Confidence

Kinoplakat Confidence

Wenn Betrüger einen Betrüger betrügen. Alles halb so wild, wenn die Idee besser ist als die Umsetzung.

Am Anfang des Films ist Trickbetrüger Jake Vig (Edward Burns) scheinbar am Ende und legt gezwungenermaßen ein Geständnis ab. Er erzählt, was bisher geschah: Jake und seine Bande haben die perfekte Masche erfunden. Sie erschleichen sich das Vertrauen eines Opfers, überreden es zu einem Coup - doch dann geht etwas schief. Es geschieht vor den Augen des Opfers ein Mord, das Opfer kann nur um Haaresbreite entkommen. Sein Geld ist natürlich futsch. Am Ende sind Jake und seine Mitstreiter die lachenden Dritten, die den Mord nur inszeniert haben.

Jeder Coup lief nach diesem Strickmuster ab, doch dann ging das perfekte Verbrechen schief. Ausgerechnet den Buchhalter des Kings (Dustin Hoffman) hatten sie sich ausgesucht. Jakes Bande hatte zwar dessen Vertrauen (Confidence) gewonnen und der angebliche Mord klappte perfekt - doch kurz nach dem Verbrechen wurden zwei Mitglieder der Bande erschossen aufgefunden. Was tun? Kopflos flüchten oder sich dem King stellen? Jake entschied sich für die Konfrontation und bot dem King an, für ihn zu arbeiten. Sollte es ihm gelingen größten Konkurrenten des Kings auszurauben, wäre die Schuld beglichen. Die Gespräche mit dem King liefen in dessen Striptease-Bar ab; somit war noch Platz für Erotik.

Das aktuelle Opfer wäscht für die Mafia Geld. Um an den Mann heranzukommen, holt Jake die Taschendiebin Lily (Rachel Weisz) mit ins Boot. Die gibt sich zunächst spröde, doch lange kann sie (dem Charme von Jake) nicht widerstehen. Was Jake nun ausbaldowert ist trickreicher denn je. Er muss unglaubliche Winkelzüge, doppelte Böden und gezinkte Karten verwenden, damit der Trickbetrug stattfinden kann. Um es Jake nicht zu leicht zu machen, stellt ihm der Film zwei Hindernisse in den Weg. Der King gibt Jake einen Partner an die Seite. Travis (Morris Chestnut) ist nicht besonders helle, dafür aber umso anhänglicher. Er klebt an Jake wie Fliegen am Honig und macht ihm so das Leben schwer. Des Weiteren findet das Ganze unter den wachsamen Augen des FBI-Agenten Butan (Andy Garcia) statt. Und auch der King beherrscht das Spiel unter falschen Vorzeichen. Wer betrügt also am Ende wen?

Kritik

Die Idee mit den doppelten Böden und der verwinkelten Handlung ist nett ausgedacht und ebenso inszeniert. Einen Zaubertrick mehrfach zu verwenden, nämlich ein Ende zu inszenieren, das einen Teil der Handlung wiederholt ist ungeschickt, weil man als Zuschauer bereits vor der endgültigen Auflösung errät, wo der Hase im Pfeffer liegt. Zudem verliert das Drehbuch dann an Überraschungsmomenten, wenn man genügend aufpasst und nahe liegende Fragen stellt, ehe der Film diese Frage stellt beziehungsweise die Auflösung präsentiert.

Edward Burns als Kopf der Bande wirkt nicht wie ein Genie, das die Verbrechen vorher bis ins kleinste Detail plant und anschließend in die Tat umsetzt. Er macht den Eindruck als glaube er, es reiche aus unheimlich cool auszusehen und den Film mit nur einem Gesichtsausdruck durchzuziehen. Seine Mitstreiter versuchen ebenfalls möglichst viel Style zu verbreiten. Dustin Hoffman spielt die durchgeknallte Rolle beängstigend gut und weiß ich wieder, weshalb ich schmatzend Kaugummi kauende Menschen unsympathisch finde.

Die teilweise extrem unruhige Schnittfolge verleiht dem uncharmanten Film keinen Charme. Im englischen Presseheft heißt es: "Sometimes style can get you killed." Wie der Film beweist, ist Style eben nicht gleich Style und nicht alles.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60%


Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 97
Genre: Krimi
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 08.01.2004
Heimkino: 24.05.2004

Regie: James Foley
Drehbuch: Doug Joung

Schauspieler: Edward Burns (Jake Vig) • Rachel Weisz (Lily) • Andy García (Gunter Butan) • Dustin Hoffman (King) • Paul Giamatti (Gordo) • Donald Logue (Whitworth) • Luis Guzmán (Manzano) • Brian Van Holt (Miles) • Franky G (Lupus) • Morris Chestnut (Travis) • Ethan Embry (Bobby) • Tommy "Tiny" Lister (Harlin) • John Carroll Lynch (Grant Ashby) • Louis Lombardi (Big Al) • Leland Orser (Lionel Dolby)

Produktion: Michael Burns • Marc Butan • Michael Ohoven • Michael Paseornek
Szenenbild: William Arnold
Kostümbild: Michele Michel
Maskenbild: Rick Sharp
Kamera: Juan Ruiz Anchía
Musik: Christophe Beck
Schnitt: Stuart Levy


Bild: Universum Film

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