Wildwood

Kinoplakat Wildwood

Portland ist nicht eben die Stadt, in der das Abenteuer nebenan wohnt. Oder doch? Prue ist wenig begeistert von der Idee, für ihren kleinen Bruder das Kindermädchen zu spielen. Folglich bricht sie ihr Versprechen und nimmt den Kleinen mit auf eine Spritztour. Die endet überraschend in einem Abenteuer, denn es gibt in der Familie ein Geheimnis, von dessen Dimensionen sie keine Vorstellung hat.

Kritik

Die Liebe zum Handwerk war dem Studio "Laika" bereits bei "Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche", "Coraline", "ParaNorman" "Die Boxtrolls", "Kubo – Der tapfere Samurai" und "Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer" anzumerken. Den Werken ist gemein, dass die erzählte Geschichte mit der Hingabe für Animation leider nicht mithalten kann. Umso größer die Überraschung, dass "Wildwood" beides vereint: Eine große, gelungene Geschichte und liebevolle Stop-Motion. Prue und der anfangs recht nervige Sonderling Curtis verlassen die bekannte Welt und tauchen in eine Parallelwelt ein, zu der sonst niemand Zugang hat. Dieser Umstand erinnert grob an die "Chroniken von Narnia". In beiden Fällen reisen Kinder in ein fremdes Land und müssen es retten. Auch "Wildwood" setzt auf das bekannte Konzept, dass die Welt vor dem Untergang steht, weil das Böse nach der Macht greift. In beiden Fällen ist die treibende Kraft weiblich. "Wildwood" hat bei Vorbildern gut zugeschaut, zitiert Hitchocks "Vögel" und lässt Figuren auftreten, die aus anderen Fantasy-Epen stammen könnten. Doch die Story und insbesondere die Technik machen es zu einem eigenständigen Werk. Das beginnt zwar wie ein Familienfilm – wird aber mit der Zeit erstaunlich brutal.

Dabei überrascht, wie ausdrucksstark die Puppen sind, auch in Verbindung mit den guten englischen Stimmen. Zudem lebt der Film davon, dass die Produktion nachvollziehbare Emotionen nutzt wie Zweifel und Trauer. Neben der Stop-Motion kommt CGI zum Einsatz. Anderes wären Szenen wie die große, alles entscheidende Schlacht wohl nicht umsetzbar gewesen.
Gelungen ist der Umstand, dass die Tiere in der impossible Wilderniss menschliche Züge angenommen haben, sprechen können und gleichzeitig Tiere bleiben. Das nutzt die Erzählung für eingestreute Witze, von denen es gerne mehr hätten sein dürfen. Denn bei aller Begeisterung fallen überlange und Füllszenen auf.

Fazit
Die Entwicklung, des im Jahr 2026 fertiggesellten Filmes, begann 2018 mit der Erstellung des Storyboards. Es folgte die Vorproduktion, die von Corona gestoppt wurde. "Wildwood" lässt rasch vergessen, dass hier Puppen spielen. Das ausgefallene Abenteuer profitiert von seiner Vorlage, den Büchern von Colin Meloy, und der Liebe zum Detail.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 90 %


Land: Großbritannien • Kanada • USA
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 136
Genre: Abenteuer • Action • Animation • Drama • Fantasy • Märchen

Verleih: capelight pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 05.11.2026

Regie: Travis Knight
Drehbuch: Chris Butler
Romanvorlage: Colin Meloy

Stimmen: Carey Mulligan (Alexandra) • Tantoo Cardinal (Iphigenia) • Marc Evan Jackson (Lars) • Richard E. Grant (Rex) • Jake Johnson (Dad) • Arthur Knight (Mac) • Peyton Elizabeth Lee (Prue) • Maya Erskine (Mom) • Jacob Tremblay (Curtis) • Charlie Day (Dmitri) • Tom Waits (Maksim) • Len Cariou (Postmaster) • Angela Bassett (General) • Awkwafina (Septima) • Jemaine Clement (Roger) • Amandla Stenberg (Niamh) • Mahershala Ali (Brendan) • Ólafur Darri Ólafsson (Seamus) • Blythe Danner (Seer) • Rob Delaney (Samuel) • Ridley Knight (Angus) • Jeannie Elias (Busybody) • Colleen O'Shaughnessey (Ember)

Produktion: Travis Knight • Sam Wilson
Szenenbild: Nelson Lowry
Kostümbild: Deborah Cook
Kamera: Caleb Deschanel
Musik: Dario Marianelli
Schnitt: Christopher Murrie-Green

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Bild: capelight pictures

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