What a Man

Kinoplakat What a Man

Matthias Schweighöfer begibt sich auf die Suche nach der Richtigen. Leichter gesagt als getan, wenn Mann Hörner aufgesetzt bekam und das Selbstbewusstsein Schlagseite hat.

Nach dem Aus der Beziehung kommen die Zweifel. Was hat er was ich nicht habe? Alex fasst den Entschluss der Selbstfindung. Etwa im Wald eine Schrei-Therapie machen. Ist das der Weg? Vielleicht liegt die Antwort einfach zu nahe? Ist es die beste Freundin? Die Frau, mit der man alles haben kann außer einer Beziehung.

Kritik

Komödien made in Germany haben gerne so ihre Tücken. Etwa wenn sie das Thema "Drei sind einer zu viel" abhandeln. Diese Klippe umschifft "What a Man" zwar, begibt sich dennoch in andere Untiefen. Hier fehlt es an entscheidenden Aspekten wie zum Beispiel am roten Faden. Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer ist laut Presseheft auf der Suche nach dem, was einen modernen Mann ausmacht. Aus dem fertigen Film kann ich das kaum herauslesen. Die Witze haben mit Selbstfindung wenig zu tun. Es geht auch nicht um die Entlarvung von Geschlechtsklischees. Vielmehr ist die Handlung die meiste Zeit auf der Suche nach dem Witz, der weder aufkommen noch zünden will.

Die Handlung besteht aus einer Aneinanderreihung von Einfällen, die in der Summe keine runde Geschichte ergeben. Sie lässt sich herunterbrechen auf: Mann hat einen Hang zu falschen Partnerinnen, obwohl er die Frau seines Lebens bereits kennt. Das weiß außer ihm selbst jeder. Das wäre klassisch, denn oft weiß der Zuschauer mehr als die Darsteller. Doch in "What a Man" ist der Weg nicht das Ziel, weil die aufeinanderfolgenden Szenen keine Geschichte erzählen.

Erschwerend kommt hinzu, dass das, was dargeboten wird, in sich nicht stimmig ist. So harmonieren etwa die Konstellationen nicht. Matthias Schweighöfer als Alex soll ein verstaubter Junglehrer sein, der mit seiner zickigen Modell-Freundin in einer Designer-Wohnung lebt. Doch die Zwei passen nicht zueinander und er nicht in die Luxuswohnung. Weiterhin ist Alex zwar etwas umständlich, aber kein Öko. Weshalb Nele, die Umweltaktivistin vielleicht eine Freundin sein könnte, aber als Partnerin ebenfalls nicht infrage kommt. Außerdem begreife ich die Verbindung zwischen den Freunden Okke (Elyas M'Barek) und Alex nicht. Was verbindet einen Kopfmenschen mit einem unterbelichteten Kiosk-Betreiber?

Ferner überzeugt die Zeichnung der Personen nicht. Matthias Schweighöfer ist auf der einen Seite ein Mann, der darauf angewiesen ist, dass ihm seine Freundin die Klamotten herauslegt, die er tragen soll. Andererseits verbringt er seine Tage im Fitnessstudio? Wie passt diese Körperfixierung zur Hilflosigkeit? Mavie Hörbigers Zickigkeit soll wohl lustig sein - nervt allerdings nur. Sibell Kekilli bleibt eine blasse Figur ohne weitergehenden Ausdruck und Charme. Womit die Frage im Raum steht, weshalb sich jemand in sie verlieben sollte? Nicht zuletzt sind Elyas M'Bareks hormongesteuerte Kommentare unangenehm.

Zum Humor kann ich wenig sagen, weil ich so gut wie nie lachen muss. Hier nur einige Beispiele: Was ist daran komisch, wenn ein Mann im gemeinsamen Kleiderschrank das Sexspielzeug der Freundin findet? Hat ein Mann im Jahr 2011 noch nie ein Ding aus Gummi gesehen? Wieso spaziert ein Schrei-Therapeut in langen, weißen Unterhosen durch den Wald? Welcher Mann ist so ungeschickt, dass er eine Frau beim Anmachen fragt, ob sie gerade auf dem Klo war und gekackt hat? Wieso sagt die türkische Oma fast nie etwas. Und das, was sie in Türkisch sagt, hat keine deutschen Untertitel. Hat sie nun etwas Witziges gesagt?

Die Leistung der Darsteller machen die genannten Schwächen nicht wett. Sie agieren eher schlecht als recht. Schweighöfers Alex soll liebenswert sein, weil er so umständlich ist. Wäre machbar, zeigte Schweighöfer Ausstrahlung und Charisma. Ich frage mich, ob er zu einem Trick greift, um seine Blässe zu kaschieren? Umgibt er sich mit schwachen Darstellern, beziehungsweise inszeniert er als Regisseur seine Mitspieler noch schwächer als sich selbst? Leider patzen auch die anderen Handwerker. So zeigen Beleuchtung und Kamera die Darsteller teils aus ungünstigen Perspektiven oder stellen sie in unvorteilhaftes Licht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %


Land: Deutschland
Jahr: 2011
Laufzeit ca.: 95
Genre: KomödieRomantik
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 25.08.2011
Heimkino: 24.02.2012

Regie: Matthias Schweighöfer
Drehbuch: Doron Wisotzky • Matthias Schweighöfer

Schauspieler: Matthias Schweighöferr (Alex) • Mavie Hörbiger (Carolin) • Thomas Kretschmann (Jens) • Elyas M'Barek (Okke) • Sibel Kekilli (Nele) • Luise Bähr (Krankenschwester Nina) • Friedrich Mücke (Arzt) • Pasquale Aleardi (Etienne) • Milan Peschel (Volker) • Gitta Schweighöfer (Frau Schlupp) • Nora Tschirner (Junge Frau im Pandakostüm) • Katharina Schüttler (Angestellte Reisebüro) • Antoine Monot Jr. (Vater Alex) • Friederike Kempter (Stewardess)

Produktion: Gabriela Bacher
Szenenbild: Bertram Strauss
Kostümbild: Katharina Schnelting
Maskenbild: Charlotte Chang
Kamera: Bernhard Jasper
Ton: Michael Busch
Musik: Peter Horn • Andrej Melita
Schnitt: Hans Horn • Olivia Retzer


Bild: 20th Century Fox

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