The Possession of Hannah Grace

Kinoplakat The Possession of Hannah Grace

Megan ist froh eine neue Stelle antreten zu können. Die ehemalige Polizistin übernimmt die Nachtschicht im städtischen Leichenschauhaus. Der Neuanfang ist genau die richtige Idee und die Anforderungen an den Job sind einfach: Du musst hart im Nehmen sein. Das ist Megan zweifelsohne. Doch bereits nach wenigen Nächten kann sie ihren Sinnen nicht mehr trauen.

Kritik

Der Film "The Possession of Hannah Grace" wäre ein klassischer Nagelbeißer, machte der Film nicht diese dummen Fehler. Das beginnt bei der traumatisierten Hauptdarstellerin, die das Publikum aufs Glatteis führen soll. Eine bekannte Idee: Der Zuschauer rät, ob Megans Nerven überreizt sind und ihr Dinge vorgaukeln oder in der Leichenhalle tatsächlich nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Jedoch ist die Handlung so aufgezogen, dass die Irreführung wohl kaum funktioniert. Und wer Zweifel hat, bekommt relativ früh im Film den eindeutigen Beweis dafür, wie die Dinge laufen, weil er Zeuge des entscheidenden Vorfalls ist. Nun ist es an Megan für Spannung zu sorgen. Die recherchiert in den Aufzeichnungen der Überwachungskameras und rennt verängstigt zwischen wenigen Orten hin und her. Während das Grauen im Hintergrund auftaucht und gleich wieder abtaucht. Daraus entstehen Spannungs-Spitzen, denen jedes Mal ein Nullpunkt folgt.

Dazu trägt auch bei, dass der Hintergrund des seltsamen Geschehens nicht erarbeitet wird. Der Zuschauer bekommt keine Spannungshäppchen einer dramatischen Familiengeschichte zu sehen und auch nicht die grauenvolle Entstehungsgeschichte eines Dämons. Vielmehr werden die Hintergründe in einigen Sätzen im Klartext erzählt. Das ist keine Polemik von mir, sondern die Story des Films füllt kein Post it. Mit Megan kann ich leider nicht mitfühlen, weil ich sie nicht kennenlerne. Sie ist der klassische Cop, deren Partner wegen ihrer Ladehemmung gestorben ist.

Die Logik macht früh Feierabend. So fotografiert Megan alle eingelieferten Leichen. Diese Fotos speichert der Computer selbsttätig. Die Fingerabdrücke werden per Scanner erfasst, ausgedruckt und dann erneut eingescannt. Der Fingerabdruck-Scanner ist vermutlich nur aus einem Grund nicht direkt an den PC angeschlossen. Megan gibt den Ausdruck an ihren Ex-Freund, der zufällig auch Polizist ist und ihr bei der Recherche hilft. Das verleiht der Story jedoch keine Spannung. Warum Menschen, die während ihrer Schicht spurlos verschwinden nicht vermisst werden, verstehe ich nicht und auch nicht, warum es für den Spannungsaufbau nicht genutzt wird.

Eine besondere Rolle spielt die Leichenhalle. Auffällig ist die Beleuchtung mit ihrem Kreuz aus Licht und dass die Gänge per Bewegungsmelder erleuchtet werden. Megan steht wiederholt im Flur und fuchtelt mit den Armen, damit das Licht anspringt. Ein schöner Effekt für eine Verfolgungsjagd. Doch dazu nutzt die Handlung das Licht nicht. Stattdessen bockt der Bewegungsmelder und das Stilmittel Licht nervt auf die Dauer. Dunkelheit und Dämmerlicht, in die der Film seine Handlung taucht, sorgen nicht für die erwünschte Platzangst. Auch der vielleicht gewollte Programmkino-Effekt tritt nicht ein. Die Begrenzung auf wenige Handlungsorte verwandelt den Film nicht in ein Kammerspiel.

Fazit
The Possession of Hannah Grace ist ein erstaunlich blutarmer Vertreter seines Genres. Er beginnt wie ein klassischer Exorzismus-Film und schwenkt dann in Ungewissheit um. Leider baut er die falsche Art von Spannung auf. Ich sitze im Kino und warte gespannt darauf, dass endlich etwas passiert.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 86
Genre: HorrorMystery
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 31.01.2019

Regie: Diederik Van Rooijen
Drehbuch: Brian Sieve

Schauspieler: Shay Mitchell (Megan Reed) • Grey Damon (Andrew Kurtz) • Kirby Johnson (Hannah Grace) • Nick Thune (Randy) • Louis Herthum (Man) • Stana Katic (Lisa Roberts) • Maximillian McNamara (Dave) • Jacob Ming-Trent (Ernie Gainor) • James A. Watson Jr (.Dr. Henry Lewis) • Marianne Bayard (Fahrerin) • Adrian M. Mompoint (Fahrer) • Matt Mings (Megans Partner) • Gijs Scholten van Aschat (Father Marcato) • Guy Clemens (Father Cunningham)

Produktion: Todd Garner • Sean Robins
Szenenbild: Paula Loos
Kostümbild: Deborah Newhall
Maskenbild: Julie LeShane
Kamera: Lennert Hillege
Musik: John Frizzell
Schnitt: Stanley Kolk • Jake York


Bild: Sony Pictures

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