Drachenreiter

Kinoplakat Drachenreiter

Der Animationsfilm "Drachenreiter" bringt alle Voraussetzungen mit, die ein packendes Abenteuer braucht: Ein Freundes-Trio ist auf der Suche nach dem Land, in dem Drachen endlich in Frieden leben können. Verfolgt werden sie auf der Reise von einem unbesiegbaren Monster. Die Buchvorlage stammt von Cornelia Funke.

Vor langer Zeit lebten Drachen und Menschen friedlich zusammen. Bis die Menschen gierig wurden und die Drachen bekämpften. Der schlimmste unter ihnen war ein Magier, der ein Monster schuf, das erst den Magier selbst fraß und danach die Drachen jagte. Die leben in der Gegenwart in sicheren Verstecken. Hoffnung ist ihnen in Form einer alten Prophezeiung geblieben, die viele von ihnen für ein Märchen halten. Nur der junge Silberdrache Lung glaubt fest daran, dass es irgendwo Himmelsrand gibt, das Paradies der Drachen. Gemeinsam mit seiner besten Freundin, dem Koboldmädchen Schwefelfell, fliegt Lung heimlich los. Schon allein das Fliegen verstößt gegen die strengen Regeln der Drachen. In der Stadt der Menschen treffen sie den Jungen Ben, den Lung für einen echten Drachenreiter hält. Er hofft, dass der Drachenreiter ihn nach Himmelsrand geleiten kann. Schwefelfell ist skeptisch und traut Ben nicht. Doch sie wird überstimmt und das Trio bricht ins Abenteuer auf. Schon bald folgt ihnen das aus Metall bestehende Monster Nesselbrand, das gerne einen echten Silberdrachen fressen möchte.

Kritik

Der Animationsfilm "Drachenreiter" ist die nett gestaltete Adaption des gleichnamigen Buchs von Cornelia Funke. Nach klassischem Muster ziehen drei Gefährten ins Abenteuer. Ihre Reise führt sie durch verschiedene Länder und sie treffen unterwegs hilfreiche sowie weniger freundliche Gestalten. Die einzelnen Abschnitte der Reise folgen sprunghaft aufeinander. Wie bei einem Planspiel werden Punkte abgehakt und der Weg ist das Ziel. Das entbehrt leider dem Eindruck des großen Abenteuers. Der Humor fällt sparsam aus und Charme versprüht die Handlung leider keinen.

Die Interaktion des Trios fällt sparsam aus. Die Charaktere sind fest stehend und erleben nur minimale Veränderungen. Schwefelfell stellt fest, dass nicht alle Menschen böse sind und Lung findet sein Feuer. Fliegenbein wechselt seine Einstellung von böse nach gut; eine aus der Not geborene Entscheidung und weniger eine Läuterung. Der böse Drache Nesselbrand ist nur böse. Die Motivationen bleiben schleierhaft, eine Innenschau will niemand offenbaren und eine Vergangenheit bekommt keine der Figuren spendiert. Neue Figuren treten ohne Einführung auf. Insgesamt ist es schade, dass die Charaktere so wenig Ausfeilung haben.

Aufgesetzt und für ein altmodisches Märchen wenig passend sind die Einbindungen neuer Medien. Da wird vom Internet gesprochen, eine Flirt-Website besucht, Nesselbrand und Fliegenbrand telefonieren per Skype. Die Animation fällt zweckmäßig aus. Die Schuppen des Drachen Lung erinnern (das ist jetzt nicht böse gemeint) an kleine, runde Fliesen. Das Paradies der Drachen fällt enttäuschend flach und kitschig aus. Für die Synchronisation traten zum Teil Youtuber an die Mikrofone, was an Dialekten und leicht unsauberer Phonetik zu hören ist. Warum die Zwerge Rheinländisch und Sächsisch sprechen bleibt ein Geheimnis der Produktion. Gleichfalls wenig lustig fallen die indischen Stimmen aus.

Fazit
Ja, die Geschichte von "Drachenreiter" ist familientauglich zum Preis, dass ältere Kinder und Erwachsene wohl zu wenig Abenteuer zu sehen bekommen. Die vielen Wiederholungen fallen ins Auge, wie auch die insgesamt einfache und konventionell gehaltene Erzählung. Drehbuchautor Johnny Smith ("Royal Corgi – Der Liebling der Queen") hat entsprechende Vorlagen gut studiert. Erinnerungen an "Drachenzähmen leicht gemacht" werden wach; den Vergleich muss "Drachenreiter" scheuen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Dragon Rider
Land: DeutschlandGroßbritannien
Jahr: 2020
Laufzeit ca.: 91
Genre: 3DAbenteuerAnimationFamilieFantasy
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 15.10.2020

Regie: Tomer Eshed
Drehbuch: Johnny Smith
Literaturvorlage: Cornelia Funke

Produktion: Oliver Berben • Martin Moszkowicz • Marina Voeth
Szenenbild: Alexander Pohl
Kamera: Olaf Aue
Musik: Stefan Maria Schneider
Schnitt: Jens Prausnitz


Bild: Constantin Film

1 customer review

befriedigend
18.09.20
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