Hamam - Das türkische Bad

Kinoplakat Hamam

Francesco ist Italiener. Er lebt und arbeitet in Rom als Innenarchitekt; betreibt zusammen mit seiner Frau Marta und einem Geschäftsfreund seine Firma. Er hält die Fäden streng in der Hand und möchte keine Verantwortung delegieren. Unter anderem auch deshalb kommt es in seiner Ehe zu Spannungen. Er ahnt allerdings nicht einmal, dass Marta und sein Geschäftsfreund längst mehr sind als nur Kollegen.

Als er von seiner Tante eine Immobilie erbt, fliegt er in die Türkei, um das Haus so schnell wie möglich loszuschlagen. Doch es kommt anders. Zunächst ist dem hektischen Francesco die sprichwörtliche Gelassenheit der Türken ein Dorn im Auge. Als es zu Verzögerungen während des Verkaufs kommt, bleibt er unfreiwillig länger als geplant in Istanbul. Langsam verfällt er dem Zauber der Stadt, genauso wie seine Tante einst. Er taucht ein in die türkische Kultur und sein erster Besuch in einem Hamam verläuft anders als erwartet.

Mehmet, der Sohn seiner Gastfamilie nimmt sich seiner an. Bei ihm findet Francesco was Marta ihm nicht bieten konnte oder er nicht annehmen wollte. Langsam entsteht zwischen den beiden Männern eine vorsichtige Liebe. Francesco beschließt das geerbte Hamam nicht zu verkaufen, sondern zu renovieren und neu zu eröffnen. Seine Pflichten in Rom und die Verantwortung für sein bisheriges Leben sind mit einem Schlag vergessen.

Eine gut konstruierte Geschichte, die in leisen Bildern eine runde Geschichte erzählt. Der Film wird niemals aufdringlich und verzichtet auf effekthascherische Momente. Selbst die Liebe zwischen Francesco und Mehmet findet nur in kleinen Gesten, Blicken und Berührungen Ausdruck. Der Kuss im Hamam ist das einzig intime, was der Zuschauer zu sehen bekommt, ansonsten bleibt er ausgesperrt. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Homosexualität nicht im Mittelpunkt steht, sondern anderen Konflikten ein größerer Stellenwert eingeräumt wird.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: Hamam
Land: ItalienSpanienTürkei
Jahr: 1996
Laufzeit ca.: 95
Genre: DramaLGBT
Stichwort: gay
Verleih: MFA
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 08.07.1999
Heimkino: 05.01.2001

Regie: Ferzan Ozpetek
Drehbuch: Ferzan Ozpetek • Stefano Tummolini

Schauspieler: Alessandro Gassman (Francesco) • Francesca d'Aloja (Marta) • Carlo Cecchi (Oscar) • Halil Ergün (Osman) • Serif Sezer (Perran) • Mehmet Günsür (Mehmet) • Basak Köklükaya (Fusun) • Alberto Molinari (Paolo) • Zozo Toledo (Zozo) • Zerrin Arbas • Necdet Mahfi Ayral • Murat Ilker • Alper Kul (Italiener)

Produktion: Marco Risi • Maurizio Tedesco
Szenenbild: Virginia Vianello • Mustafa Ziya Ülgenciler
Kostümbild: Selda Cicek • Metella Raboni
Maskenbild: Gaja Banchelli
Kamera: Pasquale Mari
Ton: Maco Grillo
Musik: Aldo De Scalzi • Pivio
Schnitt: Mauro Bonanni


Bild: MFA

1 customer review

gut
08.07.99
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