Fünf Freunde 3

Kinoplakat Fünf Freunde 3

Ein Inselparadies, das von einem fiesen Spekulanten bedroht wird, ist ein Fall für die Fünf Freunde, die fern der Heimat aus ihrem geplanten Urlaub ein Abenteuer machen. Wer hat schon Lust am Strand in der Sonne zu braten, wenn es im Dschungel einen versteckten Piratenschatz gibt? Diese Fünf jedenfalls nicht.

Die Fünf Freunde George (Valeria Eisenbart), Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen), Anne (Neele Marie Nickel) und Hund Timmy sind zu beneiden. Immer wieder versuchen sie ein ganz normales Leben zu führen - und schlittern in die tollsten Abenteuer. Dabei fängt der Strandurlaub auf einer thailändischen Insel ganz ruhig an. Man liegt in der Sonne und lässt sich von dem seltsamen Pärchen ein Boot aufschwatzen. Damit geht es raus aufs Meer und beim Tauchgang wird ein alter Kompass geborgen. Der erregt die Aufmerksamkeit der einheimischen Joe (Davina Weber), die sogar versucht den angeblich wertlosen Gegenstand zu stehlen. Doch der Kompass ist mehr als nur ein altes Fundstück - das begreift auch das Gaunerpaar (Nora von Waldstätten und Michael Kessler) schnell. Und so wird die Schatzsuche der mittlerweile sechs Freunde auch zum Abenteuertrip, denn die Bösen schrecken nicht einmal vor Mordanschlägen zurück! Doch die Freunde sind nicht so leicht hinters Licht zu führen.

Kritik

Mit einem einfachen Inselurlaub geben sich die "Fünf Freunde" nicht zufrieden. Ihr jüngstes Leinwandabenteuer spielt auf einer thailändischen Insel. Dort, wo andere Urlaub machen, retten die Freunde das Dorf der Einheimischen. Dabei streifen sie Themen wie Umweltschutz und Völkerverständigung und bedienen so den Geschmack der Zeit.

Die Handlung zielt auf Kinder und Jugendliche ab - die den Film zweifelsohne mit anderen Augen sehen werden. Als Erwachsener fallen mir Details auf, die die angepeilte Zielgruppe vielleicht weniger stören. Da ist der Umstand zu nennen, dass der Film zwar in der Jetztzeit spielt und trotzdem auf Handys und Computer verzichtet. Sozusagen angenehm altmodisch. Die Probleme werden mit Köpfchen gelöst. Seltsam ist allerdings, dass die Dinge mal logisch und dann wieder vollkommen unlogisch ablaufen. So hilft in der Not das Wissen über chemische Reaktionen aus der Klemme. In einem anderen Fall wirkt Gift lähmend auf die Muskulatur des menschlichen Körpers - was jedoch die Augenmuskeln ausspart. Und weshalb eine Kompassnadel auf einen Schatz zeigt, anstatt in Nord-Süd-Richtung weiß der Kuckuck. Moskitos stechen am Strand nur die Bösen - und kommen im Dschungel fast gar nicht vor? Da machen es sich die Drehbuchautoren doch etwas einfach.

Davon abgesehen weckt die Handlung bei mir keine Abenteuerstimmung. Der Mythos um den Piraten ist in wenigen Sätzen abgehandelt und lässt keine Freibeuterstimmung aufkommen. Und die Hauptdarsteller gehen erstaunlich routiniert auf Schatzsuche. Ich halte den jugendlichen Darstellern zugute, dass sie keine ausgebildeten Schauspieler sind - und trotzdem fehlt ihnen das Einfühlungsvermögen für die Situationen, in denen sie sich gerade befinden. Sie spazieren beispielsweise durch einen gefährlichen Dschungel wie durch einen großen Garten. Zudem bleiben sie Figuren ohne Ausformung. Nur etwas besser ergeht es dem erwachsenen Gaunerpärchen, das aufs Blödeln reduziert ist. Sie und ihr (nerviger) Kakadu Hugo sollen für Witz sorgen. Das Ergebnis ist eine Geschmacksfrage. Einen sprechenden Kakadu mit nervösem Magen kann man lustig finden ... oder auch nicht.

Fazit
"Fünf Freunde 3" soll und wird sich wohl eher über die Bekanntheit als über den Inhalt verkaufen. Die magere Handlung ist sprunghaft und uncharmant. Die exotische Umgebung gefällt; die Handlung, die auf Realismus und Logik setzt, nutzt zu viele Zufälle und Hingebogenes. Am meisten enttäuscht mich jedoch, dass die namensgebenden Freunde fast zu Nebendarstellern in ihrem eigenen Film werden.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: Deutschland
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 95
Genre: AbenteuerFamilie
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 16.01.2014
Heimkino: 25.09.2014

Regie: Mike Marzuk
Drehbuch: Peer Klehmet • Sebastian Wehlings
Literaturvorlage: Enid Blyton

Schauspieler: Nora Waldstätten (Cassi) • Michael Kessler (Nick) • Michael Fitz (Onkel Quentin) • Sky du Mont (Mr. Haynes) • Valeria Eisenbart (George) • Quirin Oettl (Julian) • Justus Schlingensiepen (Dick) • Neele-Marie Nickel (Anne) • Coffey (Timmy) • Davina Weber (Joe) • Mike Marzuk (Hugos Stimme) • Sahajak Boonthanakit (Cha-Li) • Pera-Amporn Jintatipayawan (Joe's Mother) • Kampanat Anurakwongsa (Dang Song)

Produktion: Andreas Ulmke-Smeaton • Ewa Karlström
Szenenbild: Boontawee Taweepasas
Kostümbild: Diana Dietrich
Maskenbild: Dorothea Goldfuß • Heiko Wengler-Rust
Kamera: Philip Peschlow
Ton: Preethep Boondech
Musik: Wolfram De Marco
Schnitt: Tobias Haas


Bild: Constantin Film

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen