The Happytime Murders

Kinoplakat The Happytime Murders

Der Film siedelt an der Schnittstelle zwischen einer Komödie für Erwachsene und dem Versuch möglichst viele schmutzige Worte zu gebrauchen. Originell: Es treten Puppen und Menschen auf.

"The Happytime Murders" erzählt die Geschichte eines Privatdetektivs, der schon bessere Zeiten erlebt hat. Er ist unehrenhaft aus dem Polizeidienst entlassen worden und betreibt jetzt ein Büro in einem heruntergekommenen Stadtteil. Eines Tages taucht eine mysteriöse Sexbombe in seinem Büro auf und das Unheil nimmt seinen Lauf. Insofern folgt die Story Sehgewohnheiten. Doch Phil Philips ist kein Mensch, sondern eine Puppe. Und damit Teil der Minderheit, die in einem Los Angeles aus einer Parallelwelt von den Menschen geduldet wird. Phil und seine Artgenossen sind jedoch keine niedlichen Diwan-Püppchen. Im Gegenteil: Sie haben es faustdick hinter den Ohren und von den Menschen einige schlechte Gewohnheiten übernommen. Sie sind süchtig nach Zucker und nach Sex. Außerdem wollen sie geliebt werden und Karriere machen.

Einer bunten Truppe aus Puppen und einer menschlichen Frau war das in der Vergangenheit gelungen. Ihre Fernsehshow Happytime machte sie reich und berühmt. Doch das ist lange her, die Show ist abgesetzt, die meisten haben die Gage verpulvert und leben jetzt ein unwürdiges Leben. Und hier kommt wieder Phil ins Spiel. Kaum hat er die Ermittlungen aufgenommen, wird er Augenzeuge eines Mordes. Ein ehemaliger Star der Happytime Show musste sterben. Die Polizei beauftragt Detective Connie Edwards (Melissa McCarthy) mit den Ermittlungen. Die ist wenig angetan davon auf ihren Ex-Partner Phil zu stoßen. Doch damit nicht genug. Connies Vorgesetzter hat die brillante Idee, dass die zwei erneut gemeinsam ermitteln sollen.

Kritik

Wer sehnsüchtig auf die Fortsetzung der "Sausage Party" wartet, der kann die Zeit mit dem Film "Happytime Murders" verkürzen. Auch Fans von vulgärem Humor wie "Ted" ihn bietet kommen auf ihre Kosten. Die Komödie unter der Federführung von Brian Henson setzt alles daran Unterhaltung für Erwachsene zu liefern. Der Humor bietet viele Beleidigungs-Duelle und spricht das aus, was als unfein gilt. Das ist anfangs auch spaßig. Die Handlung mischt viel bizarren und skurrilen Humor mit derber Sprache. Es gibt Anspielungen auf Mechanismen des Showbiz. So hat Phils Bruder seine blaue Haut bleichen lassen und der Schönheitschirurg hat ihm eine menschliche Nase verpasst. Die Szene, die Sharon Stone bekannt machte, wird parodiert und in Nahaufnahme gezeigt. Das ist grenzwertig.

Mit Fortschreiten der Handlung nehmen die gelungenen Witze ab und machen Wiederholungen Platz. Da wird Melissa McCarthy am laufenden Band gesagt, sie sähe aus wie ein Mann. Es gibt ungezählte Aufforderungen zum Geschlechtsverkehr. In der Zuspitzung ist es dann homosexueller Geschlechtsverkehr. Die Nennung von Geschlechtsteilen in jeder soundsovielten Szene ist Ehrensache. Das ist grundsätzlich lustig, lässt allerdings Bandbreite vermissen.
Spielen können die Puppen den Humor nur bedingt. Sie haben nur wenig Körpersprache und starre Gesichter. Darum arbeitet der Film viel mit der Stimme. Doch auch das nutzt ab. Melissa McCarthy könnte in ihrer Rolle mit Leichtigkeit aus den vielen Puppen herausstechen. Tut sie aber nicht. Sie spielt zurückgenommener als in anderen Film und bleibt erstaunlich blass.
Ähnlich gibt es über die Story zu sagen. Die Mordserie bildet den roten Faden und den Antrieb. Allerdings tritt die Lösung des Falls irgendwann in den Hintergrund, weil sie hauptsächlich zwischen Szenen überleitet und es fehlt dem Film die Spannung, weil nichts Weltbewegendes zutage tritt. Vielmehr ist das Morden das Fundament für die lahme Detektivgeschichte, die der Verwand ist, um möglichst viele schmutzige Dinge zu sagen.
Dabei werden Möglichkeiten verschenkt. So ist es in den ersten Filmminuten ein Film über Rassenproblematik und anschließend kaum noch. Es ist oft die Rede von Plüsch und Flausch. Doch das steht kaum noch im Zusammenhang mit der Rassentrennung als vielmehr mit Witzen über Sex.

Weiterhin fällt auf, dass die Logik hinkt. Warum die Puppen lebendig sind und zur Vermehrung fähig erklärt der Film nicht. Sei es drum. Warum jedoch Puppen innere Organe haben, die bei den Morden nie zu sehen sind, fällt auf. Die Puppen werden beim Töten zerfetzt und es quillt Kunstfaser-Watte heraus. Zudem sind die Darstellungen der Morde widersprüchlich. Einerseits versucht der Film den Puppen Menschlichkeit zu verleihen und gleichzeitig hat er eine Lust daran sie bestialisch zu töten. Enttäuschend ist der Abspann, der Ausschnitte der Dreharbeiten zeigt und die aufgebaute Illusion von lebenden Puppen damit zunichtemacht.

Fazit
Die Story über Stoffies und Fleischis ist im Ansatz originell, verliert rasch an Tempo und setzt zu sehr auf Wiederholungen. Dem ausgesprochen derben Humor mangelt es an Abwechslung.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 91
Genre: KomödieKrimi
Verleih: Tobis
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 11.10.2018
Heimkino: 22.02.2019

Regie: Brian Henson
Drehbuch: Todd Berger • Dee Austin Robertson

Schauspieler: Melissa McCarthy (Detective Connie Edwards) • Elizabeth Banks (Jenny) • Maya Rudolph (Bubbles) • Leslie David Baker (Lt. Banning) • Joel McHale (Agent Campbell) • Cynthy Wu (Brittenie Marlowe) • Michael McDonald (Ronovan Scargle)

Produktion: Brian Henson • Jeffrey Hayes • Melissa Mccarthy • Ben Falcone
Szenenbild: Chris Spellman
Kostümbild: Arjun Bhasin
Maskenbild: Gigi Williams
Kamera: Mitchell Amundsen
Musik: Christopher Lennertz
Schnitt: Brian Olds


Bild: Tobis

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