In the Cut

Kinoplakat In the Cut

Regisseurin Jane Campion versucht einen New-York-Film aus weiblicher Sicht zu drehen. Frannie Avery ist eine durchschnittliche New Yorkerin: Erfolgreicher Single, Lehrtätigkeit an der Uni, kleine Wohnung.

Das Gespräch mit einem ihrer Studenten beschert ihr ein unvergessliches Erlebnis. Im Keller der Bar wird sie Zeugin einer Oralsex-Szene. Ein Mann genießt die Dienste einer Prostituierten. Die blauen Fingernägel der Frau sowie das Tattoo am Handgelenk des Mannes bleiben im Gedächtnis.
Wenig später wird eine ermordete Frau im Vorgarten von Frannies Wohnhaus aufgefunden. Der ermittelnde Detective James Malloy (Mark Ruffalo) ist ein Bilderbuch-Macho, an dessen Handgelenk Frannie (Meg Ryan) das Tattoo wiedererkennt. Trotzdem, oder vielleicht deshalb, fühlt sie sich von dem Mann angezogen. Nachdem sie einem Vergewaltiger in letzter Minute entkommt, findet sie in Malloys Armen zunächst Trost und dann mehr.

Für die Spannungskurve wenig ausschlaggebend, führt der Film außer dem Detective weitere Verdächtige ein. Cornelius, der Student, arbeitet an einer Studie über den Serienkiller John Wayne Gacy. Frannies Halbschwester wird von ihrem Ex-Freund (Kevin Bacon) belästigt. Nicht zuletzt begegnet die Hauptdarstellerin Malloys frauenfeindlichem Partner.

Kritik

Eine hektische Kamera fängt überwiegend düstere Impressionen einer Großstadt ein. Die Blickwinkel, die die Hauptdarstellerin beobachten, machen dich geschickt zum Voyeur. Wie die anderen schönen Ideen des Films auch, geht dieser Effekt in verkrampften Überzeichnungen unter. So wohnt Frannies Halbschwester über dem Strip Club "Pussy Cat Launch", den ein fetter schwuler Türsteher bewacht. Malloy erzählt nach dem Schäferstündchen in allen Details, wie eine reife Frau ihm beibrachte, Frauen oral zu befriedigen.

Über die Verzettelung der erotischen Komponente, mit aufdringlich platzierten nackten Körpern sowie primären Geschlechtsorganen, gerät die Spannung ins Hintertreffen. Weshalb die Protagonistin überhaupt mit einem Mann eine Affäre hat, von dem sie glaubt, er sei ein brutaler Killer, der Frauen nach dem Sex den Kopf abschneidet, bleibt unklar. Leider verschleißt der Film damit die darstellerische Leistung von Meg Ryan und Mark Ruffalo. Der entscheidende Knackpunkt des Plots ist derartig einfach gestrickt, dass ich ihn auch verraten kann. Frannie ist einfältig genug zu glauben, dass es ein Tattoo nur einmal auf der Welt gibt - das Gegenteil herauszufinden kostet sie fast das Leben. Na ja.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 118
Genre: KrimiSpannung
Verleih: Senator Film Verleih
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 30.09.2004
Heimkino: 17.03.2005

Regie: Jane Campion
Drehbuch: Jane Campion • Susanna Moore

Schauspieler: Meg Ryan (Frannie Avery) • Mark Ruffalo (Detective Giovanni A. Malloy) • Jennifer Jason Leigh (Pauline) • Nick Damici (Detective Ritchie Rodriguez) • Sharrieff Pugh (Cornelius Webb) • Kevin Bacon (John Graham) • Michael Nuccio (Frannies Vater) • Alison Nega (Verlobte) • Patrice O'Neal (Hector) • Arthur Nascarella (Captain Crosley) • James Firo (Detective Halloran)

Produktion: Nicole Kidman • Laurie Parker
Szenenbild: David Brisbin
Kostümbild: Beatrix Aruna Pasztor
Maskenbild: Noriko Watanabe
Kamera: Dion Beebe
Musik: Hilmar Örn Hilmarsson
Schnitt: Alexandre De Franceschi


Bild: Senator Film Verleih

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