arktos ums Leben. Das Ei, in dem Tabaluga noch steckt, behütet fortan der Rabe Kolk. Derweil der finstere Schneemann Arktos über das Land Eisland herrscht, das eine finstere Wolke vom Nachbarland Grünland trennt, in dem Tabaluga heranwächst.

Jahre später ist Tabaluga unter den wachsamen Flügeln seines Adoptivvaters herangewachsen. Es wäre Zeit für den pubertierenden Jung-Drachen ein richtiger Drache zu werden. Doch zwei Dinge wollen ihm nicht gelingen: das Feuerspucken und das Fliegen. Auf seiner Suche nach einer Lösung für seine Probleme gelangt er nach Eisland, wo er die bezaubernde Lilli trifft. Von ihrer Anmut ist Tabaluga sogleich angetan und auch Lilli hat Interesse an dem jungen Drachen. Sie schlägt vor, Arktos zu fragen, ob der weiß, wie Tabaluga sein Feuer finden kann. Das kommt dem finsteren Schneemann gelegen, denn der möchte den Drachen in eine Falle locken. Doch Tabaluga bekommt im letzten Moment Hilfe von seinen Freunden und kann nach Grünland fliehen. Darum spinnt der fiese Arktos neue Pläne.

Kritik

Der Animationsfilm "Tabaluga" ist ein einfach gehaltener Animations-Film, der auf leichtes Verstehen setzt, etwas kompliziertere Vorgänge und Zusammenhänge werden im Klartext erklärt. Die Anzahl der Figuren ist überschaubar gehalten, wie auch die Orte der Handlung. Das kommt kleinen Kindern zugute, auf die vieles im Film abzielt. Eigenartig an der Handlung ist jedoch, dass Tabalugas Probleme weniger die eines Kindes sind, als vielmehr die eines Teenagers. Somit steht die Frage im Raum, ob Zielgruppe und Handlung zueinander passen?

Die Animation fällt durch eine sparsame Optik auf, erinnert mit ihrem spärlichen Bewuchs an eine Bepflanzung von Hand. Die auftretenden Figuren weisen ebenfalls wenig Ausarbeitung auf. Tabaluga hat beispielsweise keine Ohren. Lilli trägt immer dasselbe dünne Kleid, das in Eisland wenig wärmen dürfte. Enttäuschend fällt der Sumpf aus. Zunächst hat Tabaluga Angst ihn zu betreten. Das Gebiet ist jedoch weniger finster oder nebelverhangen noch bedrohlich, sondern vielmehr eine wasserreiche Landschaft.

Auch charakterlich zeigen die Figuren kaum Facetten. Tabalugas Ziehvater der Rabe Kolk etwa hat keinen nennenswerten Charakter. Tabalugas bester Freund der Glückskäfer redet viel und seine Charakterisierung ist auf zwei Gesichtspunkte beschränkt. Er ist der beste Freund und spricht mit einem seltsamen Dialekt. Lilli ist lieblich und Arktos ist böse. Das einfache Schema spendiert den Figuren keine Weiterentwicklung, sondern nur Erkenntnisse. Das passt in einen Kinderfilm.

Fazit
Wirklich liebevoll oder warmherzig gemacht ist der Film "Tabaluga" leider nicht und eine blühende Fantasie kann ich den immerhin acht Drehbuchautoren bedauerlicherweise nicht bescheinigen. Der Rabe heißt Kolk wie der Kolkrabe, der Glückskäfer trägt den Namen Bully, wie sein Sprecher Michael Bully Herbig. Die uralte Morla ist aus der unendlichen Geschichte bereits bekannt.

Die Versatzstücke des Films verwundern. Das Verständnis zielt auf sehr junge Kinder, die Problemstellungen hingegen auf pubertierende Jugendliche wie auch die Rockmusik. Peter Maffay steuert nur eine Gesangsnummer bei (insofern ich mich nicht verhört habe), die restlichen Lieder sind dürftig eingesungen. Mehr Humor dürfte es gerne sein. Alle Elemente zusammen betrachtet sind als Kinderfilm fraglich, für ältere Kinder oder die ganze Familie bietet die Handlung wenig. Die Animation setzt auf sparsames Handwerk. Die gezeigte Fassung war in 2D gehalten, warum der 3D-Effekt nicht eingeschätzt werden kann.

Einen lustigen Vorfall gab es während der Pressevorführung, bei der Kinder anwesend waren. Während Lilli und Tabaluga auf einem Halbmond flirten, sagte ein Junge ganz ernst: "Auf dem Mond gibt es keinen Sauerstoff!"
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: Deutschland
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 85
Genre: 3DAbenteuerAnimationFamilieKomödie
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: -

Kinostart: 06.12.2018
Heimkino: -

Regie: Sven Unterwaldt
Drehbuch: Gerrit Hermans • Marco Petry • Hortense Ullrich • Toby Genkel • Peter Maffay • Gregor Rottschalk • Helme Heine • Rolf Zuckowski

Schauspieler: Wincent Weiss (Tabaluga) • Yvonne Catterfeld (Lilli) • Heinz Hoenig (Arktos) • Michael Herbig (Bully) • Rick Kavanian (Limbo) • Rufus Beck (Kolk) • Katharina Thalbach (Nessaja) • Sven Unterwaldt (Mirmel) • Nick Romm (Emra) • Erich Räuker (Tyrion) • Juana von Jascheroff (Mythia) • Gregor Rottschalk (Sprecher)

Produktion: Helge Sasse • Solveig Fina
Musik: Peter Hinderthür
Schnitt: Nana Novosad


Bild: Sony Pictures

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