Baader

Kinoplakat Baader

Programmkino über den Terroristen Andreas Baader. Das Thema Terrorismus ist sicherlich kein einfaches Thema. Welche Beweggründe treiben Menschen in den Terrorismus? Ist es Verzweiflung, Wut, Ohnmacht? Kommen diese Menschen mit ihrem eigenen Leben zurecht oder fehlen ihnen Wurzeln? Wie menschenverachtend muss man denken, wie verblendet muss man sein, um als Terrorist andere, fremde unbekannte Menschen töten zu können? Und das Ganze für ein abstraktes Ziel! Fragen, die mir beim Stichwort Terrorismus durch den Kopf gehen. "Baader" stellt dies anders dar.

Wenige Jahre wurden aus dem Leben der Hauptperson Andreas Baader herausgegriffen. Baader, ein Mann ohne Vergangenheit, stolziert wie Hahn durch diesen Kunstfilm. Menschliche Regungen sind ihm fremd, Beweggründe braucht es keine. Alles Naturalistische wurde aus dem Drehbuch verbannt. Anstelle von Dialogen werden Phrasen gedroschen. Selbst in kritischen Momenten hagelt es nur Parolen und markige Sprüche. Menschliche Abziehbilder der Personen, die sie darstellen sollen.

Nuancierte Momente sucht der Zuschauer vergeblich. Das subtilste Zeichen im Film ist Rauchen als Zeichen der Anspannung. Folglich qualmen alle Darsteller wie die Schlote. An andere Ausdrucksmöglichkeiten wie Nägelkauen oder Haarezwirbeln kommen nicht vor.

Es geht es um Künstlichkeit. Ein Film als intellektuelles Kasperletheater. Selbst das Finale, in dem Baader praktisch hingerichtet wird, verkommt zur Belanglosigkeit, weil zwischen den Figuren auf der Leinwand und dem Zuschauer kein Kontakt entsteht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: Deutschland
Jahr: 2001
Laufzeit ca.: 115
Genre: Drama
Verleih: Prokino
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 15.02.2002
Heimkino: 23.06.2003

Regie: Christopher Roth
Drehbuch: Moritz von Uslar

Schauspieler: Frank Giering (Andreas Baader) • Laura Tonke (Gudrun Ensslin) • Vadim Glowna (Kurt Krone) • Michael Sideris (Kurt Wagner) • Jana Pallakse (Karin) • Hinnerk Schönemann (Victor) • Sarah Riedel (Inga) • Bastian Trost (Jan) • Sebastian Weberstein (Erwin) • Ludger Blanke (Polizist) • Birge Schade (Ulrike Meinhof) • Wolfgang Riehm • Wolfgang Ritter • Ellen Schlootz • Andreas Hofer • Rudi Knauss

Produktion: Stephan Fruth • Mark Gläser • Christopher Roth
Kamera: Jutta Pohlmann • Bella Halben
Musik: Bob Last
Schnitt: Barbara Gies • Christopher Roth


Bild: Prokino

1 customer review

befriedigend
15.02.02
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