Die Hände meiner Mutter

Kinoplakat Hände meiner Mutter

Intensives Drama über Kindesmissbrauch. Der Film packt ein ausgesprochen schwieriges Thema an: Sexueller Missbrauch eines Jungen durch seine Mutter.

Die schrecklichen Erlebnisse seiner Kindheit hatte Markus (Andreas Döhler) bislang verdrängt. Doch ausgerechnet auf der Geburtstagsfeier seines Vaters (Heiko Pinkowski) brechen die Erinnerungen auf. Plötzlich sind die Bilder der Kindheit wieder da. Markus schreibt seiner Mutter Renate (Katrin Pollitt) einen Brief, die distanziert reagiert und die Vorwürfe zugibt. Das stellt für Markus den Anfang einer Aufarbeitung dar. Von seiner Ehefrau Monika (Jessica Schwarz) wird er zunächst unterstützt - doch dann gerät auch seine Ehe unter Druck.

Kritik

Der Film behandelt das Thema des sexuellen Missbrauchs eines Jungen durch die eigene Mutter. Das deutet die Handlung bereits nach wenigen Minuten an. Und Stück für Stück dringt die Geschichte in immer tiefere Schichten vor. Das ist von Andreas Döhler sehenswert gespielt. Nur die Szenen, in denen er als Kind die Missbrauchsmomente spielt sind fragwürdig. Ich finde, dass der Film dadurch verliert, während Kollegen die Szenen loben. Ja, es stimmt, dass man einem Kind die Darstellung dieser Momente nicht zumuten kann. Trotzdem macht es einen seltsamen Eindruck einen Erwachsenen als Kind auftreten zu sehen. Zudem ist es nicht möglich zu sagen, in welchem Alter der Junge ist.

In der Gegenwart verkörpert Döhler die herausfordernden Momente gut. Etwa die Belastungen in seiner eigenen Ehe, das Infrage stellen der eigenen Person und Männlichkeit. Und auch der Schritt hin zur Therapie ist ein schwieriges Unterfangen. Sein Gesicht und seine Körperhaltung transportieren viel. Dass dann der Wunsch nach therapeutischer Hilfe zum Hindernislauf wird, ist ein realistischer Seitenhieb.

Handwerklich gefällt die Kameraführung nicht. Während der Eröffnung und auch später kommt eine Handkamera zum Einsatz. Die verleiht der von Haus aus unruhigen Anfangsszene noch mehr Unruhe. Auch danach ist die Geschichte fordernd genug und bedarf der technischen Kniffe nicht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Land: Deutschland
Jahr: 2016
Laufzeit ca.: 106
Genre: Drama
Verleih: farbfilm verleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 01.12.2016
Heimkino: 23.06.2017

Regie: Florian Eichinger
Drehbuch: Florian Eichinger

Schauspieler: Andreas Döhler (Markus) • Jessica Schwarz (Monika) • Katrin Pollitt (Renate) • Heiko Pinkowski (Gerhard) • Katharina Behrens (Sabine) • Ursula Werner (Therapeutin)

Produktion: Mike Beilfuß • Florian Eichinger • Matthias Greving • Cord Lappe
Szenenbild: Tamo Kunz
Kostümbild: Maren Esdar
Maskenbild: Roman Bartl
Kamera: Timo Schwarz
Ton: Urs Krüger
Musik: André Feldhaus
Schnitt: Jan Gerold


Bild: farbfilm verleih

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