Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs leiden die Japaner an Kriegstraumata und unter den Folgen des Krieges. Die meisten versuchen, ein möglichst normales Leben zu leben und zu vergessen.
Orte, wie der Hort für Waisenkinder, in dem Frau Shikishima arbeitet, sind unübersehbare Zeugen – für die dem Land zugefügte Verwundung. Auch Erwachsene tragen ihre persönliche Last. Unter ihnen ist Herr Noda, der Leiter des Sonderbüros für Katastrophenhilfe, der sich eine Mitschuld gibt. Ähnlich ergeht es Frau Aoyama, der neuen Mitarbeiterin des Büros. Die Meteorologin trägt Schuldgefühle in sich. Das motiviert beide, alles zu geben, als das Land unvermittelt gebeutelt wird: Ein riesiger Drache, den sie Ghidorah nennen, greift an. Jetzt sind die Menschen gefordert, eine Lösung zu finden. Allen voran Herr Noda und Frau Aoyama, die Unterstützung von Herrn Shikishima erhalten, einem erfahrenen Piloten. Kein anderer als der Ehemann von Noriko Shikishima, die mit ins Geschehen gezogen wird, denn das Schicksal hat ihr eine besondere Rolle zugedacht.
Kritik
Die kurze Inhaltsangabe deutet es bereits an: "Godzilla Minus Zero" ist weniger ein Monster- oder Katastrophenfilm, sondern vielmehr ein Drama über eine verletzte Nation. Dazu passt, dass er die vier erwachsenen Personen in den Mittelpunkt stellt, nebst Akiko, der nervtötenden Tochter der Shikishimas. Das Ehepaar steht stellvertretend für die Bevölkerung, deren Schmerz und Zerrissenheit. Die Schicksale der Menschen bilden einen Großteil der Handlung, die fulminant beginnt und endet. So verspricht der Auftakt, wenn der Drache eine Stadt verwüstet, spannende Action. Doch anschließend wird es ruhig und während eines langen Zeitraums spielen die Monster nur noch eine Nebenrolle, während die Menschen hadern und kämpfen. Die Darstellung der inneren Zwiespalte ist mäßig umgesetzt. Der Verleih wünscht, dass die inneren Dämonen nicht verraten werden, bis zum japanischen Kinostart. So sei es. Darum nur so viel: Die Themen sind mit Japan und dessen Geschichte verflochten. Die Art zu schauspielern erinnert an B‑Movies. Hidetaka Yoshioka als Kenji Noda spielt mit wenigen Variationen bei viel Leinwandzeit. Masami Nagasawa als Makoto Aoyama stellt eine starke Frau dar, jedoch keine starke Rolle. Wirklich nervig ist Sae Nagatani als ständig heulende und plärrende Akiko.
Auch das Aufgreifen vieler Themen überzeugt nicht. Die Amerikaner genießen nach dem Zweiten Weltkrieg kein hohes Ansehen in Japan. Weitere Details zu verraten, wünscht der Verleih nicht. Wie gesagt, kommt die Action, gerechnet auf die Laufzeit von 135 Minuten, zu kurz. Der Kampf gegen das neue Monster schlägt selbstredend im ersten Anlauf fehl. Und es muss eine andere Strategie gefunden werden. Eine tragende Rolle kommt darin Godzilla zu. Die Idee ist nicht neu und die Umsetzung schmeckt nach: Man musste einen Grund finden, Godzilla zu rufen. Für Godzilla empfindet der Film eine Hassliebe. Einerseits ein verabscheuungswürdiges Monster, das man lieber tot als lebendig sehen möchte. Andererseits ein Teil der japanischen Kultur, weshalb man ihn am Ende doch nicht tötet. Was auch eine Fortsetzung der Filmreihe erleichtert.
Fazit
"Godzilla Minus Zero" bietet viel Drama und wenig Action. Ein durchweg überzeichneter B-Movie mit überzogener Filmlänge.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 135
Genre: Action • Drama
Verleih: Plaion Pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren
Kinostart: 05.11.2026
Regie: Takashi Yamazaki
Drehbuch: Takashi Yamazaki
Schauspieler: Masami Nagasawa (Makoto Aoyama) • Sakura Andô (Sumiko Ôta) • Yuki Yamada (Shirô Mizushima) • Munetaka Aoki (Sôsaku Tachibana) • Hidetaka Yoshioka (Kenji Noda) • Kuranosuke Sasaki (Seiji Akitsu) • Min Tanaka (Kanji Murakami) • Michael Arias (U. S. Military Official) • Miou Tanaka (Captain Tatsuo Hotta) • Wes Wing (Major Harlan Gilbert) • Sae Nagatani (Akiko) • Kisuke Iida (Akio Itagaki)
Produktion: Go Abe • Keiichiro Moriya
Szenenbild: Anri Jojo • Wataru Hirai
Kostümbild: Aiko Mizushima
Maskenbild: Michiyo Miyauchi
Kamera: Kozo Shibasak
Ton: Hisafumi Takeuchi
Musik: Naoki Sato
Schnitt: Ryuji Miyajima
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Bild: Plaion Pictures
