Das Haus am See

Kinoplakat Das Haus am See

Als Dr. Kate Forster schweren Herzens ihr wunderschönes Haus am See verlässt, weil sie sich beruflich verändern will, hinterlässt sie ihrem Nachfolger im Briefkasten vor dem Haus eine Nachricht. Sie bittet ihn, ihr die Post nachzusenden, entschuldigt sich für den schlechten Zustand des Geländers am Steg zum Haus, und erklärt, dass sie nicht weiß, wo die schwarzen Spuren von Hundepfoten auf dem Steg herkommen. Als Axel Wyler, der neue Mieter kurz danach einzieht und den Brief findet, wundert er sich: Das Haus ist verwahrlost, es gibt keinen Steg und es gibt auch keine Spuren von Hundepfoten.

Der Film "Das Haus am See" basiert auf dem südkoreanischen Film "Il Mare" aus dem Jahr 2000, der beim internationalen Filmfestival im südkoreanischen Pusan ein Publikumshit war. Der argentinische Regisseur Alejandro Agresti und Drehbuchautor David Auburn (Pulitzer-Preis für das Drehbuch zu "Proof - Der Beweis", verfilmt mit Gwyneth Paltrow und Sir Anthony Hopkins) verlegten die Geschichte nach Amerika. Dr. Kate Forster (sehr eindringlich: Sandra Bullock) hat an einem kleinen Krankenhaus in einem Vorort von Chicago ihre Facharztausbildung abgeschlossen. Jetzt will sie ihr Leben ändern, und nimmt eine Stelle an einem hektischen Stadtkrankenhaus mitten in Chicago an. Schweren Herzens verlässt sie ihr bisheriges Refugium, ein wunderschönes, ungewöhnliches Glashaus, das mitten in einem See steht und nur über einen Steg zu erreichen ist. Kate und ihr Hund haben hier herrliche Zeiten im Einklang mit der einsamen Natur verlebt, aber jetzt ist die Zeit des Abschieds gekommen. Vor ihrer endgültigen Abfahrt in die Stadt steckt Kate einen Brief an ihren Nachfolger in den Briefkasten am Ufer. Sie bittet ihn darin, ihr die Post nachzusenden, entschuldigt sich für den schlechten Zustand des Geländers am Steg und erklärt, dass sie keine Ahnung hätte, wo die schwarzen Spuren von Hundepfoten auf dem Steg herkämen, sie wären schon da gewesen, als sie einzog.

Wochen später zieht ein neuer Mieter in das "Haus am See". Es ist Alex Wyler (dieses Mal kein Held, sondern ein normaler Mann: Keanu Reeves), ein hochbegabter aber ziemlich frustrierter Architekt. Er arbeitet an einer Baustelle ganz in der Nähe, wo ein großer Apartmentblock hochgezogen wird, deshalb ist das "Haus am See" ideal für ihn. Doch nicht nur deshalb. Dieses extravagante Glashaus mitten im See hat sein Vater Simon Wyler (großartig als arroganter Vater: Christopher Plummer) vor vielen Jahren für seine Familie gebaut. Doch die Familie zerbrach, als der Vater als Architekt immer berühmter wurde, und alle zogen aus. Alex ist entsetzt, wie verwahrlost das Haus ist. Ziemlich erstaunt und ungläubig liest er den Brief, den Kate hinterlassen hat. Zum einen gibt es keine Spur von einem Geländer und zum anderen gibt es auch keine schwarzen Pfotenspuren. Alex hält das Ganze für einen schlechten Scherz, ignoriert den Brief, und widmet sich lieber in seiner Freizeit der Renovierung des Hauses. Er bringt auch ein Geländer an, und als er gerade beim Streichen ist, kommt ein streunender Hund angetollt, läuft durch die noch nasse schwarze Farbe, und hinterlässt genau die Pfotenspuren, die Kate in ihrem Brief beschrieben hat! Alex wird nachdenklich, und schreibt an Kate: wie sie denn von den Pfotenspuren wissen konnte, so die doch gerade erst entstanden sind? Außerdem sei das Haus seit langer Zeit unbewohnt und völlig heruntergekommen gewesen.

Kate schickt ihm einen empörten Brief, weil sie sein Antwortschreiben für einen schlechten Scherz hält. Sie stellt ihm die Frage, welches Datum an diesem speziellen Tag sei. Alex antwortet ihr: der 14. April 2004. Nein, korrigiert ihn Kate irritiert, wir haben den 14. April 2006! Nach einigem Hin und Her stellt sich zweifelsfrei heraus, dass Kate und Alex in zwei parallelen Welten leben, die genau zwei Jahre auseinander sind. Der Briefkasten vor dem "Haus am See" ist die Schnittstelle, über die sie miteinander korrespondieren können. Sie beginnen eine Brieffreundschaft, die bald in eine Briefliebe übergeht. Kate und Alex sind ein Liebespaar, das sich noch nie persönlich gesehen hat, und sich auch vermutlich nie persönlich sehen wird. So erzählen sie einander ohne Scheu und ohne Hemmungen ihr Leben, ihre Wünsche, ihre Sehnsüchte, die Verletzungen, die sie erlitten haben, die schönen Dinge, die sie erlebt haben. Alex hat übrigens den streunenden Hund, der die Pfotenspuren hinterließ behalten – und er ähnelt Kates Hund im Jahr 2006 wie ein Ei dem anderen. Je näher sie sich mit ihren Briefen kommen, je mehr sie übereinander herausfinden, desto offensichtlicher wird es, dass sie sich nicht unbekannt sind. So war Kate vor zwei Jahren gerade dabei, mit ihrem damaligen Freund Morgan (Dylan Walsh, bekannt aus der TV-Serie "Nip/Tuck") ihren Geburtstag zu feiern. Die beiden standen gerade vor dem Haus als Alex Hund lossauste, und er ihn erst wieder genau vor diesem Haus einfangen konnte. Alex entschuldigte sich für seinen aufdringlichen Köter, und Morgan lud ihn spontan zum Geburtstag ein. Alex nahm die Einladung an und verliebte sich auf der Stelle in Kate. Es kam zu einem mehr als engen Tanz und einem leidenschaftlichen Kuss, den Morgan natürlich sah. Der Kuss war schließlich der Trennungsgrund für Morgan und Kate.

Jetzt, zwei Jahre später, taucht Morgan plötzlich wieder bei Kate auf, aber die zeigt ihm so ziemlich die kalte Schulter, da sie nur Alex im Kopf hat. Alex, der zum Beispiel herausgefunden hat, dass Kate genau in den Apartmentblock einziehen wird, den er gerade baut. Und die sich bei ihm über die Kahlheit der Umgebung beschwert. Daraufhin pflanzt Alex im Jahr 2004 genau vor ihrer Hautür einen Baum, der im Jahr 2006 plötzlich neben Kate aus dem Boden schießt!

Bei Kate und auch bei Alex wird der Wunsch immer dringender, sich zu treffen. Denn wenn sie sich schon vor zwei Jahren getroffen haben, müsste das im Hier und heute doch auch möglich sein. Sie vereinbaren, dass Alex im Jahr 2004 einen Tisch in einem speziellen Restaurant für den 14. Februar 2006 bestellen soll, damit sie sich dort dann treffen können. Voller Vorfreude eilt Kate am 14. Februar 2006 in das Restaurant – und wartet vergeblich. Alex taucht nicht auf. Enttäuscht geht sie nach Hause und beschließt, diese völlig unmögliche Beziehung zu beenden. Sie nimmt Morgan wieder in Ehren auf und die beiden wollen zusammenziehen. Kate entdeckt ein weitläufiges aber völlig heruntergekommenes Loft, das sie entsprechend herrichten will. Dazu besuchen Kate und Morgan eine Firma, die sich auf solche Sachen spezialisiert hat. Eine Firma, die Alex immer mit seinem Bruder zusammen gründen wollte, und von der er Kate erzählt hat. Als sie im Besprechungszimmer sitzen, entdeckt Kate an der Wand eine Zeichnung von ihrem "Haus am See". Sie erkundigt sich, ob Alex diese Zeichnung gemacht hätte. Ja, erklärt der Bruder, kannten Sie ihn? Kannten? Ich kenne ihn, sagt Kate, wo kann ich ihn treffen? Da teilt ihr der Bruder mit, dass Alex vor zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Da fällt es Kate wie Schuppen von den Augen: deshalb kam Alex nicht zu dem Treffen! Und sie war doch Zeuge eines Autounfalls, bei dem ein Mann in ihren Armen starb. Das war Alex, den sie damals noch nicht kannte! Jetzt gilt Kates einziges Sinnen und Trachten, diesen Unfall aus der Zukunft in der Vergangenheit zu verhindern, und die einzige Möglichkeit dazu, ist der Briefkasten in ihrem "Haus am See".

Kritik

Der Film "Das Haus am See" ist eine ungewöhnliche Mischung aus bezaubernder Liebesgeschichte und spannender Zeitreise-Geschichte. Und diese Mischung bringt es voll. Zum einen sind Sandra Bullock und Keanu Reeves auch viele Jahre nach "Speed" ein wunderschönes Traumpaar, das augenscheinlich nicht gealtert ist! Und zum anderen gibt es den umwerfend charmanten Hund, der alle an die Wand spielt, und der – typisch Mensch – nirgendwo namentlich erwähnt wird! Dabei kommt ihm eine äußerst wichtige Rolle in dem Film "Das Haus am See" zu: Er bringt Alex auf den Gedanken, dass etwas nicht stimmt; er bringt Alex in Kontakt mit Kate; er verlässt schließlich Alex um zu Kate zu gehen; und er bringt Kate auf die richtige Spur! Das wäre doch wirklich eine kurze Erwähnung wert gewesen!

Besonders eindrucksvoll ist auch dieses Mal wieder Christopher Plummer, der Grandseigneur des Films, der mit hinreißender Arroganz und Überheblichkeit übertuscht, wie sehr er seinen Sohn eigentlich liebt und wie stolz er auf ihn ist. Ein großartiger Schauspieler. Erwähnenswert auch die Iranerin Shohreh Aghdashloo, die eine Freundin von Kate spielt. Die Schauspielerin aus Teheran wurde bekannt durch ihre Rolle in "24" mit Kiefer Sutherland und erhielt für ihre Rolle in "Das Haus aus Sand und Nebel" eine Oscar-Nominierung. Auch hier ist sie als hilfsbereite und sympathische Ärztin wieder überzeugend.

Fazit
Der Film "Das Haus am See" ist ein ungewöhnlicher Film über ein ungewöhnliches Thema, spannend, zu Herzen gehend und überaus unterhaltsam umgesetzt von einer Riege hervorragender Schauspieler. Auch wenn Sie sonst nicht so sehr auf Science-Fiction-Themen stehen: dieses sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Allein schon wegen des Traumpaars Bullock/Reeves.
Filmkritik: Julia Edenhofer
Wertung: 80 %


Original Filmtitel: The Lake House
Land: USA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 99
Genre: DramaFantasyRomantik
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 06.07.2006
Heimkino: 10.11.2006

Regie: Alejandro Agresti
Drehbuch: David Auburn • Eun-Jeong Kim • Ji-na Yeo

Schauspieler: Keanu Reeves (Alex Wyler) • Sandra Bullock (Kate Forster) • Christopher Plummer (Simon Wyler) • Ebon Moss-Bachrach (Henry Wyler) • Willeke van Ammelrooy (Kates Mutter) • Dylan Walsh (Morgan) • Shohreh Aghdashloo (Anna) • Lynn Collins (Mona) • Mike Bacarella (Mulhern) • Kevin M. Brennan (Kellner) • Frank Caeti (Schirmherr der Bucht) • Aliyah Carr (Patientin)

Produktion: Doug Davison • Roy Lee
Szenenbild: Nathan Crowley
Kostümbild: Deena Appel
Maskenbild: Dominic Mango • Pamela Milone-McLaughlin • Suzi Ostos
Kamera: Alar Kivilo
Musik: Rachel Portman
Schnitt: Alejandro Brodersohn • Lynzee Klingman


Bild: Warner Bros.

2 customer reviews

gut
06.07.06
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flach wie der See
06.07.06
Deine Bewertung
Ich kann mir gut vorstellen, dass das asiatische Original ein einnehmender Film ist. Die amerikanische Neuverfilmung spricht mich nicht an. Die Schauspieler transportieren kein Charisma, das Haus ist fragwürdig in seiner offenen Bauweise und die Tiefe der Geschichte ähnlich tief wie der See. Wer aufpasst weiß schon sehr früh, was mit Alex passiert ist. Der Rest ist Routine und die Handlung plätschert dahin.
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