Baltic Storm

Kinoplakat Baltic Storm

Das Drama basiert auf dem Untergang der schwedisch-estnischen Fähre "Estonia" in der Nacht vom 27. auf den 28. September 1994. Unter den Überlebenden des Fährunglücks befindet sich Erik Westermark (Jürgen Prochnow). Der schwedische Rechtsanwalt hat bei der Überfahrt seinen Sohn verloren. Julia Reuter (Greta Sacchi)  interviewt ihn mit eiskalter Routine im Krankenhaus. Als sie ihren Bericht bei ihrem Nachrichtensender in Deutschland anmoderiert, wird der Beitrag jäh gestoppt. Der verantwortliche Redakteur bekam von ganz oben einen Anruf und verpasst ihr nicht nur einen Maulkorb, sondern feuert sie. Damit nicht genug muss sich Julia Reuter auch mit privaten Problemen herumschlagen.

Wieder in Schweden stößt sie bei den Behörden auf eine Mauer des Schweigens. Die Untersuchungskommission flüchtet sich in Ausreden und ihre Erklärungen zum Fährunglück klingen unglaubwürdig. Die Journalistin verlässt sich auf ihren Instinkt und die Hilfe von Erik Westermark, der ebenfalls Licht ins Dunkel bringen will. Gemeinsam ziehen sie los und decken eine Vertuschungs-Maschinerie von ungeheuren Ausmaßen auf.

Kritik

Eine große europäische Produktion sollte der Film "Baltic Storm" werden und hätte es werden können, doch heraus kam ein schwaches Fernsehspiel, das im Kino verloren wirkt. Auf der Habenseite verbucht der Film einen Spannungsbogen, der bis zum Ende reicht und die Besetzung bietet bekannte Gesichter auf. Die naive Darstellungsweise sowie das holperige Drehbuch trüben den Eindruck. Die Einleitung beginnt wie die Dokusoap eines Privatsenders. Ebenfalls unglücklich: die verwackelten, grünen Bilder und eingefrorenen Momente, die zu effektheischend wirken. Die Charakterisierung der Figuren ist naiv. Die Journalistin heißt mit Nachnamen Reuter; fehlte nur, dass ihr Chef dpa hieße. Sie hetzt engagiert durch die Handlung und löst nebenbei auch ihre privaten Probleme. Da sie geschieden ist und Erik Westermark verwitwet, verlieben sie sich ineinander. Die Barfrau der Estonia erkennt sofort, dass es sich bei den finsteren Männern um Männer vom KGB handelt. Die Geheimdienste schalten regelmäßig telefonische Dreierkonferenzen, bei denen sie ihre Vertuschungsversuche im Klartext absprechen. Lassen sich dabei abhören und sind deshalb später erpressbar. Diese naive Handschrift summiert sich, bis sie wie gewollt und nicht gekonnt erscheint.

Fazit
Die Schauspieler können einige Scharten des Drehbuchs wettmachen, doch den gestelzten Dialogen können auch sie keine Lebensnähe verleihen. Das ist schade, denn das Potenzial ist vorhanden.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %


Land: Deutschland
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 116
Genre: Drama
Verleih: Buena Vista
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 16.10.2003
Heimkino: 16.09.2004

Regie: Reuben Leder
Drehbuch: Reuben Leder

Schauspieler: Donald Sutherland (Lou Aldryn) • Greta Scacchi (Julia Reuter) • Jürgen Prochnow (Erik Westermark) • Dieter Laser (Gehrig) • Jürgen Schornagel (Jan Peters) • Barbara Schöne (Ingrid Peters) • Rein Oja (Captain Arvo Kallas) • Herb Andress (Juri Roos) • Birgit Stein (Tiina Ronk) • Thure Riefenstein (Mika Galt) • Francis Fulton-Smith (Markus Dackel) • Jürgen Tarrach (Gregor Karpatitsch) • Andreas Guenther (Rock Weber) • Patrizia Moresco (Elke Groat) • Michael Schreiner (Dr. Sergei Raspoff)

Produktion: Kaj Holmberg • Jutta Rabe
Szenenbild: Joris Hamann
Kostümbild: Tanja Weck
Maskenbild: Lena Lazzarotto
Kamera: Nicolas Joray • Robert Nordström
Musik: Mauri Sumén
Schnitt: Alan Strachan


Bild: Buena Vista

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