Voll gepunktet

Kinoplakat Voll gepunktet

Was könnte so wichtig sein, dass sechs junge Leute Kopf und Kragen riskieren, um bei einem Test schummeln zu können? Die Sache erscheint in einem anderen Licht, wenn es um den SAT geht, den amerikanischen Einstufungstest für die College-Zulassung. Wer verliert, ist draußen oder ihm wird der Zugang zur gewünschten Elite-Ausbildung verwehrt.

Die Frage, ob ein Einstufungstest wirklich über den Rest des Lebens entscheiden kann, stellt der Film zunächst nicht. Der Scholastic Aptitude Test entscheidet in Amerika über die Zulassung sowie darüber, welches College besucht werden darf. Die Angst vorm Versagen ist gegeben und schweißt sechs junge Leute mit unterschiedlichen Beweggründen zusammen: Für Francesca (Scarlett Johanson) ist es eine sportliche Herausforderung mitzumachen. Anna (Erika Christensen) kämpft mit dem enormen Erfolgsdruck ihres Elternhauses. Ihr könnte die Testsituation zum Verhängnis werden. Desmond (Darius Miles) möchte neben der Karriere als Profi-Basketballer eine zweite Basis in der Hinterhand haben; nicht zuletzt sieht das auch seine Mutter so. Allerdings könnte er mangels Wissen am Test scheitern. Kyle (Chris Evans) ist der klassische Streber, der nur seinen Traum im Kopf hat: Er will Architekt werden und ist bereit dafür auch einen illegalen Weg zu gehen. Matty (Bryan Greenberg) ist ein wenig naiv, mischt aber mit. Roy (Leonardo Nam) ist ein Programmierer, den die ganze Sache anfangs wenig motiviert. Das ändert sich, als ihm Desmonds Mutter ordentlich die Leviten liest.

Um den SAT zu knacken, versucht die Crew ins Büro der Firma einzubrechen, die den Test erstellt. Geplant und durchgeführt wird die Aktion wie ein typischer "Coup des Lebens". Die Personen werden eingeführt, treffen aufeinander, es gibt Reibereien und die Liebe spielt eine Rolle. Es folgt die strategische Planung, zu der Baupläne besorgt werden, der Ort des Geschehens ausgekundschaftet usw. Unter der Erzählung von Kyle, der die Rolle des Chefs übernimmt, nehmen die Ereignisse ihren turbulenten Lauf.

Leider bleibt der Film eine Entwicklung seiner Charaktere ebenso schuldig wie eine Zeichnung. Sechs lebende Klischees agieren nebeneinander. Da versucht der stetig bekiffte Roy den Pausenclown zu geben, was nach wenigen Minuten nervt. Zwischenzeitlich und am Ende schlägt der Film ins Moralische um. Einmal dann, wenn Kyle von seinem älteren Bruder eine Standpauke über die Werte des Lebens gehalten bekommt und dann, wenn die eigentlichen Sieger auf ihren Vorteil verzichten, weil sie erkannt haben, dass ihre Eigenständigkeit von einem standardisierten Test nicht beeinträchtigt wird und, dass wenn man an seinem Lebenstraum festhält, ihn auch erreicht, egal, was ein Test sagt. Eine magere Erkenntnis, die die Frage aufwirft, ob es dazu einen Film braucht?
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: The Perfect Score
Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 92
Genre: Spielfilm
Verleih: United International Pictures
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 10.06.2004
Heimkino: 16.12.2004

Regie: Brian Robbins
Drehbuch: Mark Schwahn • Marc Hyman • Jon Zack

Schauspieler: Scarlett Johansson (Francesca) • Chris Evans (Kyle) • Erika Christensen (Anna) • Bryan Greenberg (Matty) • Darius Miles (Desmond) • Leonardo Nam (Roy) • Matthew Lillard (Larry) • Tyra Ferrell (Desmonds Mutter) • Kyle Labine (Dave) • Lorena Gale (Proctor) • Iris Quinn (Kyles Mutter) Michael Ryan (Annas Vater)

Produktion: Roger Birnbaum • Jonathan Glickman • Brian Robbins • Michael Tollin
Szenenbild: Jaymes Hinkle
Kostümbild: Melissa Toth
Maskenbild: Victoria Down
Kamera: Clark Mathis
Musik: John Murphy
Schnitt: Ned Bastille


Bild: United International Pictures

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