Das Spiel der Macht

Kinoplakat Spiel der Macht

Eine Romanvorlage, für die es den Pulitzerpreis gab, bekannte Schauspieler und ein versierter Drehbuchautor. Da kann nichts schiefgehen - zumal das Thema des von der Machtgier vergifteten Politikers zeitlos ist

Willie Stark (Sean Penn) ist ein anständiger Kerl, der aus kleinen Verhältnissen stammt. Ein Mann, der sieht, was er sieht und sich nichts vormachen lässt. Einer, dem das Volk vertraut, weil er einer von ihnen ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Doch als Willie Stark den Geschmack der Macht gekostet hat, verliert er seine hehren Ziele aus den Augen. Es ist ihm fortan egal, wen er korrumpiert oder für seine Pläne missbraucht. Doch nach außen hin gibt er nach wie vor den Idealisten. Bis er den Bogen überspannt und sich eines seiner Opfer gegen ihn erhebt.

Kritik

"Das Spiel der Macht" beruht auf dem gleichnamigen, preisgekrönten Roman von Robert Penn Warren, der 1946 erschien. Für Regisseur und Drehbuchautor Steven Zaillian ist er ein lang gehegtes Traumprojekt. Und so bitter es klingt, daran scheitert der Film, weil Zaillian sich an dem Projekt übernimmt. Zum einen indem er das Drehbuch schreibt und selbst Regie führt. Er versucht einen Roman filmisch zu erzählen und vergisst dabei Spannung aufzubauen. Die Erzählung bleibt solide, ohne ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. Ohne das Buch gelesen zu haben, ahnt der Zuschauer, dass der Stoff eigentlich mehr Brisanz bietet. Hinzu kommt der eigenartige Umstand, dass Personen trotz der Lauflänge von 140 Minuten, zu wenig gezeichnet sind, ihre Motivationen im Dunkel bleiben und einige anfangs eingeführte Figuren (etwa Starks Ehefrau) im Lauf der Erzählung keine Rolle mehr spielen.

Zum anderen fehlt Zaillian die Erfahrung als Regisseur und es gelingt ihm nicht seine Darsteller entsprechend zu führen. So schießt Sean Penn mit seiner Darstellung des wild gestikulierenden Mannes übers Ziel hinaus, lässt die Wandlung vom Idealisten zum Egomanen vermissen, während manche Nebenrollen, wie zum Beispiel Anthony Hopkins, ihre Auftritte zu lässig absolvieren. Das ergibt einen unaustarierten Eindruck und einen im Ergebnis spannungsarmen Film. Zudem nerven die überflüssigen Rückblenden und teils eigenwilligen Schnitte.

Fazit
"Das Spiel der Macht" mag als Herzensangelegenheit gedacht sein. Doch selten verschenkt ein Film derartig konsequent seine Möglichkeiten, denn der behandelte Stoff ist heute noch aktuell und hochbrisant. Die bekannten Namen machen sich auf dem Kinoplakat gut - darstellerische Glanzleistungen lassen sie jedoch vermissen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: All the King's Men
Land: DeutschlandUSA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 140
Genre: Drama
Verleih: Columbia TriStar Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 04.01.2007
Heimkino: 03.07.2007

Regie: Steven Zaillian
Drehbuch: Steven Zaillian
Romanvorlage: Robert Penn Warren

Schauspieler: Sean Penn (Willie Stark) • Jude Law (Jack Burden) • Anthony Hopkins (Irwin) • Kate Winslet (Anne Stanton) • Mark Ruffalo (Adam Stanton) • Patricia Clarkson (Sadie Burke) • James Gandolfini (Tiny Duffy) • Jackie Earle Haley (Sugar Boy) • Kathy Baker (Burden) • Talia Balsam (Lucy Stark) • Travis M. Champagne (Tom Stark) • Frederic F. Forrest (Willies Vater) • Paul Desmond (Slade) • Kevin Dunn (Alex) • Tom McCarthy

Produktion: Ken Lemberger • Mike Medavoy • Steven Zaillian
Szenenbild: Patrizia von Brandenstein
Kostümbild: Marit Allen
Maskenbild: Linda Melazzo
Kamera: Pawel Edelman
Musik: James Horner
Schnitt: Wayne Wahrman


Bild: Columbia TriStar Film

1 customer review

befriedigend
04.01.07
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