Kalender Girls

Kinoplakat Kalender Girls

Manchmal liegen Freud und Leid nahe beieinander. Dass erfahren auch die Freundinnen Annie (Julie Walters) und Chris (Helen Mirren). Im Women's Institute von Knapely lauschen die zwei, gemeinsam mit den Hausfrauen des Ortes, den spannendsten Vorträgen a la "Socken und die Geschichte röhrenförmiger Fußbekleidung". Um nicht einzuschlafen machen Annie und Chris abwechselnd freche Bemerkungen, tuscheln und kichern wie Schulmädchen.

Zum Backwettbewerb tritt Chris mit einem gekauften Kuchen an und gewinnt prompt den ersten Preis. Die Freude über den gelungen Streich wehrt nicht lange, denn Annie hat eine schlechte Nachricht. Ihr geliebter Mann John ist an Leukämie erkrankt. Mit ihm geht es rapide bergab. Schon bald kann er das schäbige Krankenhaus nicht mehr verlassen. Im Aufenthaltsraum gibt nicht einmal ein Sofa, dafür arbeitet das Personal aufopfernd. John verstirbt alsbald und aus Dank für die gute Pflege würde Annie dem Krankenhaus gerne ein vernünftiges Sofa schenken – doch mit Geld sind die Leute in Knapely nicht gerade gesegnet. Dafür mangelt es den Freundinnen nicht an Humor und Einfällen.

Jedes Jahr veröffentlicht das Women's Institute einen Kalender. Von den Erlösen möchten die Frauen ein Ledersofa fürs Krankenhaus kaufen, doch die regulären Einnahmen reichen dafür bei weitem nicht. Also muss ein Kalender entworfen werden, der genug Kaufanreize bietet, damit mehr Geld in die Kasse gespült wird. Wie wäre es also mit einem Erotik-Kalender, auf dem die Damen des Instituts nackt zu sehen sind bei ganz normalen Tätigkeiten. Natürlich alles sehr geschmackvoll und gediegen. Der enge Kreis ist schnell für die Idee gewonnen. Anfängliche Zweifel, da sie nicht mehr im knusprigsten Alter sind, werden bald zerstreut. Auch die technischen Probleme lassen sich lösen. Am Ende haben sie ihren Kalender zusammengestellt, der in elf Monaten eine andere Yorkshire Lady zeigt und im Dezember ein Gruppenfoto. Soweit entspricht der Film weitgehend den Tatsachen. Den Ort Knapely gibt es zwar nicht, aber die Geschichte trug sich großenteils derartig zu. Es gab den Kalender wirklich zu kaufen.

Für den Film wird die Geschichte weitergesponnen und dramatisiert. Die Vorsitzende des Ortsvereins fällt beim Anblick des Kalenders aus allen Wolken. Annie und Chris müssen ihren Kalender sogar auf der Hauptversammlung des Women's Institute in London verteidigen. Was danach kommt, übertrifft ihre kühnsten Träume. Ihr Kalender macht sie über Nacht berühmt. (Was auch in der Realität geschah. Die New York Times berichtete auf der Titelseite über den Kalender.)

Die Ladys werden nach Amerika eingeladen und treten in einer Talkshow auf. Des Weiteren nutzen sie ihren Bekanntheitsgrad und drehen einen Werbespott. Was nicht allen Damen zusagt. In Amerika beginnt es zwischen Annie und Chris zu kriseln. Geht es wirklich noch um das gemeinsame Projekt oder spielen sich eigene Beweggründe in den Vordergrund? Außerdem hat Annie den Tod ihres Mannes noch nicht verarbeitet, sondern nur verdrängt. Wieder in heimatlichen Gefilden, gilt es den privaten Problemen ins Auge zu sehen. Auch Chris hat ihre liebe Not mit dem Ruhm.

Fazit
"Kalender Girls" ist eine witzige Umsetzung wahrer Begebenheiten. Der Film beginnt in Yorkshire (mit erstaunlich gutem Wetter) schwenkt über den großen Teich und wieder nach Yorkshire zurück. Die Szenen in Yorkshire sind stärker als das Zwischenspiel in New York, das etwas aufgesetzt wirkt. Vor allen Helen Mirren glänzt mit ihrer Darstellung. Von Julie Walters hätte ich gerne auch mal eine neue Facette gesehen, doch sie liefert eine Variation ihre nonchalanten Auftretens.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: Calendar Girls
Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 108
Genre: DramaKomödie
Verleih: Buena Vista
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 01.01.2004

Regie: Nigel Cole
Drehbuch: Juliette Towhidi • Tim Firth

Schauspieler: Julie Walters (Annie) • Helen Mirren (Chris) • Penelope Wilton (Ruth) • Annette Crosbie (Jessie) • Celia Imrie (Celia) • Linda Bassett (Cora) • Georgie Glen (Kathy) • Angela Curan (May) • Rosalind March (Trudy) • Ciarán Hinds (Rod) • John Alderton (John) • Philip Glenister (Lawrence) • John-Paul McLeod (Jem) • Geraldine James (Marie) • Marc Pickering (Gaz) • George Costigan (Eddie) • Graham Crowden (Richard) • John Fortune (Frank) • John Sharian (Danny)

Produktion: Nick Barton • Suzanne Mackie
Szenenbild: Martin Childs
Kostümbild: Frances Tempest
Maskenbild: Deborah Jarvis
Kamera: Ashley Rowe
Musik: Patrick Doyle
Schnitt: Michael Parker


Bild: Buena Vista

1 customer review

gut
01.01.04
Show more

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.