Blueberry und der Fluch der Dämonen

Kinoplakat Blueberry und der Fluch der Dämonen

Vom Comic auf die Leinwand: Der Westernheld und seine Plagegeister. Die Figur des Mike Blueberry entspringt der gleichnamigen Comicserie von Jean-Michel Charlier und Jean Giraud (auch bekannt als Moebius). Seit den Sechzigern scheiterten alle Pläne, den Westernhelden auf die Leinwand zu bringen. Erst 2004 erblickt Mike Blueberry in Frankreich das Licht der Kinowelt – wunschgemäß als französische Produktion. Dennoch haben Fans und Cineasten wenig Grund zur Freude. "Blueberry und der Fluch der Dämonen" ist ebenso langatmig wie sperrig geraten.

Mike Blueberry (Vincent Cassel) wird in früher Jugend in den dramatischen Tod seiner Geliebten verwickelt. Die arbeitet über dem Saloon (als Hure). Außer Blueberry selbst ist auch sein Widersacher Wally Blount (Michael Madsen) ins Geschehen verwickelt, der dadurch für den jungen Mann zum Erzfeind wird. Dieses große Rachethema bildet das Rückgrat der Story; weitere kleine Rachethemen laufen am Rande mit.

Jahre nach dem Tod der Geliebten ist Blueberry Marshall von Palomito. Nahe bei der Stadt soll es einen sagenumwobenen Indianerschatz geben. Doch nur wer die entsprechende Karte besitzt, kann ihn finden. Deshalb zieht Blount eine blutige Spur durchs Land. Nicht ahnend, dass Blueberry in der Zwischenzeit Freundschaft mit den Indianern schloss und auf ihre Hilfe zählen kann. Schließlich ist der gesuchte Berg eines ihrer Heiligtümer, welches nicht entweiht werden darf.

Vor der schönen Kulisse Mexikos spult Regisseur Jan Kounen ein zähes Ringen ab. Die Landschaft macht ihre Sache gut. Die Darsteller sind akzeptabel, Regie und Drehbuch zu versponnen. Laut Verleih wollte Kounen weder "eine detailgetreue Reproduktion des Comics" auf die Leinwand bringen, noch ging es "um die Herstellung eines echten Western". Den Vergleich mit den Comics muss ich schuldig bleiben. Was den Western anbetrifft, hat Kounen sein Ziel verfehlt. Die erste Hälfte des Films ist eine klassische, langatmige Western-Inszenierung.

In vielen Rückblenden erlebt der Zuschauer die Lebensgeschichte des Mike Blueberry, inklusive der Darstellung seiner Dämonen. Zahlreiche Kriechtiere, Schlangen und Krakenarme haben ihren Auftritt; später weichen sie im Fantasieteil Farbspielen wie aus Lasershows.
Ich vermute jetzt, dass dies die innere Sinnsuche des Helden darstellt. Zumal Blueberry mit Indianern in Kontakt steht und vielleicht bewusstseinserweiternde Pflanzen oder Drogen konsumiert. Mit Sicherheit will ich das nicht behaupten.
Der Brückenschlag zwischen erstem und zweitem Teil ist nicht gelungen. Zudem ärgert es, dass der Film ein dünnes Thema auf 124 Minuten auswalzt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Blueberry
Land: Frankreich
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 124
Genre: ComicWestern
Verleih: Tobis
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 01.07.2004
Heimkino: 15.03.2005

Regie: Jan Kounen
Drehbuch: Gérard Brach • Matt Alexander • Jan Kounen

Schauspieler: Vincent Cassel (Mike) • Juliette Lewis (Maria Sullivan) • Michael Madsen (Wallace Sebastian Blount) • Temuera Morrison (Runi) • Ernest Borgnine (Rolling Star) • Djimon Hounsou (Woodhead) • Eddie Izzard (Baron Werner Amadeus von Luckner / Prosit) • Vahina Giocante (Madeleine) • Colm Meany (Jimmy McClure) • Geoffrey Lewis (Sullivan) • Jan Kounen (Billy) • Tchéky Karyo (Der Onkel)

Produktion: Thomas Langmann • Ariel Zeitoun
Szenenbild: Michel Barthélémy
Kamera: Tetsuo Nagata
Musik: Jean-Jacques Hertz • François Roy
Schnitt: Jennifer Augé • Bénédicte Brunet • Joël Jacovella


Bild: Tobis

1 customer review

befriedigend
01.07.04
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