Doom - Der Film

Kinoplakat Doom

Die Verfilmung des gleichnamigen Ego-Shooters bietet in erster Linie geradlinige Action und eine relativ komplexe Story. Laut Eigenwerbung sieht sich "Doom" als "terrifying sci-fi horror adventure". Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Auf dem Mars hat es in der Olduvai Forschungsstation ein Unglück gegeben, dem alle Forscher zum Opfer fielen. Obwohl es zunächst so aussieht, als sei die Bedrohung von Außen gekommen, stellt man später fest, dass es aus der Station kein Entkommen gab. Der Zuschauer weiß nicht mehr als die Protagonisten und nur in kleinen Schritten wird das Rätsel gelöst. Um die heiß begehrten Forschungsergebnisse zu sichern, wird die RTS (Response Tactical Squad) nebst einer hartnäckigen Wissenschaftlerin auf den Planeten entsandt. Hier herrscht alsbald die klassische Rollenteilung. Während die Männer die Station durchforsten, auf der Suche nach Überlebenden, bleibt die Forscherin in der scheinbaren Sicherheit eines Laborraums zurück. Doch schon bald geraten die Fronten ins Wanken. Ein verletzter Forscher, der den Rettern unter den Händen wegstirbt, erhebt sich von seinem Totenbett ... So kommt Stück für Stück die Wahrheit hinter der Tragödie ans Tageslicht, begleitet von steigendem Horror, während die Truppe unter der Leitung ihres knallharten Kommandanten (Dwayne Johnson) leidet. Der fordert blinden Gehorsam – koste es, was es wolle.

Kritik

Erwartet hatte ich doofe Action mit müder Story. So etwas wie: Es gibt Zombies auf dem Mars, die man töten muss. Doch dann überraschen mich die relativ gut gesetzte Action und eine schlüssige Handlung. Zugegeben, der Anfang lahmt etwas und nicht alles im Film ist logisch. Unbeantwortet bleibt zum Beispiel die Frage, weshalb die Soldaten dunkle Räume untersuchen und erst nach Beendigung der Inspektion das Licht einschalten?

Auch wenn ich das PC-Spiel "Doom" nicht selbst gespielt habe, reicht meine Erfahrung mit Ego-Shootern aus, um zu sagen, dass dieser Film dichter an einem PC-Spiel siedelt als zum Beispiel "Alone in the Dark" und "Resident Evil: Apocalypse". Das beginnt bei den Szenarien, in denen die Soldaten mit Taschenlampen in dunkle Gänge leuchten und findet seine konsequenteste Umsetzung im Finale. Dann wird die Leinwand zum riesigen Bildschirm und vom Protagonisten ist nur noch die Waffe zu sehen. Wie bei einem PC-Spiel springen ihn diverse Monster an, die geplättet werden. Das geht relativ matschig und blutig zu, sodass es nicht verwundert, dass der Film keine Jugendfreigabe hat.

Das Brachiale hat seinen Reiz. "Doom" konzentriert sich auf die Adaption – ist dreckig, blutig und markig männlich. Das ist im Fall der Reisekrankheit fast lustig: Nach dem "beamen" hinauf auf den Mars müssen die Passagiere erst einmal kotzen. Für Humor und kleine Witzchen ist insgesamt aber nur wenig Platz. So erfährst du, weshalb Menschen in Filmen nicht auf die Toilette gehen (endet tödlich). Und der Religionsfanatiker behält seinen Glauben über den Tod hinaus ... Ansonsten liegt der Schwerpunkt auf konsequenter Action; dementsprechend nietet der Kommandeur das Weichei der Truppe um, indem er ihm in den Hals schießt und das Opfer daraufhin elendig verblutet. Zumindest in der Originalfassung. Ob die deutsche Fassung noch geschnitten wird, ist zurzeit nicht in Erfahrung zu bringen. Auf die Vertiefung der Charaktere wird wenig Wert gelegt. Sie sind zwar vom Grundtypus unterschiedlich, doch damit ist ihre Charakterisierung abgeschlossen. Natürlich darf man keine schauspielerischen Höchstleistungen erwarten. Gut, etwas mehr als das dauerhafte schiefe Grinsen von Dwayne Johnson darf es schon sein, denn das wirkt spätestens im Showdown befremdlich. Schon besser gefällt Karl Urban, der in seiner Rolle wiederholt einen Anflug von Gefühlen zeigen darf.

Fazit
Zugegeben "Doom" ist einfach gestrickt und erfindet das Genre nicht neu. Nicht immer logisch, nicht sonderlich tief schürfend und mit Temposchwächen. Aber was soll's? Wer es ab und an blutig mag, sich einfach nur in den Kinosessel fläzen möchte und unterhalten lassen, kommt auf seine Kosten.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Alternativtitel: Doom – Der Film
Land: USA
Jahr: 2005
Laufzeit ca.: 100
Genre: ActionHorror
Stichwort: VideospielverfilmungZombie
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 18 Jahren

Kinostart: 27.10.2005
Heimkino: 16.03.2006

Regie: Andrzej Bartkowiak
Drehbuch: David Callaham, Wesley Strick

Schauspieler: Karl Urban (John Grimm) • Dwayne Johnson (Sarge) • Rosamund Pike (Samantha Grimm) • Deobia Oparei (Destroyer) • Ben Daniels (Goat) • Razaaq Adoti (Duke) • Richard Brake (Portman) • Al Weaver (Kind) • Dexter Fletcher (Pinky) • Brian Steele (Hell Knight) • Yao Chin (Mac) • Robert Russell (Dr. Carmack) • Daniel York (Huengs)

Produktion: Lorenzo di Bonaventura • John Wells
Szenenbild: Stephen Scott
Kostümbild: Carlo Poggioli
Maskenbild: Pau Loewe
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Musik: Clint Mansell
Schnitt: Derek Brechin


Bilder: Universal Pictures International

1 customer review

befriedigend
27.10.05
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