Annabelle 3

Kinoplakat Annabelle 3

Der Film "Annabelle 3", der im englischen treffender "Annabelle Comes Home" heißt, bildet ein weiteres Puzzlestück der Conjuring-Reihe, indem es erzählt, wie die Puppe Annabelle in die Asservatenkammer der Warrens gelangt.

Bereits der Transport ist ein Wagnis und Lorraine Warren (Vera Farmiga) und ihr Mann Ed (Patrick Wilson) sind froh, als Annabelle endlich in der gesegneten Vitrine verstaut ist. Der Friede währt ein Jahr, bis kurz vor dem Geburtstag von Tochter Judy (Mckenna Grace), die an der Schule eine Außenseiterin ist, weil ihre Eltern als Dämonologen arbeiten. Eine echte Freundin hat sie in Mary Ellen (Madison Iseman), die ihre Babysitterin ist, während die Eltern über Nacht an einem Fall arbeiten. Das nutzt Daniela (Katie Sarife) aus, die vorgibt ebenfalls eine Freundin zu sein - aber einen ganz anderen Plan hat. Sie verschafft sich Zugang zum Artefaktenraum der Warrens und entfesselt die Dämonen, die im Zusammenhang mit den eingelagerten Objekten stehen. Daraufhin erleben das Mädchen und die Teenager eine Nacht des Horrors.

Kritik

Der Film ist eine Erweiterung des Bisherigen. Neu daran ist, dass Gary Dauberman nicht nur das Drehbuch schrieb, wie für die zwei vorhergehenden Annabelle-Filme, sondern auch Regie führte. Somit fügt sich "Annabelle 3" nahtlos in die Reihe ein, weil er die bekannten Stilmittel verwendet. Geister stehen im Hintergrund oder tapern durchs Bild. Nur im Ausnahmefall greifen sie direkt an. Die Türen des Hauses sind seit Jahrzehnten nicht mehr geölt worden. Wie in Horrorfilmen üblich, spielen Kreuze eine Rolle. Entweder künden sie durch den Kopfstand das Nahen des Bösen an oder es hilft das Kruzifix dann, wenn nix mehr hilft. Blut wird keines vergossen und die FSK honoriert das mit einer Freigabe von 16 Jahren. Alles in allem ist der Horror guter Standard.

Der Spannungsbogen überzeugt nur bedingt. Nach der vor allen Dingen von Vera Farmiga gut gespielten Einführung, geben die Erwachsenen an die jüngere Generation ab. Die ist schwer von Begriff, es muss beispielsweise ein Werwolf angreifen, bis klar ist, dass diese Nacht kein Spaß wird. Dann erleben die Eingeschlossenen den Grusel vorwiegend in Einzelkämpfen, wodurch die Handlung zwischen bis zu vier Personen springt und leider wiederholt die Spannung bis auf den Nullpunkt zieht, weil nach dem Aufflammen des Grauens immer wieder belanglose Szenen folgen. Was dem Film auch den Anstrich eines gedehnten Stoffes verleiht. So fällt beispielsweise Danielas erster Besuch im verbotenen Zimmer zu lang aus. Ihr Beweggrund ist nachvollziehbar und sie handelt erstaunlich dreist. Das Versteck für die Schlüssel zur Asservatenkammer sind Profis wie den Warrens nicht würdig und eine der schnellen Lösungen des Drehbuchs, dessen Geschichte schlussendlich wenig aussagt. Es greift Themen von Heranwachsenden auf. Wie finde ich Freunde? Zum ersten Mal verliebt. Nur das Thema Schuldgefühle tanzt aus der Reihe, weil es alterslos ist. Eine auf einen Dämon bezogene Geschichte erzählt der Film nicht. Es werden also keine Hintergründe enträtselt. Das Ehepaar Warren spielt leider nur eine Nebenrolle.

Wie gehabt frönt der Film den späten 1970er Jahren. Mode, Frisuren sowie die Tapeten sind auf ihre Weise gruselig anzusehen; etwa die Fönwellen der Frauen oder Patrick Wilsons Koteletten. Die Musik kommt übermächtig zum Einsatz und unterstreicht das mulmige Gefühl. Das Szenenbild ist überwiegend gesetzt bis dunkel.

Fazit
Der Film "Annabelle 3" ist solider Grusel. Nicht so schwach wie "The Nun" und nicht so stark wie "Conjuring – Die Heimsuchung". Die Besetzung spricht verstärkt Teenager an und ist auch für ältere Semester durchaus sehenswert. Zu empfehlen für alle, die Lust auf einen soliden Grusel-Film haben.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Annabelle Comes Home
Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: -
Genre: GruselSpannung
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 04.07.2019
Heimkino: -

Regie: Gary Dauberman
Drehbuch: James Wan • Gary Dauberman

Schauspieler: Vera Farmiga (Lorraine Warren) • Patrick Wilson (Ed Warren) • Mckenna Grace (Judy Warren) • Emily Brobst (Rory) • Samara Lee (Bee) • Steve Coulter (Father Gordon) • Sade Katarina (Pflegerin) • Stephen Blackehart (Thomas) • James William Ballard (Elternteil in der Schule) • Brittany Hoza (Junge Frau) • Eddie J. Fernandez (LKW-Fahrer) • Michael Cimino (Bob Palmeri)

Produktion: Peter Safran • James Wan
Szenenbild: Jennifer Spence
Kostümbild: Leah Butler
Maskenbild: Eleanor Sabaduquia
Kamera: Michael Burgess
Musik: Joseph Bishara


Bild: Warner Bros.

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